Workshop-Programm

Workshop-Programm

 

WS01
Weichen in die Zukunft stellen: Biografie und bewusste Lebensgestaltung

Gerlinde Ahrens-Stich (Ravensburg)

Natürliche Übergänge, Wendepunkte, aber auch Krisen und Krankheiten lenken unsere Wahrnehmung vermehrt auf die eigenen Träume und Wertvorstellungen - das Ungelebte in unserem Leben.
Hypnotherapeutische Übungen, familientherapeutische Biografiearbeit, Lebensmotivanalyse erweitern und optimieren das verhaltenstherapeutische Vorgehen. 

WS02
Maß-voll trinken?! - Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Selbstkontrollprogramm bei schädlichem Alkoholkonsum

Walter Altmannsberger (Berlin)

Im Workshop wird anhand ausgewählter Programmelemente erläutert, wie das kognitiv-verhaltenstherapeutische Selbstkontrollprogramm zum selbstverantwortlichen und maßvollen Umgang mit Alkohol gestaltet ist und wie die einzelnen Programmpunkte vermittelt werden können.

Wesentliche Aspekte dabei sind: Schaffung eines Problembewusstseins bezüglich riskanten bis schädlichem Alkoholkonsums und Erhöhung der Änderungsmotivation zu Veränderung des Konsummusters durch motivationale Gesprächsführung, Erarbeiten der individuellen Funktionalitäten des Trinkens und Klärung von Standards zum maßvollen Trinken sowie die Förderung von Kompetenzen zur Selbstbeobachtung und zur Durchführung von Verhaltensexperimenten. Weiterhin soll thematisiert werden, wie alternativen Problemlösungskompetenzen und ein gesundheitsbetonter Lebenstil etabliert werden können. 

WS03
Erlebnisaktivierende Methoden in der Psychotherapie 

Monika Basqué (Berlin)

Abstract liegt noch nicht vor. 

WS04
Multimodale Therapie bei Frauen mit sexuellen Missbrauchserfahrungen

Heike Bauder, Sabine Diel (Bad Dürkheim)

Vorgestellt wird ein stationäres Gruppenkonzept für die Therapie von Frauen mit sexuellen Traumatisierungserfahrungen, das auch in der Einzeltherapie und im ambulanten Bereich durchführbar ist. Das Behandlungskonzept enthält eine Kombination aus kognitiv-verhaltenstherapeutischen und körpertherapeutischen Elementen. Themen sind der Erwerb von Strategien im Umgang mit Flashbacks und dissoziativen Zuständen, Traumaexposition, der Umgang mit Schuld- und Schamgefühlen, Aufbau von Selbstwertgefühl, Vertrauen, Abgrenzung, Körperakzeptanz und Sexualität. Körperübungen werden z.B. einbezogen zur Wahrnehmung eigener und fremder Grenzen oder zum Aufbau positiver Erfahrungen von Vertrauen. Die verschiedenen Therapiebausteine werden anhand konkreter Übungen vorgestellt.

WS05
Entwicklungspsychologische Beratung für Familien mit Babys und Kleinkindern

Luise Behringer (München)                                      

Entwicklungspsychologische Befunde messen der Beziehung zwischen Eltern und Kind eine entscheidende Bedeutung für die weitere sozial-emotionale Entwicklung des Kindes bei. Dies spricht für beziehungsorientierte frühe Interventionen, insbesondere in Familien mit spezifischen Risikokonstellationen.

Die Entwicklungspsychologische Beratung ist als Baustein für verschiedene Arbeitsfelder der Jugendhilfe und der Frühförderung konzeptualisiert. Sie geht von der Perspektive des Kindes aus. Dazu werden kurze Videosequenzen genutzt, in denen das Kind eine Interaktion initiieren konnte und Mutter bzw. Vater darauf angemessen und feinfühlig reagierten. Gerade die Bilder von gelungenen Interaktionen ermöglichen den Eltern den Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Kindes und ihrem eigenen neu zu verstehen.

Im Workshop wollen wir vor dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Konzepte das Verhalten von Säuglingen und Kleinkindern beobachten (Sehen), interpretieren (Verstehen) und einen Einblick in die Entwicklungspsychologische Beratung (Handeln) geben.

WS06
Unklare körperliche Beschwerden und Hypochondrie

Gaby Bleichhardt (Mainz)

Wesentliches Merkmal somatoformer Störungen ist das Leiden unter körperlichen Symptomen, für die man keine ausreichenden organmedizinischen Ursachen findet. Sitzen die Patienten erstmalig einem psychotherapeutischen Behandler gegenüber, blicken sie i. d. R. auf einen jahrelangen Leidensweg, eine immense Anzahl von Arztkonsultationen sowie zahlreiche diagnostische Untersuchungen zurück. Deshalb wird ausführlich auf mögliche Umgangsweisen mit Patienten im Erstkontakt eingegangen. Nach Darstellung eines kognitiv-behavioralen Erklärungsmodells wird dann eine Bandbreite therapeutischer Ziele & Strategien abgeleitet. Einzelne Therapiebausteine werden mittels Fallbeispielen und/oder praktischen Übungen verdeutlicht, ggfs. in Rollenspielen erprobt und geschult.

WS07
Differentialdiagnostisches Vorgehen bei Demenzerkrankungen

 ika Blitz (Sehnde-Köthenwald)                          
Dieser Workshop entfällt leider!

Im Rahmen des Workshops werden zunächst die Formen von Demenzerkrankungen kurz vorgestellt und voneinander abgegrenzt. Auf die Behandlung von Demenzerkrankungen mit pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Methoden soll in diesem Zusammenhang eingegangen werden. Verschiedene neuropsychologische Screening- und Testverfahren (u.a. SIDAM, NAI) werden anschließend dargestellt und eingeübt. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung wird das Erlernen und Einüben des diagnostischen Vorgehens im Rahmen des Demenzassessments sein. Hierbei steht die Differentialdiagnostik zwischen leichten kognitiven Einschränkungen, Pseudodemenzen bei depressiven Störungen sowie zwischen den verschiedenen Demenzformen im Vordergrund.

