Begleitendes Workshop-Programm

Begleitendes Workshop-Programm

04.09.2007

Das umfangreiche Workshop-Programm stellt ein Erfahrungs-, Experimentier- und Austauschforum für WorkshopleiterInnen und aktive KongressteilnehmerInnen dar. Die Inhalte hängen zum Teil eng mit den Kongressthemen zusammen, bieten darüber hinaus auch die Möglichkeit, andere Spannungsfelder und Randgebiete der Klinischen Psychologie und Psychotherapie kennen zu lernen. Kleine TeilnehmerInnenzahlen sollen zu guten Arbeitsvoraussetzungen beitragen.

Die Workshops gehören zum inhaltlichen Kongressangebot. Für ihre Durchführung werden keine Honorare gezahlt. Für die Teilnahme an den Workshops muss wegen des hohen organisatorischen Aufwands und der zusätzlichen Raummiete eine Bearbeitungsgebühr von EUR 50,- bei ganztägigen und EUR 30,- bei halbtägigen Workshops erhoben werden.

Die Teilnahme an einem Workshop ist nur möglich nach erfolgter Anmeldung für den Gesamtkongress und entrichteten Kongressgebühren.  Das Anmelde- und Registrierverfahren für die Workshops ist erst nach Erhalt des Kongressführers Anfang Januar 2008 möglich. Dem Kongressführer liegt das entsprechende Anmeldeformular bei. Bitte schicken Sie das Formular per Fax oder auf dem Postweg an die Kongressorganisation CTW Wiese nach Berlin. Ab diesem Zeitpunkt steht Ihnen das Formular auch auf der Internetseite für eine Onlinebuchung zur Verfügung.

Sollten noch freie Workshopplätze zur Verfügung stehen, haben Sie die Möglichkeit, diese auf dem Kongress vor Ort mit einer Tageskarte noch zu buchen.

Nachfolgend sind alle Workshops in alphabetischer Reihenfolge mit Zeitangabe aufgelistet. Es folgen dann die Abstracts zu den Workshops, geordnet nach Tagen.

Übersichtsverzeichnis der Workshops (alphabetisch)

WS01   Sabine Ahrens-Eipper, Katrin Nelius (Halle)

Mutig werden mit Til Tiger, ein Trainingsprogramm für sozial unsichere Kinder

Freitag, 29.02.2008, 14:00 – 17:30 Uhr

 

WS02   Jeannette Bischkopf (Berlin), Imke Herrmann, Lars Auszra (München)

Emotionsfokussierte Therapie bei Depression

Freitag, 29.02.2008, 14:00 – 17:30 Uhr

 

WS03   Erika Blitz (Hannover)

Gerontopsychotherapeutische Vorgehensweisen

Montag, 03.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS04   Monique Breithaupt-Peters, Martin Adam (Offenburg)

Mehrdimensionale Hilfekonzepte (nicht nur!) für Kinder und Jugendliche mit komplexen Störungen des Sozialverhaltens und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen

Dienstag, 04.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS05   Roberto D’Amelio (Homburg/Saar)

Störungsspezifische Psychotherapie bei Tinnitus

Montag, 03.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS06   Lothar Duda (Dortmund), Eugene Epstein, Manfred Wiesner (Wilhelmshaven)

Von Woody Allen bis Fred Zinnemann
„Psychotherapie im Film – Film in der Psychotherapie“

Sonntag, 02.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS07   Andreas Dutschmann (Kleve), Daniela Liffers (Kempen), Barbara Spießbach (Mülheim/Ruhr)

Konfliktmanagement und Verhaltensmodifikation – Ein methodenintegratives, interdisziplinäres Konzept

Sonntag, 02.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS08   Margit Epstein (Oldenburg)

Sat Nam – yogische Techniken als Ressource in der Psychotherapie

Montag, 03.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS09   Irene Erbe (Berlin)

Improvisationstechniken in der Verhaltenstherapie

Sonntag, 02.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS10   Euphrosyne Gouzoulis, Thomas Schnell (Köln)

Gruppenpsychotherapie von PatientInnen mit der Komorbidität Psychose und Abhängigkeit

Dienstag, 04.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS11   Hans Gunia (Darmstadt), Christian Stiglmayr (Berlin)

Die Therapie von Borderline-Persönlichkeitsstörungen mit der Dialektisch- Behavioralen Therapie (DBT) in ambulanten Netzwerken

Dienstag, 04.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS12   Gunter Herzog (Bremen)

Gutachter-Trouble

Dienstag, 04.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS13   Thomas Hillebrand (Münster)

Die Behandlung von Zwangsgedanken in der ambulanten Praxis

Sonntag, 02.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS14   Claudia Huber (Windach)

Verhaltenstherapie und Körperpsychotherapie (Psychotonik Glaser) - eine kompatible Vernetzung

Montag, 03.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS15   Stefan Jacobs, Anna De Jong (Göttingen)

EMDR und Biofeedback in der Therapie posttraumatischer Belastungsstörungen – Ein neuropsychotherapeutisches Behandlungsprogramm

Samstag, 01.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS16   Elisabeth Jürgens, Ruth Jäger (Braunschweig)

Tod und Sterben – Trauer und Trost – Psychotherapeutische Arbeit mit trauernden Kindern und Jugendlichen

Samstag, 01.03.2008,   10:15 – 13:30 Uhr und 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS17   Christoph Koban (Bochum)

„Ich weiß nicht weiter“: Strategien zur Optimierung der motivationalen Ausgangslage und Therapiebeziehung

Samstag, 01.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS18   Gert Kowarowsky (Bad Steben)

Der schwierige Patient – ein Interaktionsphänomen

Samstag, 01.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

Ws19   Almut Lippert (Dinklar)

Motivational Interviewing bei psychosomatischen Problemen

Samstag, 01.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS20   Ulrike Maus (Esens)

Der Sinn des Lebens und die Verhaltenstherapie – zwei Welten begegnen sich

Sonntag, 02.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS21   Rudi Merod (Bad Tölz), Heinz Liebeck (Göttingen), Markus Hertle (Augsburg)

Fallbegutachtung

Samstag, 01.03.2008, 14:30 - 18:00 Uhr

 

WS22   Johannes Michalak (Bochum)

Achtsamkeitsbasierte Ansätze in der Psychotherapie

Samstag, 01.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS23   Stephanie Müller, Ulrich Sachsse (Göttingen)

Die Arbeit mit dem „Inneren Kind“

Sonntag, 02.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS24   Matthias Müller-Elze (Dinklar)

Verhaltenstherapeutische Trauerarbeit in der ambulant verhaltenstherapeutischen Praxis

Sonntag, 02.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS25   Nina Pflugradt (Naumburg)

Kreative Methoden zur Abbildung von Beziehungen

Freitag, 29.02.2008, 14:00 – 17:30 Uhr

 

WS26   Jürgen Pitzing, Joachim Obergfell-Fuchs (Stuttgart)

Ambulante Nachsorgebehandlung von Sexualstraftätern – Vergleichende Ergebnisse ambulanter Straftäterbehandlungen in Baden-Württemberg

Dienstag, 04.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS27   Gudula Ritz-Schulte (Münster), Philipp Alsleben (Landau)

Die therapiebegleitende Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik TOP

Freitag, 29.02.2008, 14:00 – 17:30 Uhr

 

WS28   Maike Rönnau (Freiburg)

Kinder Stärken! – Resilienzförderung in der Kindertagesstätte

Sonntag, 02.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS29   Günter Schiepek (Ostfildern), Stephan Heinzel (München), Andreas Mathis (Krefeld),
Thomas Walter (Eggenburg)

Das Synergetic Navigation System – Funktionen, Methoden und Nutzung

Montag, 03.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

WS30   Tobias Teismann, Andrea Ertle (Bochum)

Verhaltensexperimente in der psychotherapeutischen Praxis

Samstag, 01.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

 

WS31   Norbert Wildgruber (Windach)

Praxis des Wahrnehmungstrainings (Mindfulness-Training)

Dienstag, 04.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

 

Tagesübersicht der Workshopangebote

Freitag, 29.02.2008, 14:00 – 17:30 Uhr

Mutig werden mit Til Tiger, ein Trainingsprogramm für sozial unsichere Kinder

Sabine Ahrens-Eipper, Katrin Nelius (Halle)                                                                 WS001

Im Rahmen der Workshops wird das Trainingsprogramm „Mutig werden mit Til Tiger“ vorgestellt. Das Trainingsprogramm ist für Jungen und Mädchen im Alter zwischen fünf und zehn Jahren konzipiert und ist bei sozialer Unsicherheit, sozialer Phobie, Störung mit sozialer Ängstlichkeit und Störung mit Trennungsangst einsetzbar. Ziel dieses verhaltenstherapeutischen Trainings ist es, sozial unsicheren Kindern mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln, soziale Ängste abzubauen und die soziale Kompetenz zu fördern. Die Effektivität dieses Trainingsprogrammes wurde in einer kontrollierten Gruppenstudie nachgewiesen. Ziel des Kurses ist die Vertiefung theoretischer Kenntnisse zur Symptomatik, Entstehung und Aufrechterhaltung von sozialer Unsicherheit und der Aufbau bzw. die Erweiterung praktischer Kompetenzen zur Durchführung des Trainings mit sozial unsicheren Kindern. An didaktischen Methoden werden Rollenspiele, Kleingruppenarbeit, Diskussionen im Plenum und Informationsvermittlung eingesetzt. Zielgruppe: Kinder- und JugendpsychotherapeutenInnen, Kinder- und JugendpsychiaterInnen, PsychologInnen, PädagogInnen, SozialpädagogInnen & HeilpädagogInnen.

Emotionsfokussierte Therapie bei Depressionen

Jeannette Bischkopf (Berlin), Imke Herrman, Lars Auszra (München)                                         WS002

Emotionale Verarbeitungsprozesse sind für den Therapieerfolg über alle Ansätze hinweg zentral. Ein Ansatz, der emotionale Prozesse gezielt fördert, ist die Emotionsfokussierte Therapie. In der Emotionsfokussierten Therapie wird eine klientenzentrierte Beziehungsgestaltung mit prozessdirektiven Interventionen (z.B. der Zwei-Stuhl-Technik) kombiniert. Am Beispiel der Depressionsbehandlung führt der Workshop in die Emotionsfokussierte Therapie ein. Emotionale Prozessdiagnosen (primär, sekundär, adaptiv, maladaptiv) sowie  charakteristische Verarbeitungsprobleme („Marker“) und die ihnen zugeordneten Interventionsstrategien werden vorgestellt. Im intensiven Training in Kleingruppen wird der therapeutische Umgang mit selbstkritischen Prozessen (u.a. „Arbeit mit dem inneren Kritiker“) geübt, der für die Depressionsbehandlung besonders relevant ist.

Kreative Methoden zur Abbildung von Beziehungen

Nina Pflugradt (Naumburg)                                                                                                     WS025

Wie kann man die Art einer Beziehung veranschaulichen, sei es zum Partner, zum Kind, zu den Eltern, zu den Schwiegereltern, zum Chef? Durch Zuhilfenahme von visuellen, auditiven oder taktilen Methoden lässt sich der Weg ins klärende Gespräch leichter finden.
In diesem Workshop sollen viele Gesprächseinstiege mit kreativen Medien vorgestellt und ausprobiert werden, die in Form von Auswahl-, Gestaltungs- oder Messaufgaben die Einzel- und Gruppentherapie mit Erwachsenen und Kindern beleben und vereinfachen können.

Die therapiebegleitende Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik TOP

Gudula Ritz-Schulte (Münster), Philipp Alsleben (Landau)                                                         WS027

In diesem Workshop wird die umfassende Persönlichkeitsdiagnostik vorgestellt, die an der Universität Osnabrück von Prof. J. Kuhl und Mitarbeitern entwickelt worden ist. Sie diente zunächst als Forschungsinstrument, ist aber seit ein paar Jahren für den nutzbringenden Einsatz in der psychosozialen Praxis aufbereitet worden. Die Persönlichkeitsdiagnostik TOP soll die Persönlichkeit eines Patienten/Klienten nicht nur als statische Struktur, sondern auch in ihren dynamischen Möglichkeiten erfassen. Dieses ermöglicht die Identifizierung persönlicher Ressourcen und entsprechender Entwicklungschancen eines Klienten. Darüber hinaus kann die zugrunde liegende Verursachungsebene der Problematik berücksichtigt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Erfassung der unbewussten Motive, die in einem projektiven Teil des Tests erhoben werden, und den expliziten Zielen gegenübergestellt werden können. Darüber hinaus werden persönliche Stile, Selbststeuerungskompetenzen und Motivumsetzungsstile gemessen. Katamnestische Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung von Beratung/Therapie, die nicht nur auf der Symptomebene ansetzt, sondern die Ursachen und problemaufrechterhaltenden Faktoren berücksichtigt, besonders nachhaltig ist. Die optisch sehr anschaulich präsentierten Ergebnisse können mit dem Patienten zu Beginn der Beratung/Therapie besprochen werden, zusätzlich aber auch der Evaluation der Maßnahme dienen. Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, die Diagnostik kennen zu lernen und bei Wunsch einmal auszuprobieren. 

Samstag, 01.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

EMDR und Biofeedback in der Therapie posttraumatischer Belastungsstörungen – Ein neuropsychotherapeutisches Behandlungsprogramm.

Stefan Jacobs, Anna de Jong (Göttingen)                                                                               WS015

Vorgestellt wird ein neu entwickeltes multimodales Programm zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTB). Ausgehend von neueren Befunden aus den Neurowissenschaften, die darauf hinweisen, dass eine Dissoziation zwischen implizitem und explizitem Traumagedächtnis die wesentliche Grundlage der PTB darstellt, wurden verschiedene Module in das Behandlungsprogramm integriert. Dazu gehören neben der gezielten Bereitstellung von Informationen über die Störungszusammenhänge, ein Patientenedukationsfilm, kognitiv-behaviorale Interventionstechniken, sowie Biofeedback gestütztes Eye Movement Desentization and Reprozessing (EMDR).Ziel der Anwendung des Biofeedback im Rahmen der EMDR-Sitzungen ist es zum einen, den KlientInnen implizite Prozesse während der Traumaexposition zurückzumelden und zum anderen das Ausmaß der Übereinstimmung zwischen subjektivem Belastungsgrad und physiologisch messbarer Erregung zu überprüfen.
Das Programm wurde im Rahmen einer Studie evaluiert. Effektstärken für die subjektive und objektive Symptomentlastung (Physiolog. Daten) liegen zwischen 1.0 und 2.6. Die TeilnehmerInnen können anhand eines Lehrfilms und in Rollenspielen das therapeutische Vorgehen einüben. Vorkenntnisse und Erfahrung mit TraumapatientInnen werden vorausgesetzt. Eine Demonstration mit einem Biofeedbackgerät ist vorgesehen.