WS08
Psychotherapie als Komplexleistung. Dargestellt am Beispiel der stationären Jugendhilfe

Johannes Broil (Bergheim)

In stationären Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe wurden integrative Methoden der Psychotherapie entwickelt, die sich auf den Gruppenalltag erstrecken und sich nicht als Einzeltherapie im Therapiezimmer realisieren. Therapeutisches Handeln findet zum Teil durch die Anleitung der pädagogischen Mitarbeiter/innen statt, ist damit Handeln eines Teams. In dem Workshop wird besonders für Therapeuten aus stationären Einrichtungen vorgestellt, wie therapeutisches Handeln in eine pädagogische Struktur eingebracht wird. Methoden zur Teamberatung und Konzepterstellung werden dargestellt und im Workshop erprobt. Es wird erarbeitet, wie störungsbezogene Kriterien für therapeutisch wirksame Gruppenstrukturen entwickelt werden können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Umsetzung der vorgestellten Methodik in die eigene berufliche Praxis zu erörtern und zu erproben. Es wird erarbeitet, welche institutionellen und beruflichen Bedingungen die vorgestellte Methodik erfordert. 

WS09
Störungsspezifische kognitiv-behaviorale Psychotherapie bei akutem und chronischem Tinnitus

Roberto D'Amelio (Homburg/Saar), Christina Archonti (Mannheim)

Patienten mit dekompensiertem Tinnitus leiden unter gravierenden psychischen und sozialen Begleit- und Folgeerscheinungen. Diese Probleme lassen sich durch eine störungsspezifische kognitive-behaviorale Psychotherapie adäquat behandeln. Im Workshop werden die aktuellen diagnostischen und therapeutischen Optionen bei akutem und chronischem Tinnitus praxisnah vorgestellt, unter besonderer Berücksichtigung der an der Universitätsklinik Homburg entwickelten und manualisierten tinnitusspezifischen Psychotherapie (PTT). Die Kursteilnehmer sollen darüber hinaus einen Überblick über relevante hypnotherapeutische, imaginative und entspannungszentrierte Verfahren in der Behandlung des akuten und chronischen Tinnitus gewinnen. Des weiteren soll über die therapeutische Beziehungsgestaltung und die Gestaltung der Arbeit in einem multiprofessionellem Team (Psychotherapeut, HNO-Facharzt, Audiologe) berichtet werden.

WS10
HOPE - Handlungsorientierte Psychoedukation bei Bipolaren Störungen

Olivier Elmer (Wiesloch), Roswitha Jelley (Hockenheim)

HOPE ist ein für die speziellen Bedürfnisse bipolarer Patientinnen und Patienten entwickeltes, psychoedukativ orientiertes Gruppentherapieprogramm. Ziel der Therapie ist es, die Kompetenzen von Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung zu stärken. Dabei wird Wert darauf gelegt, mit Hilfe geleiteter Gruppendiskussionen und therapeutischer Hausaufgaben nicht nur Störungswissen zu vermitteln, sondern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ermutigen, sich dieses Wissen in einer solchen Form aktiv anzueignen, dass das oft vorhandene Gefühl der Ohnmacht dem der Hoffnung weicht, der Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert zu sein.
Der Workshop richtet sich an alle therapeutisch Tätigen im ambulanten und stationären Setting, die an der psychoedukativen Arbeit mit an einer Bipolaren Störung Erkrankten interessiert sind. Dabei wird in das manualisierte Therapieprogramm eingeführt, wobei Raum bleibt, auf Fragestellungen einzugehen, die sich aus der therapeutischen Arbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops ergeben oder auch klientelangepasste Modifikationen zu erörtern. 

WS11
Leichter werden, wenn das mal so leicht wäre

Martina Ernst (Berlin), Martin Lemme (Osnabrück/Bramsche)    
Dieser Workshop entfällt leider!

Interdisziplinäre Gruppenschulung adipöser Kinder und Jugendlicher und ihrer Eltern
Schwerpunkt: Psychosoziale Themen in der  Kinder- und Elternschulung

In diesem Workshop wird die interdisziplinäre Adipositas-Schulung der Konsensusgruppe Adipositas kurz vorgestellt. Zwei Bereiche aus dem Gesamtkonzept sollen differenzierter anhand praktischer Übungen dargestellt werden: die psychosozialen Themen in der Kinderschulung  und die Elternschulung. Durch einen intensiven Ressourcenaufbau in Übungen und Rollenspielen in der Schulung wird die Selbstwahrnehmung, die Selbstakzeptanz und die soziale Kompetenz der Kindern verbessert. An einer Beispielsitzung, die die TeilnehmerInnen selbst durchführen, soll das Modell dargestellt werden. Ohne die Präsenz und Unterstützung der Eltern ist die notwendige Lebensstiländerung der Kinder und Jugendlichen nicht möglich. Im Schulungskonzept werden die Eltern gecoacht mit den besonderen Herausforderungen kompetenter umzugehen. An Übungen dazu soll die Problematik sowie mögliche Lösungsansätze verdeutlicht werden.

WS12
Abweichendes Sexualverhalten - Diagnostik und Therapie der Paraphilien

Ute Franz (Dortmund)

Was ist normal? Was ist gestört? - Fragen, die auf dem Gebiet der Sexualstörungen schwer zu beantworten sind. Wie kann Menschen geholfen werden, die aufgrund ihrer paraphilen Muster Gefahr laufen, Sexualstraftaten zu begehen? Der Workshop vermittelt den Teilnehmern einen Überblick über die Diagnostik von sexuell abweichendem Verhalten und die Beurteilung von Risikofaktoren von Sexualdelinquenz. An konkreten Fallbeispielen werden realistische Therapieziele erarbeitet und deren Umsetzung im jeweiligen Therapiekontext diskutiert. 

WS13
Psycho-Satire-Workshop

Eckhard Giese (Erfurt), Gunter Herzog (Bremen)

"Es gibt sie wieder, die guten Sachen"! Der Literatur-Humor-Workshop auf dem DGVT-Kongress geht in die dritte Runde: Vorgetragen werden mehr, aber auch weniger literarische Texte zur psychosozialen Arbeit. Der Humor soll dabei nicht zu kurz kommen, ist aber kein Muß. Ebensowenig wie die WorkshopteilnehmerInnen selbst Texte und Sketche; Videoperformances und Live-Acts präsentieren müssen, sie sind aber herzlich dazu eingeladen.