Tod und Sterben – Trauer und Trost
Psychotherapeutische Arbeit mit trauernden Kindern und Jugendlichen

Elisabeth Jürgens, Ruth Jäger (Braunschweig)                                                                        WS016

Auch in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen begegnen wir dem Thema Tod: Das geliebte Haustier lebt nicht mehr, ein Familienmitglied ist gestorben, oder es gilt, ein Kind auf den nahenden Tod eines kranken Angehörigen vorzubereiten. Da für eine gute Bewältigung des Verlusts die offene Kommunikation über den Tod, welche dem emotionalen und kognitiven Entwicklungsstand des Kindes entsprechen sollte, von zentraler Bedeutung ist, können Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen hier wesentliche Unterstützung für die weitere Entwicklung des Kindes geben. Der sehr an der therapeutischen Praxis orientierte Tagesworkshop widmet sich den Fragen, wie man mit Kindern zu diesem Thema ins Gespräch kommen kann, Kinder und Jugendliche auf nahende Verlustereignisse vorbereiten und sie in ihrer Trauerarbeit unterstützen kann. Praktische Vorgehensweisen in der Therapie (z.B. die Entwicklung einer Trauer-Box) werden ebenso vorgestellt wie entwicklungspsychologische Erkenntnisse und Forschungsergebnisse. Darüber hinaus bekommen Workshop-TeilnehmerInnen eine Sammlung an Bilderbüchern zur Ansicht, die als Einstiegshilfe für das Gespräch mit Vorschul- und Grundschulkindern geeignet sind.
FORTSETZUNG AM NACHMITTAG

Motivational Interviewing bei psychosomatischen Problemen

Almut Lippert (Dinklar)                                                                                                           WS019

Das Motivational Interviewing ist ein kurzzeitorientiertes Verfahren, das ursprünglich für die Behandlung Suchtkranker entwickelt wurde, um Veränderungs- und Therapiemotivation zu fördern. Aber nicht nur in der Suchttherapie spielen Motivationsprobleme eine erhebliche Rolle. Gerade auch bei psychosomatischen Themen ist es oft schwierig, eine tragfähige Veränderungsmotivation aufzubauen. Viele verhaltenstherapeutische Interventionen verlangen zunächst viel „Investitionen“ und Aufwand von Seiten der PatientInnen, ehe sich erwünschte und als angenehm erlebte Veränderungen einstellen (z.B. Gewichtsreduktion, Erlernen von Entspannungstechniken). Nicht selten scheitern genau an diesem Punkt verhaltenstherapeutische Maßnahmen, was sowohl TherapeutInnen als auch PatientInnen frustriert. Statt also weiterhin Motivation vom Patienten, als Voraussetzung für die Therapie zu fordern, scheint es hilfreicher, gezielt Interventionen zur Förderung von Motivation einzusetzen und mit verhaltenstherapeutischen Techniken zu kombinieren. Hierzu bietet sich das Motivational Interviewing als evidenzbasierte Methode an. Die TeilnehmerInnen sollen in diesem Workshop zentrale Grundideen und Interventionen des Motivational Interviewing kennen lernen. Schwerpunkt des Workshops ist der Erwerb von praxisnahen Kompetenzen anhand von Übungen und Kleingruppenarbeit.

Achtsamkeitsbasierte Ansätze in der Psychotherapie

Johannes Michalak (Bochum)                                                                                                WS022

Achtsamkeit, als ständiges Bemühen mit der lebendigen Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks in Kontakt zu sein, ist ein Prinzip, das ursprünglich im Kontext östlicher Meditationswege praktiziert wurde. In den letzten Jahren stößt das Achtsamkeitsprinzip aber auch im Bereich der Psychotherapie – sowohl in Forschung als auch Anwendung – auf zunehmend größeres Interesse. In dem Workshop werden neuere achtsamkeitsbasierte Ansätze im Bereich der Psychotherapie vorgestellt. Im Besonderen wird auf die Achtsamkeitsbasierte Kognitive zur Rückfallprophylaxe bei Depressionen eingegangen. Hintergrund, zentrale Übungen und der Aufbau des Programms werden vorgestellt.

Samstag, 01.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

Tod und Sterben – Trauer und Trost
Psychotherapeutische Arbeit mit trauernden Kindern und Jugendlichen

Elisabeth Jürgens, Ruth Jäger (Braunschweig)                                                                        WS016

– FORTSETZUNG –

„Ich weiß nicht weiter“: Strategien zur Optimierung der motivationalen Ausgangslage und Therapiebeziehung

Christoph Koban (Bochum)                                                                                                    WS017

Ziele des Workshops:
- Blickschärfung sowie Optimierung der Informationsverarbeitung der TherapeutInnen bzgl. der
  motivationalen Ausgangslage von PatientInnen
- Erlernen von Prozessinterventionen zur Motivations- und Beziehungsoptimierung
- Reflektieren der eigenen Haltung gegenüber „schwierigen PatientInnen“
Inhalte:

  • Grundlagen, Rahmenmodell: Phasenmodell von Prochaska & DiClemente, Zusammenhang zwischen typischen Motivationsproblemen und ungünstigen Beziehungskonstellationen in der Therapie
  • Erarbeitung tragfähiger Ziele in der Therapie mit dem Therapiemanual EPOS (Willutzki & Koban, 1996, 2004). Dabei wird das Manual im Modell skizziert.
  • Prototypische Motivationsprobleme in den diversen Phasen der Veränderung nach Prochaska & DiClemente: Erkennen der Probleme sowie Erarbeiten von ausgewählten Strategien (z.B. Erklärungsmodell optimieren, Ambivalenzen von Patienten explizieren und kognitiv bearbeiten, direktes Coaching in der Phase der Umsetzung von Veränderungen etc.). Anhand von Fallbeispielen (auch gern Beispiele der WorkshopteilnehmerInnen) sollen in Modell- sowie Simultanrollenspielen im Plenum einige Vorgehensweisen vorstellt und geübt werden.

 

Der schwierige Patient – ein Interaktionsphänomen

Gert Kowarowsky (Bad Steben)                                                                                              WS018

Der schwierige Patient ist für die meisten von uns ein Patient, der uns unsere Grenzen aufweist, bei dem wir keinen Erfolg haben mit unseren Standardstrategien, bei dem wir Frustration erleben.
PatientInnen, denen gegenüber der Helfer sich in Gedanken wiederfinden kann wie: „Wieso stellt er sich nur so an, ich will ihm doch nur Gutes.“
Entwickelt sich die Beziehung zum Patienten zu einer schwierigen Beziehung, so sind jedoch immer beide Seiten daran beteiligt, der Helfer und der Patient.
In diesem Workshop werden die Grundfaktoren zur Verbesserung der Interaktionskompetenz in schwierigen Situationen mit PatientInnen aufgezeigt und ihre Anwendung eingeübt.
Persönliche Kompetenz-Checklisten werden erarbeitet.
Ziel des Workshops:

  1. Ein besseres Verständnis für die interaktiven Aspekte bei schwierigen Situationen mit Patienten im Behandlungsalltag.
  2. Deutlich größere Kompetenz im praktischen Umgang mit PatientInnen, die wir im Praxisalltag als schwierig erleben.
  3. Erarbeitung persönlicher Kompetenz-Checklisten

 

Fallbegutachtung

Rudi Merod (Bad Tölz), Heinz Liebeck (Göttingen), Markus Hertle (Augsburg)                             WS021

Das PsychThG fordert für die Abschlussprüfung 6 Falldokumentationen, 2 davon dienen als Grundlage der mündlichen Prüfung. Zumindest diese beiden Falldokumentationen werden von externen Gutachtern der DGVT geprüft, um durch diese zusätzliche Qualitätssicherung „von außen“ ein adäquates Niveau der Prüfungsfälle zu gewährleisten. Damit diese GutachterInnen nun aber zu vergleichbaren Ergebnissen kommen, erscheint es notwendig, ein „rater-Training“ durchzuführen, wozu dieser Workshop dienen soll.
Den angemeldeten TeilnehmerInnen werden vorab, sowohl ein Fallbericht aus dem Erwach­sen­en­bereich als auch dem Kinder- und Jugendlichenbereich zugesandt. So können die Fälle vorab schon gelesen und einer Bewertung unterzogen werden.
Ziel des Workshops ist es dann, die vorab erstellten Bewertungen der einzelnen TeilnehmerInnen mit den Bewertungen der Qualitätssicherungskommission (QSK) zu vergleichen und anschließend die Ergebnisse mit Mitgliedern der QSK sowie untereinander zu diskutieren. Hierzu werden Kleingruppen gebildet, um möglichst effektiv arbeiten zu können.
Ansprechen möchten wir mit diesem Angebot GutachterInnen und SupervisorInnen.

Verhaltensexperimente in der psychotherapeutischen Praxis

Tobias Teismann, Andrea Ertle (Bochum)                                                                               WS030

Verhaltensexperimente stellen eine wirksame Methode für die Behandlung einer Vielzahl von psychischen Problemen dar. Im Workshop sollen entsprechende Strategien bei verschiedenen Problembereichen vermittelt werden.
Um eine erfolgreiche Durchführung zu gewährleisten, müssen die Experimente gut vorbereitet und geplant, auf den Einzelfall zugeschnitten sowie sorgfältig durchgeführt werden. Dies soll anhand von Fallvignetten und Übungen exemplarisch ausprobiert werden, nicht zuletzt um den Blickwinkel hin auf die Möglichkeit erfahrungsorientierter Disputationsmethoden in der therapeutischen Praxis zu erweitern.

Sonntag, 02.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

Von Woody Allen bis Fred Zinnemann
 „Psychotherapie im Film – Film in der Psychotherapie“

Lothar Duda (Dortmund), Eugene Epstein, Manfred Wiesner (Wilhelmshaven)                            WS006

Der Einfluss von (Film-) Bildern auf gesellschaftliche und individuelle Beschreibungen und Bewertungen des Daseins wird angesichts der Verbreitung von Fernsehen und Computer zunehmend diskutiert. Mediale, soziale und individuelle Welt seien vielschichtig ineinander verwoben. Sozialisation sei heutzutage Mediensozialisation, so behaupten MedientheoretikerInnen.
Der Workshop will an Hand vielfältigen Materials illustrieren und für die TeilnehmerInnen erfahrbar machen, welche Denk-, Fühl- und Handlungsschablonen die Welt des Films uns offeriert bzw. aufdrängt. Insbesondere soll dies in Bezug auf die Gesprächs- und Therapiesteuerung der TherapeutInnen analysiert werden. Hierdurch wollen wir eine gemeinsame kritische Reflexion der von uns PsychotherapeutInnen für selbstverständlich gehaltenen Sprech- und Denkfiguren ermöglichen und auch den Raum für unkonventionelle Optionen öffnen.

Improvisationstechniken  in der Verhaltenstherapie

Irene Erbe (Berlin)                                                                                                                 WS009

Der Workshop verbindet die grundlegenden Techniken des Improvisationstheaters mit verhaltenstherapeutischen Standardmethoden. Beim Improvisationstheater entstehen in Kooperation zwischen SpielerInnen und Publikum im Augenblick neue Geschichten, Szenen und Situationen. Grundlage für das Gelingen ist weniger die klassische Schauspielkunst, als eigen für die Improvisation entwickelte Regeln und Fähigkeiten. Auf diesem Gebiet wurde ein Kontingent an Übungen entwickelt, welche  die soziale Wahrnehmung und die  Flexibilität des Denkens schulen,  das Handlungsrepertoire erweitern, eingefahrene Denk- und Verhaltensmuster auf spielerische Weise überlisten und Kreativität freisetzen. Diese Techniken lassen sich auf ideale Weise mit Verhaltenstherapeutischen Methoden kombinieren und helfen diese  zu erweitern. Sie können im Kontakt zu einzelnen KlientInnen als auch mit Familien und Gruppen angewandt werden. Improvisationstechniken machen neugierig und ermöglichen unmittelbar neue Erfahrungen, was gerade auch in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Motivation und Compliance erhöht.  Der Workshop bietet einerseits eine Fülle an Selbsterfahrung, weiterhin werden  den TeilnehmerInnen Techniken vermittelt, welche sie unmittelbar in ihr berufliches Repertoire aufnehmen können.

Die Behandlung von Zwangsgedanken in der ambulanten Praxis

Thomas Hillebrand (Münster)                                                                                                  WS013

Die Behandlung von Zwangsgedanken wird in der Literatur oft als weitgehend äquivalent zur Behandlung von Handlungszwängen eingeordnet. Dennoch bleiben bei vielen TherapeutInnen Fragen offen und führen zu einer Verunsicherung im Umgang mit reinen Zwangsgedanken. Diese erscheinen im Unterschied zu sichtbarem Verhalten wie Kontrollieren oder Waschen nämlich wesentlich schlechter zugänglich und beeinflussbar.
Im Rahmen des Workshops werden neben einer kurzen binnendiagnostischen Einordnung der Zwangsgedanken zunächst spezifische Methoden der Zwangsdistanzierung sowie aktuelle Ansätze, wie die Methode der Assoziationsspaltung, beispielhaft dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt anschließend auf der Vorstellung verschiedener Varianten der Konfrontationsbehandlung, die auf Zwangsgedanken zugeschnitten sind.
Die Frage der Möglichkeiten und Grenzen der Durchführung im ambulanten Behandlungssetting soll ebenfalls erörtert werden. Mithilfe von Fallbeispielen und Videodokumentationen sollen einzelne Therapieelemente verdeutlicht bzw. erprobt werden.