WS14
Prävention und Therapie der Adipositas: Die  wunderbare Welt der schlanken Frauen

Renate Göckel (Karlsruhe)

Diäten, Bewegungsprogramme - schön und gut. Wenn  allerdings emotionale Probleme hinter den Heißhungeranfällen und dem Fett stehen, dann reichen technische Lösungen nicht mehr aus. Viele dicke Patientinnen haben ihr Selbst- und ihr Weltbild in ein dickes und ein dünnes aufgespalten: "Wenn ich meine Traumfigur hätte....wäre ich selbstbewusst, aktiv, extrovertiert und von allen gemocht..." Magische Eigenschaften werden der schlanken Figur zugeschrieben.
Andererseits wird  beim "dicken Selbstbild" die Selbstwirksamkeit (self-efficacy) stark unterschätzt. Dicksein heißt oft: Sich verstecken und auf dünne Zeiten warten. Dieser Workshop möchte Therapeut(innen) zeigen, mit Hilfe welcher Übungen sie mit ihren Patientinnen deren dünnes und dickes Selbstbild herausarbeiten können. Eine "Livestyleveränderung" geht mit großen Ängsten einher, wenn das  dünne Selbstbild mit zu großem Perfektionismus einher geht (z. B. "Wenn ich dünn wäre, dann dürfte ich nie mehr faul sein"). 

WS15
Aufmerksamkeits-Interaktions-Therapie (AIT) mit autistischen und mehrfach behinderten Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen

Hellmut Hartmann (Lünow)

Die Aufmerksamkeits-Interaktions-Therapie (AIT) wurde für autistische Kinder und Erwachsene entwickelt. Sie gründet sich auf Beobachtungen, dass nichtverbale Kommunikationsstrategien Zugang und therapeutische Interaktionen für schwerstgestörte Klienten ermöglichen. Die AIT wird gleichzeitig sowohl zur Initiierung von Entwicklungsschritten (breites Zielspektrum), als auch zum Erreichen konkreter Einzelziele eingesetzt. Das im Mittelpunkt stehende "Therapieinstrument" ist das Initiieren von wechselseitiger Interaktion, wobei die "dialogische Qualität" des Interaktions-Prozesses Vorrang hat vor den Inhalten, die "kommuniziert" werden. Wenn dieser Prozess des "Kommunizierens" in Gang ist, werden mit Hilfe vorher geplanter Strategien spezielle Inhalte (Ziele) in die laufende Interaktion integriert.

Als Mittel zum Starten und Aufrechterhalten des Interaktionsprozesses werden Veränderungen und Variationen von grundlegenden Dimensionen der Interaktion genutzt. Wichtige Strategien und Schritte der AIT sind das "Warten" (Variation der zeitlichen Struktur) und das "Spiegeln" (Variation der Ähnlichkeit von Verhaltensweisen von Therapeut und Klient).

Ein Vergleich von 7 Einzelfallanalysen, die nach dem gleichen Design aufgebaut waren (3 VT an LOVAAS orientiert, 4 AIT für drei Monate, dann alle 7 kombinierte Therapien für weitere drei Monate), wies auf eine mögliche Überlegenheit des kommunikativ-prozessorientierten Vorgehens gegenüber dem hierarchisch strukturierten Üben hin.

Im Workshop werden theoretische und empirische Grundlagen erläutert (u.a. die "Intuitive Früherziehung"). Mit Folien und Filmen wird die Therapie vorgestellt. Übungen und Fallarbeit sollen erste praktische Erfahrungen ermöglichen.


WS16
Achtsamkeit ("Mindfulness") als Therapieprinzip in der Verhaltenstherapie

Thomas Heidenreich (Frankfurt), Johannes Michalak (Bochum)    
Dieser Workshop ist bereits belegt!

Im Workshop wird zunächst ein Überblick zur Achtsamkeit gegeben: Achtsamkeit ("Mindfulness") bezeichnet eine besondere Form der Aufmerksamkeitslenkung: Den aktuellen Erlebnisinhalten wird bewusst, im augenblicklichen Moment und nicht-wertend Aufmerksamkeit geschenkt. Achtsamkeitsbasierte Elemente wurden im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte verstärkt in verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze integriert. Es werden Parallelen und Unterschiede zwischen verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätzen und Prinzipien der Achtsamkeit aufgezeigt. Im Anschluss daran werden verhaltenstherapeutische bzw. verhaltensmedizinische Ansätze kurz beschrieben, die achtsamkeitsbasierte Elemente beinhalten. Neben J. Kabat-Zinns Ansatz ("Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion") werden die "achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie" zur Rückfallprophylaxe bei Depression von Z. Segal, M. Williams und J. Teasdale, die "Dialektische Therapie der Borderlinestörungen" von M. Linehan sowie erste Ansätze zum Einsatz achtsamkeitsbasierter Elemente in der Therapie der Substanzabhängigkeit von A. Marlatt vorgestellt. Der aktuelle Stand der empirischen Überprüfung dieser Ansätze (u. a. Übersichtsarbeiten von Baer, Bishop und Grossman) wird diskutiert. Im Workshop werden einzelne Elemente der zuvor dargestellten achtsamkeitsbasierten Ansätze praktisch eingeübt: hierzu gehören u. a. der "Body Scan", eine körperbezogene Achtsamkeitsübung sowie Sitz- und Atemübungen. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf der praktischen Umsetzbarkeit und die Integration in verhaltenstherapeutische Behandlungen.


WS17
Gruppentherapie mit Kindern in einer ambulanten psychoonkologischen Nachsorgeeinrichtung

Claudia Heinemann, Thomas vor der Horst (Hamburg)            
Dieser Workshop entfällt leider!

Im Rahmen der ambulanten psychoonkologischen Nachsorge bieten wir eine Gruppentherapie für Kinder im homogenen Entwicklungsalter an. Bezüglich der Krebserkrankung können sowohl selbsterkrankte Kinder als auch Kinder von erkrankten oder verstorbenen Eltern bzw. Geschwistern aufgenommen werden. Indikationen für die Therapiegruppe sind Verhaltensauffälligkeiten im sozialen Bereich, hinter denen häufig emotionale Störungen oder Selbstwertproblematiken stehen. Wir arbeiten methodenübergreifend (VT, Gestalt, Psychomotorik) und prozessorientiert. Nach einer kurzen Einführung in das Thema "Gruppentherapie mit Kindern" möchten wir unseren Therapieansatz praktisch vermitteln und zur Diskussion stellen. Eigene Erfahrungen der TeilnehmerInnen sollen eingebracht werden und zum Austausch anregen.