Der Sinn des Lebens und die Verhaltenstherapie – zwei Welten begegnen sich

Ulrike Maus (Esens)                                                                                                              WS020

Jede/r  Therapeut/in erlebt ab und an Behandlungsverläufe, in denen eigentlich alles klar ist: Symptomatik/Problemanalyse/Behandlungsplan/Interventionen. Es finden sogar z.T. erfolgreiche Interventionen statt (z.B. Angstkonfrontationen), aber es verändert sich nicht wirklich etwas im Lebensgefühl der PatientInnen.  Spätestens seit Grawe´s Neuropsychotherapie – aber nicht erst seitdem – wissen wir: In einer Therapie kann sich nur etwas verändern, wenn der Mensch wirklich will. Bei „halbherzigem Engagement des Patienten können keine Langzeitbahnungen (neuronale Anm.um) erwartet werden, keine neuen Erregungsmuster ausgebildet werden (Grawe 2004) „Wenn es nicht gelingt, wichtige Ziele des Patienten zu aktivieren und sie zum Motor des Veränderungsprozesses zu machen, sollte man die Behandlung des betreffenden Problems lieber sein lassen.“ (Grawe ebd.)
Nun gibt es aber PatientInnen und Situationen, in denen genau der WILLE zu jeglicher Veränderung gebrochen ist.

  • Wieso sollte ich meine depressive Isolation aufgeben, wenn ich genauso plötzlich sterben kann, wie im letzten Jahr mein bester Freund?
  • Warum soll ich mit viel Energie meine Ängste konfrontieren  und vielleicht wieder arbeiten gehen? Wofür – um mich wieder zu stressen? Wozu? Wenn es keinen Sinn gibt, kann ich mich genauso gut zuhause einsperren, da stört mich wenigstens keiner?
  • Wozu soll ich mich überwinden und Menschen kennenlernen, wieder soziale Kontakte aufbauen? Wenn es wirklich ernst wird (wie vor drei Jahren nach meinen zwei Herzinfarkten) ist eh keiner wirklich da, es versteht ja keiner, was man durchmacht. Dann kann ich auch gleich alleine bleiben.
  • Es interessiert sich ja in meinem Leben/Alltag keiner wirklich dafür, ob es mir schlecht geht. Wenn mich nur jemand fragen oder begleiten würde, dann würde ich es probieren, etwas zu verändern....aber nur für mich ????

Dies sind zutiefst menschliche existentielle Krisen und Fragen: zum Sterben müssen, zum Sinn des Lebens, zum Alleine im Leben stehen, zur individuellen Verantwortung im Leben. Diese Fragen stellen sich jeder und jedem ab und an und immer wieder. Aber manchmal wird ihre Beantwortung oder Bewältigung klinisch relevant und behindert z.B. einen konstruktiven Therapieprozess.
Die Existenzanalyse stellt diese  existentiellen menschlichen Fragen in den Mittelpunkt ihrer Theorie und Praxis. Dieser Ansatz versteht sich nicht als eine eigene Therapieschule, sondern als eine Ergänzung der Qualifikation jedes Therapeuten/jeder Therapeutin. (bekannteste Vertreter: Irvin.D.Yalom - bekannt v. a. durch seine Romane wie ´Die rote Couch´, ´Als Nietzsche weinte´- und Viktor Frankl – Logotherapie).
Im Workshop soll ein Einblick in die Grundherangehensweisen der Existenzanalyse zu den Themen Tod, Sinn, Alleinesein und Verantwortung/Freiheit geleistet werden und ihre praktische Relevanz für die eigene Selbstverständnis und die Arbeit mit Klienten  erarbeitet werden.
Verhaltenstherapie und Existenzanalyse ist gemeinsam, die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft als entscheidende Arbeitsfelder zu begreifen ansonsten sind Existenzanalyse und VT zwei völlig unterschiedliche Welten, die sich aber gut ergänzen können.

Sonntag, 02.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

Konfliktmanagement und Verhaltensmodifikation
- Ein methodenintegratives, interdisziplinäres Konzept -

Andreas Dutschmann (Kleve), Daniela Liffers (Kempen), Barbara Spießbach (Mülheim/Ruhr)   WS007

Vorgestellt wird ein methodenintegratives, vielfach bewährtes Konzept zum Konfliktmanagement und zur Verhaltensmodifikation in Schulen, Kliniken, Einrichtungen der Jugendhilfe, Heimen, im Familienkontext, etc. Ziel ist die Förderung der Kompetenz und Kooperationsfähigkeit von Fachleuten, Laien und Institutionen unterschiedlicher Provenienz. Das Konzept ist auch als supplementär-flankierende Maßnahme bei therapeutischen Interventionen geeignet. Es basiert im Wesentlichen auf drei Säulen:
1.         auf spezifischem Know-How,
2.         einer ruhigen, besonnen, „achtsamen“ Haltung,
3.         systemischen und organisatorischen Bedingungen.
Auf Basis von vier Analysemodellen wird demonstriert, wie gezielt individuelle und situationsgerechte Copingstrategien erarbeitet und in die Praxis umgesetzt werden können. Dargestellt werden auch die bisher vorliegenden Evaluationsstudien.

Die Arbeit mit dem „Inneren Kind“

Stephanie Müller, Ulrich Sachsse (Göttingen)                                                                          WS023

Die Arbeit mit dem so genannten „Inneren Kind“ ist ein zentrales Element in der Behandlung von Menschen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen nach frühen Kindheitstraumata. Ziel dieser psychotherapeutischen Interventionen ist es, die (Selbst-)Steuerungsmöglichkeiten der Betroffenen zu stärken, so dass sie in ihrem Alltag nicht mehr fortwährend spontan und unkontrolliert in regressive innere Zustände geraten. In Kleingruppen sowie in der Großgruppe werden sowohl der Zugang zu ressourcenvollen inneren Zuständen / States sowie die Versorgung verletzter innerer Anteile praxisbezogen vorgestellt und eingeübt. Es kommen Methoden verschiedener Therapieschulen zur Anwendung. Verknüpfungspunkte zum Skillstraining der DBT nach M. Linehan werden aufgezeigt.

Verhaltenstherapeutische Trauerarbeit in der ambulant verhaltenstherapeutischen Praxis

Matthias Müller-Elze (Dinklar)                                                                                                 WS024

Innerhalb dieses Workshops soll nicht die meist stationär ablaufende Sterbe- oder Trauerbegleitung chronisch kranker Menschen behandelt werden. Inhalt dieses Workshops soll der Patient sein, der meist nach dem Verlust eines ihm nahestehenden Menschen bei einem ambulant niedergelassenen Psychotherapeuten um Behandlung bzw. Hilfe ersucht. Auf der Basis gängiger theoretischer Modelle des Konstruktes Trauer und Trauerarbeit sollen verschiedene verhaltenstherapeutische Interventionsmöglichkeiten erörtert werden, die es den TherapeutInnen und damit auch den PatientInnen ermöglichen sollen, Trauer intensiv, individuell und adäquat zu verarbeiten. Dabei sollen anhand mehrer Beispiele aus der Praxis verschiedene Vorgehensweisen vorgestellt werden, bei welchen besonderen Wert auf die Betrachtung traditioneller Trauerrituale (der in Deutschland lebenden Bevölkerungsgruppen) gelegt werden soll, bzw. auf deren gegenwärtige Gültigkeit und Anwendbarkeit in der heutigen, schnelllebigen Zeit. Neben allgemeinen zu beachtenden Prinzipien und „Gesetzmäßigkeiten“ in der ambulant therapeutischen Arbeit mit Trauernden soll auf die verschieden Phasen eines exemplarisch dargestellten Trauerprozesses und deren teilweise kreativ bis für uns ungewöhnliche, aber verhaltenstherapeutisch nutzbare Interventionsmöglichkeiten eingegangen werden. Die WorkshopteilnehmerInnen können dabei einzelne, der heutigen Zeit angepasste Rituale selbst ausprobieren, bzw. sind gern aufgefordert, eigene Techniken innerhalb eines kollegialen Brainstormings anderen Teilnehmern nahe zu bringen.

Kinder Stärken! – Resilienzförderung in der Kindertagesstätte

Maike Rönnau (Freiburg)                                                                                                        WS028

In den letzten Jahren wird bei der Förderung kindlicher Entwicklung der Blick zunehmend auf die Stärken und die seelischen Widerstandskräfte (Resilienz) gelegt. Es hat sich gezeigt, dass die gezielte Stärkung von Problemlösefähigkeit, Selbstwert und Sozialer Kompetenz positiv der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten und Defiziten entgegenwirkt. In dem Workshop werden die Erfahrungen mit einem Praxisforschungsprojekt in Kindertagesstätten vorgestellt, welsches das Ziel hat, Kindern präventiv unterschiedliche Wege aufzuzeigen, wie sie mit belastenden Situationen erfolgreich umsehen und diese meisten können. Dabei wird konkret auf ein Trainingsprogramm für Kinder im Vorschulalter eingegangen, das für dieses Projekt entwickelt und erprobt wurde. Die TeilnehmerInnen lernen verschiedene Bausteine kennen, mit denen die Resilienz von Kindern gefördert werden kann und wie eine begleitende Elternarbeit ausgestaltet werden kann.

Montag, 03.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

Gerontopsychotherapeutische Vorgehensweisen

Erika Blitz (Hannover)                                                                                                            WS003

Gerontopsychiatrische Versorgung stellt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einen wesentlichen Eckpfeiler in der psychiatrischen Versorgung dar. Dies hängt v. a. mit der Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung zusammen, wonach im Jahr 2050 bereits ein Drittel aller BundesbürgerInnen 60 Jahre oder älter sein werden. Bereits heute besteht im gerontopsychotherapeutischen Bereich eine Diskrepanz zwischen Behandlungsbedarf und -angebot. Im Rahmen des Workshops wird auf Besonderheiten psychotherapeutischer Behandlung älterer Menschen eingegangen. So unterscheidet sich z.B. die Beziehungsgestaltung aufgrund der Altersdiskrepanz zwischen Therapeuten und Patienten im Vergleich zur Behandlung jüngerer Menschen, das methodische Vorgehen muss an die Besonderheiten der PatientenInnengruppe angepasst werden. In Diskussion, Rollenspielen und Übungen sollen diese Besonderheiten für die WorkshopteilnehmerInnen erfahrbar und Behandlungsstrategien erprobt werden.

Störungsspezifische Psychotherapie bei Tinnitus

Roberto D’Amelio (Homburg/Saar)                                                                                          WS005

PatientInnen mit dekompensiertem Tinnitus leiden unter gravierenden psychischen und sozialen Begleit- und Folgeerscheinungen. Diese Probleme lassen sich durch eine störungsspezifische kognitive-behaviorale Psychotherapie adäquat behandeln. Im Workshop werden die aktuellen diagnostischen und therapeutischen Optionen bei akutem, subakutem und chronischem Tinnitus praxisnah vorgestellt, unter besonderer Berücksichtigung der an dem Universitätsklinikum des Saarlandes entwickelten und manualisierten „Psychologischen Tinnitus-Therapie“ (PTT). Die KursteilnehmerInnen sollen darüber hinaus einen Überblick über relevante hypnotherapeutische, imaginative und entspannungszentrierte Verfahren in der Behandlung des akuten und chronischen Tinnitus gewinnen. Des Weiteren soll über die therapeutische Beziehungsgestaltung und die Gestaltung der Arbeit in einem multiprofessionellem Team (Psychotherapeut, HNO-Facharzt, Audiologe) berichtet und Abrechnungsmöglichkeiten in verschiedenen Settings (stationär und ambulant) berichtet werden.

Sat Nam – yogische Techniken als Ressource in der Psychotherapie

Margit Epstein (Oldenburg)                                                                                                     WS008

Psychotherapie, so scheint es, lässt sich mit den unterschiedlichsten Methoden und Ansätzen erzeugen. Ob wir Träume analysieren oder Verhalten, Geschichten erzählen oder nur zuhören, Rituale entwerfen oder Hausaufgaben verschreiben, mit Einzelnen sprechen oder in einer Gruppe zusammen sitzen, eine Veränderung im Erleben und in der Selbstbeschreibung der KlientInnen kann in all diesen Fällen dokumentiert werden. In diesem Workshop werden nun als weitere therapeutische Ressource Techniken aus dem Kundalini Yoga vorgestellt, die besonders bei körperlichen Symptomen nützliche Interventionen sind. In der psychotherapeutischen (Einzel-)Arbeit ist der Körper als Teil des Problemsystems in vielen Fällen vorrangig ein Ort des Unglücklichseins. Unruhe, Schmerzen, Ablehnung, Panik, Schlaflosigkeit, Essstörungen, Gedankenfülle und Erschöpfung sind einige der Begriffe, mit denen KlientInnen das oft hilflose Unglück in und mit ihrem Körper beschreiben. In Ergänzung zu den psychotherapeutischen Versuchen, solche Beschreibungen im lebensgeschichtlichen Geflecht der Beziehung zu anderen und zu sich selbst zu reflektieren, bieten yogische Techniken unmittelbare Handlungen für neue körperliche Erfahrungen. Ähnlich wie Fragetechniken und verhaltenstherapeutisch entwickelte Übungen ungewohnte Perspektiven schaffen, bewirken die Techniken des Kundalini Yoga eine neue Praxis mit dem Körper und sich selbst.  Der Workshop stellt anhand von Videofallbeispielen die Anwendung und kreative Nutzung yogischer Techniken in Einzel- und Gruppentherapie vor.