WS18
EMDR mit Kindern und Jugendlichen

Thomas Hensel (Offenburg)

EMDR ist auch in der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen ein evidenzbasiertes Verfahren für Traumafolgestörungen. Aufgrund seiner großen Effektivität und Behandlungsökonomie spielt es eine wichtige Rolle im Aufbau einer Versorgungsstruktur für psychisch traumatisierte Kinder und Jugendliche. Der Workshop führt kurz in die Psychotraumatologie des Kindes- und Jugendalters ein und entwickelt daraus ein Verständnis für die Wirkweise des Verfahrens. Das Manual wird besprochen und das konkrete Vorgehen anhand von Therapievideos über verschiedene Lebensalter hinweg demonstriert. Einzelne Techniken der Traumakonfrontation (Entwickeln von Narrativen) werden intensiver erläutert und geübt.


WS19
Der Gutachter " das unbekannte Wesen

Gunter Herzog (Bremen)

Das Gutachterverfahren bei Verhaltenstherapieanträgen läuft meist problemlos, aber manchmal gibt es Schwierigkeiten, und manche Gutachter sind schwierig. Gutachter - was sind das für Leute? Wie ticken sie, was stört sie, was erfreut ihr Herz? Was hilft uns im Umgang mit ihnen?
Der Workshop soll im Erfahrungsaustausch Informationen vermitteln und Hilfen an die Hand geben, um Berichte besser, rascher und effektiver zu erstellen und mit Konflikten leichter fertig zu werden.


WS20
"Abheben" durch Aktiv-Wach-Hypnose

Bernd Huckenbeck-Gödecker (Ostercappeln)

Aktiv-Wach-Hypnose wurde in den siebziger Jahren von Eva I. Banyai in Zusammenarbeit mit Ernest R. Hilgard entwickelt. Die Tranceinduktion erfolgt aus körperlicher Aktivität heraus; mit Hilfe der Suggestion von Wärme, Leichtigkeit und Frische gerät der Klient während einer Fahrt auf dem Ergometer in eine zunehmend euphorische Verfassung. Das in Ungarn seit 1983 erfolgreich bei Ängsten, Depressionen und Suchterkrankungen eingesetzte Verfahren wird mit Beispielen aus Gesundheitsförderung und Psychotherapie per Video und live demonstriert. Es soll deutlich werden, dass gerade Aktiv-Wach-Hypnose besonders gute Möglichkeiten zu Integration verhaltens- und hypnotherapeutischer Behandlung bietet.


WS21
EMDR und Biofeedback in der Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung

Stefan Jacobs (Göttingen), Timon Bruns (Düsseldorf)

Vorgestellt wird ein neu entwickeltes multimodales Programm zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTB). Ausgehend von neueren Befunden aus den Neurowissenschaften, die darauf hinweisen, dass eine Dissoziation zwischen implizitem und explizitem Traumagedächtnis die wesentliche Grundlage der PTB darstellt, wurden verschiedene Module in das Behandlungsprogramm integriert. Dazu gehört neben den behavioralen Interventionstechniken Biofeedback gestütztes Eye Movement Desentization and Reprozessing (EMDR). Ziel der Anwendung des Biofeedbacks im Rahmen der EMDR-Sitzungen ist es zum einen, den KlientInnen implizite Prozesse während der Traumaexposition zurückzumelden und zum anderen das Ausmaß der Übereinstimmung zwischen subjektivem Belastungsgrad und physiologisch messbarer Erregung zu überprüfen. Das Programm wird z. Zt. im Rahmen einer Studie evaluiert. Die Teilnehmer können anhand eines Lehrfilms und in Rollenspielen das therapeutische Vorgehen einüben. Vorkenntnisse und Erfahrung mit Traumapatienten werden vorausgesetzt. Eine Demonstration mit einem oder mehreren Biofeedbackgeräten ist vorgesehen.

WS22
Erprobung des Instruments Gender Matrix für geschlechtergerechte Projektgestaltung und Entscheidungsfindung im Sinne des Konzepts Gender Mainstreaming

Ingeborg Jahn (Bremen)    
Dieser Workshop entfällt leider!

Die Gender-Matrix wurde im Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) im Rahmen von Public Health-Projekten entwickelt. Sie liefert einen allgemeinen Rahmen für systematische Gender-Analysen, z.B. bei der Entwicklung von gesundheitspolitischen Zielsetzungen und Programmen, in der Gesundheitsforschung, in der Prävention und Gesundheitsförderung. Die Gender-Matrix basiert auf der Unterscheidung von fünf Prüfbereichen, die im Prinzip für jedes Handlungsfeld, für jedes Projekt und für jeden einzelnen Prozessschritt bedeutsam sind:

* das Geschlechterthema bzw. die Gleichstellungs-Zielsetzung,
* die zu berücksichtigenden biologischen und sozialen Unterschiede zwischen Frauen und Männern,
* die theoretischen und konzeptionellen Grundlagen,
* die verwendeten Methoden sowie
* die Teilhabe von Frauen und Männern (bzw. von weiblichen und männlichen Problemsichten).

Die Matrix wird vorgestellt und an praktischen Beispielen illustriert. Die Teilnehmenden können eigene Beispiele zur Erprobung und Diskussion der Gender Matrix mitbringen.
 

WS23
Verhaltenstherapie und systemische Therapie - Möglichkeiten zur Einbeziehung der Herkunftsfamilie in die kognitiv-behaviorale Therapie von anorektischen und bulimischen Jugendlichen

Elisabeth Jürgens (Braunschweig), Ruth Jäger (Dresden)

In der Therapie mit anorektischen und bulimischen Jugendlichen sind VerhaltenstherapeutInnen in besonderem Maße aufgefordert, nicht nur mit den Jugendlichen allein, sondern auch mit den Angehörigen zusammen zu arbeiten: Oft zwingen schon Fragen der Gewichtskontrolle im Blick auf eine eventuelle Klinikeinweisung dazu. Manchmal hat eine Familie auch eine eigene "Therapie" für die Jugendliche entwickelt, die dem einzeltherapeutischen Arbeiten diametral entgegen steht und mit der sich Therapeut/Therapeutin auseinandersetzen muss. Der Workshop widmet sich der Frage, wie eine konstruktive Beziehung zur Herkunftsfamilie der Jugendlichen aufgebaut und an welcher Stelle sie genutzt werden kann, ohne dass deshalb der einzeltherapeutische Ansatz aufgegeben werden muss. Dabei wird besonders auf die Eingangsphase der Therapie eingegangen: Fragen der Vertragsgestaltung, Gewichtskontrolle, Zusammenarbeit mit Arzt/Ärztin sind ebenso Thema wie die therapeutische Arbeit rund um die komplexe Symptomatik der Essstörung in der Familie. Den Abschluss dieses sehr an der therapeutischen Praxis orientierten Tagesworkshops bildet ein Kurzvortrag zum Forschungsstand, in dem auf die Themen "evidenzbasierte Medizin" und "Krankheitsverläufe bei Essstörungen" aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus eingegangen wird.