Das Synergetic Navigation System – Funktionen, Methoden und Nutzung

Günter Schiepek (Ostfildern), Stephan Heinzel (München), Andreas Mathis (Krefeld),
Thomas Walter (Eggenburg)                                                                                                   WS029

Der Workshop bietet einen direkten Einblick in die Nutzung des Internet-basierten Systems. Es werden die Funktionalitäten des Systems demonstriert, welche neben der Dateneingabe über PC (Tastatur oder Touch Screen) oder PDA eine umfassende Patientenadministration (orientiert an PsyBaDo) und ein Blogging (Internetkommunikation mit Patienten oder zur Intervision) umfassen. „Herzstück“ ist die umfassende Zeitreihendarstellung und –analyse, welche von der empirisch gut gestützten Annahme ausgeht, dass Veränderungsprozesse jedweder Art als nichtlineare und nichtstationäre Prozesse ablaufen, welche von komplexen, selbstorganisierenden Systemen hervorgebracht werden. Die Auswertungsmethoden sind folglich darauf „spezialisiert“. Sie umfassen: Visualisierung der Rohdatenverläufe der Items, Berechnung und Darstellung der Faktorenverläufe, dynamische Komplexität, Komplexitäts-Resonanz-Diagramme, Recurrence Plots, dynamische Synchronisationsmuster (zeitvariate Korrelationsmatrizen zwischen den Items), in Zukunft noch eine spezielle Interaktionsmatrix zur Erfassung, Darstellung und Analyse von Beziehungsmustern. Neben den Prozessanalysen gibt es noch die Möglichkeit, mit Outcome-Fragebögen Therapieeffekte zu messen. Damit wird jede Therapie zu einer eigenen Prozess-Outcome-Studie. Der zentrale Wert liegt aber nicht in der Dokumentation zu wissenschaftlichen Zwecken, sondern in einem praxistauglichen Real-Time Monitoring als Grundlage für die Gestaltung bzw. Steuerung von Psychotherapien und anderen Veränderungsprozessen.

Verhaltenstherapie und Körperpsychotherapie (Psychotonik Glaser) - eine kompatible Vernetzung

Claudia Huber (Windach)                                                                                                       WS014

Menschliches Verhalten ist auf verschiedenen deskriptiven Ebenen abbildbar, welche Kongruenzen aufweisen (z.B. Kognition und Emotion), wobei eine dieser Teilebenen auch das motorische Verhalten ist. Dessen vielfältige Formen in einem wissenschaftlichen Kriterien genügenden System zu erfassen, ist ein altes Anliegen der Verhaltenslehre. Unter den vielen verschiedenen Körpertherapieformen sieht sich die Psychotonik Glaser diesem Anspruch verpflichtet durch ihre breite neurophysiologische Fundierung. In der stationären verhaltenstherapeutischen Psychosomatik ist sie eine wichtige kompatible Ergänzung im Rahmen des verhaltensanalysegestützten Vorgehens. Diese Art von Vernetzung zweier psychotherapeutischer Methoden hat an der Psychosomatischen Klinik Windach eine jahrzehntelange Tradition mit erfolgreicher Behandlung auch sehr schwerer Störungsbilder (wie z.B. Zwangsstörungen und div. Persönlichkeitsstörungen). Im Workshop werden hauptsächlich mittels Partnerübungen anhand von Materialien wie Seilen, Bällen und Ballons Beziehungsmuster erfahrbar gemacht. Themen wie Kontaktaufnahme, Abgrenzung, Durchsetzung und Wahrnehmen der Bedürfnisse anderer werden ganzheitlich erlebbar. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf Möglichkeiten zur Schulung der Spürsamkeit im Austausch mit anderen. Die Relevanz der so gemachten Erfahrungen kann auch für von den Teilnehmern einzubringende Fallbeispiele diskutiert werden.

Montag, 03.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

JUBILÄUMSVERANSTALTUNG

Die DGVT wird 40 Jahre
Preisverleihung des DGVT-Förderpreises

ab 16:30 Uhr
Mitgliederversammlung der DGVT

Dienstag, 04.03.2008, 10:15 – 13:30 Uhr

Mehrdimensionale Hilfekonzepte (nicht nur!) für Kinder und Jugendliche mit komplexen Störungen des Sozialverhaltens und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen

Monique Breithaupt-Peters, Martin Adam (Offenburg)                                                               WS004

Diejenigen, die mit Kindern und Jugendlichen mit komplexen Störungen des Sozialverhaltens und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen zu tun haben, wissen, wie schwierig und aufreibend es sein kann, für diese jungen Menschen ein angemessenes Hilfeangebot zu erarbeiten. Diese Störungsbilder haben oft gravierende Auswirkungen auf unterschiedlichste Lebensumfelder der Betroffenen und ihrer Familien. Dementsprechend genügt es nicht, nur eindimensional (also z.B. nur mit dem Kind und/oder den Eltern bzw. nur im Rahmen einer therapeutischen Richtung) zu arbeiten – Hilfekonzepte müssen mehrdimensional angelegt werden, d.h. in mehreren Lebensbereichen, professionsübergreifend und in Zusammenarbeit mit den Familien und anderen wichtigen Bezugspersonen ansetzen. Eben noch erfolgreiche Hilfestrategien funktionieren häufig nur für eine bestimmte Zeit. Die eingesetzten Hilfebausteine müssen daher individuell und flexibel auf die Situation der Betroffenen angepasst werden können. Hinzu kommt, dass diese Hilfekonzepte vielfach Gratwanderungen zwischen nicht optimalen Handlungsstrategien darstellen, was für professionelle HelferInnen wie auch für Angehörige nicht immer leicht auszuhalten ist. Deswegen müssen Möglichkeiten der Lastenverteilung und Entlastung unter Einbeziehung des professionellen und persönlichen Netzwerkes erarbeitet werden. Die Mehrdimensionalen Hilfekonzepte, die wir im Workshop vorstellen bzw. mit den TeilnehmerInnen erarbeiten wollen, sind im Rahmen des Jugendhilfealltags entstanden und erprobt worden, lassen sich aber auch auf andere professionelle Kontexte und auch für die Arbeit mit Erwachsenen übertragen.

Gutachter-Trouble

Gunter Herzog (Bremen)                                                                                                        WS012

Viele Therapeutinnen und Therapeuten seufzen unter der Last der Gutachterberichte und manchmal auch unter den erteilten Gutachten.
Der Workshop soll Klagen aufgreifen, Finten und Fallen markieren, ggf. das Gestrüpp der Regeln lichten und den Zugang zum effektiven und kreativen Abfassen der Berichte ebnen helfen.