WS24
"Wie kann ich mit einem demenzkranken Familienmitglied umgehen?" - Gruppenarbeit mit Angehörigen von Demenzkranken

Tanja Kalytta, Christine Küssner, Gabriele Wilz (Berlin)


Der Workshop gibt Anregungen und Anleitung für die therapeutische Gruppenarbeit mit Angehörigen von Demenzkranken. Das Konzept für die Gruppenarbeit beruht auf psychotherapeutischen Prinzipien und Methoden, die aus der kognitiv-behavioralen Verhaltenstherapie und aus familiensystemischen Ansätzen stammen. Der Schwerpunkt wird auf Problemlösetraining, kognitive Umstrukturierung und Reflexion familiärer Beziehungen gelegt. Ergänzt werden diese Bausteine durch ein psychoedukatives Vorgehen und durch imaginative Entspannung. Die Bausteine können je nach Ressourcen- und Problemlage der Angehörigen flexibel und miteinander kombiniert eingesetzt werden.
Der Workshop bietet die Möglichkeit, die Bausteine des Gruppenkonzepts kennen zu lernen und  auszuprobieren. Neben theoretischen Ausführungen wird die Anwendung der Bausteine durch Fallbeispiele aus der Praxis der Angehörigengruppen verdeutlicht und erprobt. Neben inhaltlichen Fragen werden im Workshop Aspekte des Settings, der Organisation sowie der Qualitätssicherung und Evaluation thematisiert.

WS25
Entspannungstechniken: Standardprogramm oder bunte Vielfalt der Differenzierung

Nicola Kleine (Frankfurt)

Die klassischen Formen von Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung sind in vielen Situationen nicht anwendbar. Im Workshop geht es um Anpassungs- und Variationsmöglichkeiten zum Beispiel in Abhängigkeit vom Alter der TeilnehmerInnen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren) oder bei anderen speziellen Teilnehmergruppen (z. B. Präventionsprogramme, Herzpatienten, Patienten mit Dissoziationen?). Verschiedene Kombinationen und Teilübungen der Entspannungstechniken bieten darüber hinaus erheblich erweiterte Einsatzmöglichkeiten.


WS26
"Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht" - Therapieplanung bei Mehrfachdiagnosen

Nicola Kleine (Frankfurt)

In der Supervision ergeben sich bei Patienten mit mehreren Problembereichen oder Mehrfachdiagnosen häufig Fragen zur Prioritätensetzung und dem Aufbau einer sinnvollen Reihenfolge in der Therapieplanung. Im Workshop wird deshalb die Ableitung sinnvoller Hierarchien von Zielen und Teilzielen im Mittelpunkt stehen. Besondere Berücksichtigung finden dabei funktionale Zusammenhänge, Gefährdungspotentiale sowie motivationale und technische Aspekte. Dieses Vorgehen wird anhand von Fallbeispielen demonstriert und diskutiert.


WS27
Wirkungsvolle Interventionen im Umgang mit aggressiven Kindern und verunsicherten Eltern: Das Konzept der elterlichen Präsenz und gewaltfreien Autorität nach Haim Omer (2002, 2004)

Gaby Kohl (Potsdam)

Eine zunehmende Hilflosigkeit und Ohnmacht vieler Eltern ist heute in der Erziehung ihrer Kinder festzustellen. Eltern wissen oft nicht mehr, was der "richtige Weg" der Erziehung ist. Diese Erziehungsunsicherheit führt in manchen Familien zu einem Verlust der elterlichen Autorität und zu laufenden Machtauseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern um Regeln und Verbindlichkeiten.
Das Konzept der gewaltfreien Autorität zeigt Wege auf, wie Eltern ihr elterliches Selbstbewusstsein wiedererlangen und das destruktive Verhalten ihrer Kinder beenden können. Haim Omer hat hierfür höchst wirkungsvolle Methoden entwickelt: Die De-Eskalationsstrategie "Kaltes Eisen" - das "Sit-In" - die Telefonrunde - der Dienstleistungsstreik. In dem Workshop werden die Grundideen und Methoden dieses Konzeptes erläutert und an Fallbeispielen verdeutlicht. Die Darstellung und Diskussion der spezifischen Elternarbeit, das "Coaching" der Eltern, bilden einen weiteren Themenschwerpunkt des Workshops.

WS28
Der Schwierige Patient - ein Interaktionsphänomen - Kommunikation und Interakton im Praxisalltag

Gert Kowarowsky (Bad Steben)

Es ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben für einen Therapeuten, mit einem schwierigen Patienten erfolgreich zu arbeiten. Der Therapeut kommt meistens an die Grenzen seiner Fähigkeiten, seiner Techniken, seines Wissens, und häufig auch seiner persönlichen Geduld, seines Mitgefühls und seiner Integrität.
 In diesem Workshop wird aufgezeigt, was alles berücksichtigt werden muss, wenn man mit einem  Patienten arbeitet, der als schwierig erlebt  wird. Er bietet eine breitgefächerte und klare Übersicht über die Komplexität des Konstruktes "schwieriger Patient".
 Die verschiedenen auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen und ihre Wechselwirkungen im therapeutischen Prozess werden aufgezeigt. Die Bedingungsanalyse umfasst sowohl die  kognitiven-, emotionalen-, motivationalen- und Verhaltensebenen innerhalb der Interaktion zwischen Patient und  Helfer, als auch die problemverschärfenden situativen und kontextspezifischen Moderatorvariablen. Dysfunktionale Kommunikationsmuster werden aufgezeigt und die Wichtigkeit der Selbstfürsorge des Helfers an vielen Beispielen aus der Praxis der Verhaltenstherapie verdeutlicht.

Neben den theoretischen Ausführungen erhalten die Teilnehmer des Workshops praktische und nützliche Hilfsmittel  für eine lösungsorientierte Interaktion.

Lit.: Kowarowsky Gert: Der schwierige Patient - Kommunikation und
Patienteninteraktion im Praxisalltag, Kohlhammer Verlag 2005 

WS29
Traumazentrierte Psychotherapie mit der Screentechnik: Eine schonungsvolle Möglichkeit der Exposition in sensu

Gerd J. Kuznik (Ronnenberg)

Traumazentrierte psychotherapeutische Interventionen stellen oft hohe Anforderungen an PatientIn wie TherapeutIn. Neben der Notwendigkeit, die Verarbeitungsfähigkeit der PatientIn (aber auch der TherapeutIn) innerhalb der therapeutischen Sitzungen nicht zu überschreiten, erscheint es nach bisherigem Forschungsstand andererseits unumgänglich, ausreichend mit der traumatischen Situation zu konfrontieren.
Besonders bei dissoziativen PatientInnen kann die Exposition zu Retraumatisierungen durch zu hohe psychische Belastungen führen. Mit der Screen- oder Bildschirm - Technik steht hier ein Imaginatives Verfahren zur Verfügung, das einerseits eine hohe Möglichkeit der Kontrolle der Belastung, andererseits aber auch kognitive Umstrukturierung während der Traumaexposition durch einen Wechsel der Betrachtungsebenen ermöglicht. 

WS30
Besondere Aufmerksamkeit verdient besondere Aufmerksamkeit

Martin Lemme (Bramsche)

Workshop zum anderen Umgang mit der Diagnose "AD(H)S". Was wäre, wenn die Störung keine Krankheit mehr wäre?... Aus einer ressourcen- und systemorientierten Sichtweise wird einleitend das Gesamtmodell der Gruppe Familie aufmerksam zum Thema "AD(H)S" vorgestellt. Dabei wird dargestellt, dass "besondere Aufmerksamkeiten" mit "besonderer Aufmerksamkeit" und manchmal auch Widerstand der Erwachsenen gegen den destruktiven Verhaltensanteil zu einer Fähigkeit entwickelt werden können. Die diesen Kindern zugrunde liegende Energie kann konstruktiv genutzt werden. Die Teilnehmer lernen das Modell anhand von Übungen zur Selbstinstruktion und zur Energieentfaltung der Kinder sowie anhand von praktischer Coaching-Anleitung für die Eltern kennen. Dabei werden Elemente der sog. "Energiefeldtherapie" (Kaufmann) und des "Coaching Elterlicher Präsenz" (Omer, v. Schlippe) genutzt. 

WS31
Psychotherapie in der Akutbehandlung Suchtkranker? - Das Therapieprogramm für die Integrierte Qualifizierte Akutbehandlung bei Alkohol- und Medikamentenproblemen (TIQAAM)

Almut Lippert (Sehnde)

Die Suchttherapie, insbesondere im Bereich der Akutversorgung, war lange Zeit bei Psychotherapeuten ein eher ungeliebtes Stiefkind. Zudem war die Akutversorgung auch von rein medizinischen Maßnahmen bestimmt. Erfreulicherweise ist in den letzten Jahren ein deutlicher Paradigmenwechsel zu verzeichnen. Gerade mit dem Konzept der Qualifizierten Entzugsbehandlung sowie dem Aufbau von Suchttageskliniken und psychiatrischen Suchtambulanzen haben sich so auch neue Tätigkeitsfelder für Psychologen bzw. Psychotherapeuten ergeben.

Trotz dieser Trendwende mangelt es aber bislang an Praxismanualen. Diese Lücke soll mit dem TIQAAM geschlossen werden. Basis sind verhaltenstherapeutische Ansätze sowie das Motivational Interviewing von Miller und Rollnick. Aufgrund des hohen Grades an Adaptionsmöglichkeiten ist es in verschiedenen Settings der Akutbehandlung Suchtkranker einsetzbar. Im Workshop sollen praxisnah das allgemeine Vorgehen sowie ausgewählte Interventionen vermittelt und trainiert werden, so dass die TeilnehmerInnen die Kompetenz für die eigenständige Durchführung in ihrem Arbeitsfeld erwerben können. 

WS32
Aktuelle Konzepte zur Prävention und Behandlung depressiver Störungen

Johannes Michalak (Bochum), Frank Meyer (Münster)

Trotz kurzfristig guter Erfolgsraten zeigen sich langfristig für die Behandlung von "Major depressiven Episoden" hohe Rückfallraten. Auch in der Behandlung von chronischen Depressionen und Dysthymien werden in Übersichtsarbeiten Responseraten von unter 50% berichtet. Dieser wenig befriedigende Zustand hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren das klassische Interventionsrepertoire der KVT für Depressionen im Rahmen der sogenannten "dritten Welle" der KVT um Verfahren ergänzt wurde, die genau diesen Mangel ausgleichen können. CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System for Psychotherapies) zur Behandlung von chronischen Depressionen und MBCT ("Mindfulness based Cognitive Therapy) zur Rückfallprophylaxe bei rezidivierenden Depressionen sind hier zu nennen. Im Rahmen dieses Workshops sollen diese Verfahren vorgestellt und ihre Einsatzmöglichkeiten diskutiert werden.


WS33
Spezifische Methoden in der ambulanten Psychotherapie mit Sexualstraftätern

Heinz-Jürgen Pitzing (Stuttgart)

In der Vergangenheit hat die therapeutische Behandlung von Sexualstraftätern vorwiegend hinter verschlossenen Türen im Straf- und Maßregelvollzug stattgefunden. Seit 1998 ist es deutschen Gerichten möglich, straffällige Sexualstraftäter auch gegen ihren Willen einer ambulanten Psychotherapie zuzuweisen. Diese Notwendigkeit zur ambulanten Behandlung von straffällig gewordenen Menschen/Männern hat Psychotherapeuten in ihren Praxen völlig überrascht und traf sie fachlich unvorbereitet.
In diesem Workshop werden anhand der langjährigen Erfahrungen der Psychotherapeutischen Ambulanz für Sexualstraftäter der Bewährungshilfe Stuttgart e.V. aufgezeigt, welche spezifischen Methoden in der ambulanten Psychotherapie mit Sexualstraftätern erforderlich sind, um das Verhalten von Tätern erfolgreich verändern zu können, damit Deliktrückfälligkeit und weitere Schäden an Opfer vermieden werden. Hier wird aufgezeigt, wie methodisch das Spannungsfeld "Helfen und Kontrollieren" gelöst wird und wie psychische Störungen von Sexualstraftätern ambulant erfolgreich behandelt werden können. Den TeilnehmerInnen soll ein fachlicher Einblick und Austausch der bisher gemachten Erfahrungen ermöglicht werden. Daher sind Vorerfahrungen in dieser Arbeit zwar wünschenswert, aber nicht grundsätzlich erforderlich, da ein umfangreicher Einblick in diese spezielle Form von Psychotherapie ermöglicht wird.