Ambulante Nachsorgebehandlung von Sexualstraftätern
Vergleichende Ergebnisse ambulanter Straftäterbehandlungen in Baden-Württemberg

Jürgen Pitzing, Joachim Obergfell-Fuchs (Stuttgart)                                                                 WS026

Mit dem Gesetz zur Reform der Führungsaufsicht am 22.03.2007 durch den Deutschen Bundestag hat die Behandlung und die Nachsorge verurteilter Sexualstraftäter zur Verhinderung weiterer Straftaten weitere Bedeutung erfahren. Der Gesetzgeber empfiehlt den Bundesländern hierfür den Aufbau von Forensischen Ambulanzen für Straftäter. Auf Grund der schwierigen Haushaltslage der Bundesländer stellt sich jedoch die Frage, wer dieses Angebot finanziert, wer diese Arbeit leisten kann und wie diese methodisch aussehen muss, um erfolgreich zu sein. In Baden-Württemberg wurde bereits 1992 der Fonds „Psychotherapie und Bewährung“ gegründet mit dem Ziel, (Sexual-)Straftätern eine psychotherapeutische Behandlung auch finanziell zu ermöglichen. Ferner wurde 1998 die Psychotherapeutische Ambulanz für Sexualstraftäter durch die Bewährungshilfe Stuttgart e.V. eingerichtet, um eine fachspezifische Behandlung dieser besonderen Klientel zu ermöglichen. Bislang lagen noch keine umfassenden Studien zur Wirkungsweise und zu den Effekten der unterschiedlichen Maßnahmen vor. Der Kriminologische Dienst des Justizministeriums Baden-Württemberg unternahm im Jahr 2007 eine Katamneseuntersuchung der durch den Fonds „Psychotherapie und Bewährung“ finanzierten sowie durch die Stuttgarter Ambulanz geleisteten Behandlungen von Sexualstraftätern. Am Beispiel dieser Untersuchungsergebnisse und dieses Behandlungsmodells in diesem Bundesland wird aufgezeigt, wie die ambulante Behandlung von Straftätern methodisch und strukturell aussehen könnte, um die Allgemeinheit erfolgreicher vor weiteren Straftaten zu schützen. Den TeilnehmerInnen soll ein fachlicher Einblick und Austausch der bisher gemachten Erfahrungen und Ergebnisse in der Behandlung von Straftätern ermöglicht werden. Daher sind für den Workshop zwar Vorerfahrungen in dieser Arbeit wünschenswert, aber nicht grundsätzlich erforderlich.

Praxis des Wahrnehmungstrainings (Mindfulness-Training)

Norbert Wildgruber (Windach)                                                                                                 WS031

Wahrnehmungstrainings in der Behandlung psychischer Störungen erfahren in den letzten Jahren einen starken Aufschwung. Beispielhaft dafür steht das MBSR-Konzept von Jon Kabat-Zin und das Skill-Training von Marsha Linehan bei der Behandlung von Borderline-Störungen. Die Fähigkeit zum konkreten Wahrnehmen von Gefühlen spielt aber allgemein bei der Behandlung von sehr vielen psychosomatischen Störungen eine sehr wichtige Rolle (Zwangsstörungen, Schmerzsyndrome, Depressionen, um nur einige zu nennen). Der Workshop stellt eine Reihe von Übungen vor zum nichtbewertenden Wahrnehmen und Beschreiben des äußeren Umfelds und der inneren Gefühlswelt sowie die sog. „Body-Scan“- (= Vipassana) Meditation. Die praktische Relevanz dieser Übungen und ihre Einbettung in Gesamttherapiekonzepte werden im Hinblick auf die Erfordernisse der praktischen Tätigkeit der Teilnehmer diskutiert.

Dienstag, 04.03.2008, 14:30 – 18:00 Uhr

Die Therapie von Borderline-Persönlichkeitsstörungen mit der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) in ambulanten Netzwerken

Hans Gunia (Darmstadt), Christian Stiglmayr (Berlin)                                                                WS011

Die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) gilt als sehr gut evaluierte Therapie für Borderline-Persönlichkeitsstörungen. In Darmstadt und Berlin formierten sich regionale Netze aus niedergelassenen psychologischen und ärztlichen PsychotherapeutInnen, um DBT ambulant anzubieten. Die wesentlichen Ziele sind die Vermeidung von Suizidversuchen, selbstschädigender Handlungen und Behandlungsabbrüchen, der Aufbau von Fertigkeiten zur Stress- und Gefühlsregulierung, die Verbesserung der sozialen Kompetenz sowie die Entwicklung eines achtsamen Lebensstils (dem Aufbau von Achtsamkeit). Wesentlich ist die Kombination von Einzeltherapie mit einem Fertigkeitentraining in der Gruppe bei getrennten BehandlerInnen. In diesem Workshop sollen die Grundzüge der DBT dargestellt werden und darüber hinaus erarbeitet werden, wie man ein ambulantes Netzwerk aufbauen und in ihm arbeiten kann.

Gruppenpsychotherapie von PatientInnen mit der  Komorbidität Psychose und Abhängigkeit

Euphrosyne Gouzoulis, Thomas Schnell (Köln)                                                                        WS010

Die Häufigkeit von Missbrauch und/oder Abhängigkeit von typischen Jugenddrogen (Cannabis, Ectasy, Pilze, Speed) sowie Alkohol und Beruhigungsmitteln nimmt insbesondere bei jungen PatientInnen mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis deutlich zu. Die Komorbidität beeinflusst negativ die Compliance und den Verlauf der Psychose, so dass diese Patientengruppe als schwer behandelbar gilt. Im Workshop werden die relevanten Modelle für die Erklärung der hohen Komorbidität vorgestellt und die Konsequenzen der Komorbidität für Verlauf und Behandlung der Psychose diskutiert. Hierbei wird auf das integrierte Behandlungsmodell und auf spezielle Aspekte der Pharmakotherapie und Psychotherapie (motivationsfördernde, kognitivverhaltenstherapeutische und Familieninterventionen) eingegangen. Schwerpunkt liegt in der Präsentation eines speziellen kognitiv-behavioralen Gruppentherapiemanuals, welches in diesem Jahr veröffentlicht wird (KomPASs-Training). Dem Aspekt der Vernetzung wird auf mehrere Ebenen Rechnung getragen:

  • Das integrierte Behandlungsmodell vernetzt verschiedene Behandlungsansätze und muss von verschiedenen Berufsgruppen im Rahmen der Behandlung mit getragen werden (Teamkonformität).
  • Das Manual „KomPASs“ beabsichtigt die parallele (vernetzte) Behandlung beider Störungen, es handelt sich also nicht um ein reines Sucht-Therapie Konzept für Psychose-Patienten.
  • Methodisch vernetzt das Manual Elemente klassischer Skillstrainings mit der in Deutschland bislang vernachlässigten kognitiven Therapie schizophren erkrankter Menschen (zielgruppengerecht modifiziert) sowie mit Methoden zur Emotionsaktivierung (zielgruppengerecht niederschwellig).

Folgende Fertigkeiten werden vermittelt: Die TeilnehmerInnen sollen hinsichtlich eines erfolgsmotivierten und wertschätzenden Umgangs mit dieser schwierigen Patientengruppe sensibilisiert werden. Inhalte sind die generelle therapeutische Haltung sowie konkrete Beispiele günstigen und ungünstigen Therapeutenverhaltens. Methoden einer für schizophrene Patienten adaptierten Bearbeitung kritischer Kognitionen sowie die sensible Aktivierung von Emotionen werden in Rollenspiel vermittelt (leichtes Fokussieren bestimmter emotionaler Inhalte unter besonderer Berücksichtigung eventuell auftretender kritischer Verarbeitungsweiden der Patienten). Konkrete „gute“ Fragestile werden vorgestellt und der Umgang mit beispielhaften „kritischen“ Situationen /was tun, wenn kein Patient Rollenspiele mag, wenn einzelne Patienten in Außenseiterrollen geraten, wenn im Rahmen einer Sitzung massives „Craving“ bei TeilnehmerInnen auftritt, wenn einzelne TeilnehmerInnen überfordert sind, während andere sich langweilen etc.) wird diskutiert.