WS34
Mediation in Organisationen

Harald Pühl (Berlin)                                                  
Dieser Workshop entfällt leider!

Mediation zur Vermittlung bei Arbeitskonflikten, z.B. zwischen KollegInnen, im Team oder innerhalb der Leitung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Workshop wird das Verfahren vorgestellt, werden Einsatzmöglichkeiten gezeigt und Praxisbeispiele genannt. Anschließend werden anhand der Praxisfragen der TeilnehmerInnen Möglichkeiten der Umsetzung ausgelotet und diskutiert.


WS35
Eltern beraten - Kinder fördern. Entwicklungsfördernde Erziehungsfertigkeiten und ihre Vermittlung

Silke Rieckenberg, Dorothee Obermann (Münster)   
Dieser Workshop entfällt leider!

Auf der Grundlage der verhaltensorientierten Elternbildung mit dem evidenzbasierten Präventionsprogramm Triple P werden entwicklungsfördernde elterliche Erziehungsfertigkeiten vorgestellt. Diese werden in Rollenspielen an Eltern vermittelt. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Minimierung von Widerstand im Rahmen eines psychoedukativen Angebotes gelegt. Hilfreiche Gesprächsführungskompetenzen in Anlehnung an den Selbstmanagementansatz werden erläutert und geübt.


WS36
Die therapiebegleitende Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik TOP

Gudula Ritz-Schulte (Münster), Martina Hofschröer (Westerkappeln)

In diesem Workshop wird eine neue, umfassende Persönlichkeitsdiagnostik vorgestellt, die von Prof. J. Kuhl und MitarbeiterInnen entwickelt worden ist. Diese berücksichtigt die Identifizierung persönlicher Ressourcen und entsprechender Entwicklungschancen eines Klienten, aber auch die zugrunde liegende Verursachungsebene der Problematik. Katamnestische Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung von Beratung/Therapie, die nicht nur auf der Symptomebene ansetzt, sondern die Ursachen und problemaufrechterhaltenden Faktoren berücksichtigt, besonders nachhaltig ist. Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, die Diagnostik kennen zu lernen und bei Wunsch einmal auszuprobieren.


WS37
Malen und Gestalten in der Verhaltenstherapie

Jenny Schmehl (Bonn)

Im Workshop sollen einige kreative Medien vorgestellt und ausprobiert werden, die z. B. zur Veranschaulichung der Problem- und Zielanalyse oder zur Ressourcenaktivierung und "verstärkung gut eingesetzt werden können. Bevorzugt werden Methoden, für die nicht viel Material oder Raum erforderlich sind. Außerdem wird vermittelt: Ein kurzer Überblick über Kunsttherapie, Unterscheidung zwischen Kunsttherapie und Arbeit mit kunsttherapeutischen Elementen, Indikationsbereich und Wirkfaktoren. Ein Fallbeispiel aus der Praxis wird den Workshop abrunden. 

WS38
PC gestützte Testdiagnostik, Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung

Winfried Schmidt (Bad Salzuflen), Karl Heinz Schlawis (Göttingen)    
Dieser Workshop ist abgesagt!
Für die interessierten KollegInnen an PC gestützter Testdiagnostik stehen Herr Schmidt und Herr Schlawis zur Workshopzeit am Hogrefe Stand zur Beratung zur Verfügung. Es werden 2 Laptops mit der Testauswertesoftware zum Ausprobieren vorhanden sein. Kosten für interessierte Kongressteilnehmer entstehen keine.

PC gestützte Testdiagnostik ist inzwischen weiter entwickelt und bietet viele Möglichkeiten die Testungen effizienter und sicherer durchzuführen. In diesem Workshop haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit am PC erste Erfahrungen zu sammeln. Insbesondere sind die TeilnehmerInnen eingeladen, ausgefüllte Testbögen zur Auswertung mitzubringen. Neben dem Hogrefe Testsystem werden auch die Möglichkeiten der anderen PC gestützten Einzeltestauswertungen vorgestellt.


WS39
Systemimmanente Gesprächsführung

Fabian Schneider (Münster)                 
Dieser Workshop entfällt leider!

Die "Systemimmanente Gesprächsführung" ist eine Technik im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie, die dazu dient, die subjektiven Erklärungen eines Patienten in Bezug auf Entstehung und Beeinflussbarkeit seiner Symptomatik mit den wissenschaftlichen Erklärungsmodellen des Therapeuten kompatibel zu machen. Insbesondere im Rahmen der kognitiven Vorbereitung auf eine Konfrontationstherapie haben die Modelle, die ein/e TherapeutIn als Erklärungsmuster benutzt, weitreichende Auswirkungen auf die Akzeptanz bzw. Widerstände eines Patienten gegenüber den vorgeschlagenen Interventionen. Sie sind somit ein Kernstück einer jeden Therapie. Beim systemimmanenten Vorgehen versetzt sich der/die TherapeutIn in das kognitive und emotionale System eines Patienten und reichert die wissenschaftlichen Erklärungsmodelle so an, dass zentrale Annahmen des Patienten (z. B. religiöse Überzeugungen) damit vereinbar werden.

WS40
Psychopharmakotherapie und/oder eigene Polypharmazie des Gehirns?

Oliver Somburg (Leipzig)

Psychotherapie und Psychopharmakotherapie favorisieren bei der Behandlung psychischer Erkrankungen unterschiedliche methodische Ansätze. Beide haben jedoch in der 'eigenen Polypharmazie des Gehirns' ihre Schnittstelle. Die neurobiologische Forschung der letzten Jahrzehnte hat fundamentale Einblicke in die 'hirneigene Polypharmazie' entwickelt und daraus ebenso psychopharmakologische Behandlungsansätze gewonnen. Die Grundlagen der Psychopharmakotherapie werden in diesem Workshop vermittelt und der synergistische Bezug zur Psychotherapie hergestellt. Ziel ist es: ausgehend von den natürlichen anatomisch-physiologischen Gegebenheiten, Grundlagen über die Wirkungsweise und die Anwendungsmöglichkeiten von Psychopharmaka zu vermitteln und die Chancen für den jeweiligen therapeutisch favorisierten Kontext abwägen zu lernen.
Methodisch-didaktisch sollen im Rahmen des Workshops Fallbeispiele zu psychischen Erkrankungen mit unterschiedlichen pharmakologischen und psychotherapeutischen Behandlungsansätzen präsentiert, von den TeilnehmerInnen bearbeitet und anschließend diskutiert werden. Anhand von themenbezogenen Selbsteinschätzungen kann jede/r TeilnehmerIn während des Workshops überpüfen, inwiefern das erworbene Wissen das Verständnis für therapeutische Ansatzmöglichkeiten erweitert hat.

WS41
"Gruppenverhaltenstherapie sollte immer auch Spaß machen!"

Sabine Sperber (Heidenheim)

... schreibt Peter Fiedler. Auf dem Therapieplan vieler stationärer und teilstationärer Einrichtungen stehen störungsunspezifische, halboffene Gruppen, doch es gibt kaum Manuale dazu. Das Fehlen konkreter Anleitung verunsichert häufig TherapeutInnen und hemmt ihre Kreativität theoretisch fundierte Therapiekonzepte zu entwickeln. So machen Gesprächsgruppen keinen Spaß. Der Workshop bietet Gelegenheit zum praktischen Üben und gibt Anregungen zur Reflexion des therapeutischen Vorgehens. Wir greifen Ideen und Erfahrungen der WorkshopteilnehmerInnen gern auf.

WS42
"Meine Persönlichen Warnsignale" -Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches psychoedukatives Therapieprogramm zur Rückfallprophylaxe bei psychotischen Erkrankungen - Einführung und Update

Thomas Spille (Berlin), Annette Labouvie, Bernd Behrendt (Homburg/Saar)

Psychotische Störungen sind mit einem nicht unerheblichen Rückfallrisiko behaftet. Rückfälle kündigen sich aber in der Regel durch individuelle Warnsignale an, die oft mehrere Wochen oder Monate vor der akuten Krankheitssymptomatik auftreten und ein personentypisches Muster bilden. Diese Warnsignalmuster bestehen nicht nur aus den völlig unspezifischen Veränderungen im Denken, Fühlen, Verhalten oder der Wahrnehmung, sondern auch deren Bewältigungsversuchen, die individuelles Rückfallgeschehen oder Verhalten in Krisensituationen prägen.
In diesem Workshop wird in das Programm "Meine Persönlichen Warnsignale" (DGVT-Materialie 50, 51 und 52) eingeführt, welches 12 Gruppen- oder Einzelsitzungen für die Betroffenen und 8 Gruppensitzungen für deren Angehörige umfasst. Das Programm besteht aus drei Bereichen: einem Informationsteil (Ursachen, Verlauf, Formen der Erkrankung etc.), dem Schwerpunkt, welcher im Herausarbeiten des persönlichen Warnsignalmusters liegt, und  schließlich der Erarbeitung individueller Strategien zur Krisen-, Stress- und Problembewältigung. In diesem Abschnitt kommen verstärkt kognitiv-verhaltenstherapeutische Elemente zum Einsatz. Die  psychoedukativen Angehörigengruppen sind ähnlich aufgebaut wie die Gruppen für die Betroffenen, werden aber um wichtige angehörigenspezifische Themen ergänzt.
Entsprechend der "psychoedukativen Grundhaltung" werden in diesem Workshop neben der "Wissenserarbeitung" das Einüben praxisrelevanter Elemente im Vordergrund stehen - sowohl, was die Durchführung der Patienten- als auch der Angehörigengruppen betrifft.


WS43
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Christian Stiglmayr (Berlin)

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) wurde zunächst spezifisch zur ambulanten Therapie von Borderline-Patienten entwickelt. Dabei stand die Bearbeitung dysfunktionaler Verhaltensmuster zur Affektregulation, wie z.B. parasuizidales Ver-halten im Fokus der verhaltenstherapeutischen Arbeit. Die Wirksamkeit dieses Vorgehens konnte in mehreren kontrollierten und randomisierten Studien nachgewiesen werden. Der Workshop bietet eine Einführung in die Ätiologie der Borderline-Persönlichkeitsstörung nach dem Verständnis der DBT sowie eine Darstellung der Therapiestruktur und wesentlicher Therapiebausteine. Auf Weiterentwicklungen der DBT im stationären Rahmen wird eingegangen. Anschauliche Übungen dienen der konkreten Vertiefung.

WS44
Die Arbeit mit dem Inneren Team 

Joachim Wieck (Hameln)

Das "Innere Team" ist ein Konstrukt, das Schulz von Thun in mehreren Veröffentlichungen vorgestellt hat. Es bietet einen theoretischen und praktischen Rahmen, um gegensätzliche, widerstrebende innere Tendenzen (Empfindungen, Gedanken, Gefühle) konstruktiv nutzen zu können. Das Konstrukt "Inneres Team" soll zu Beginn kurz vorgestellt werden. Der Schwerpunkt des Workshops soll darin liegen, die Arbeit mit dem Inneren Team zu üben. Dabei soll möglichst an Themen gearbeitet werden, die von den TeilnehmerInnen selbst eingebracht werden (eigene Themen, Themen aus Therapien). Die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im Rollenspiel wird vorausgesetzt. Die Erfahrungen sollen abschließend kurz reflektiert werden.

WS45
Lösungsorientiert fragen

Joachim Wieck (Hameln)

Damit der Patient Lösungen finden kann reicht es nicht aus, problemorientiert zu fragen. Genauso wichtig ist es, lösungsorientierte Fragen zu stellen. Zu Beginn des Workshops soll ein Konzept vorgestellt werden, das diese Fragetechnik erleichtert. Der Schwerpunkt des Workshops soll darin bestehen, anhand dieses Konzepts praktisch zu üben. Inhaltlich soll möglichst an Themen gearbeitet werden, die von den TeilnehmerInnen selbst eingebracht werden. Die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im Rollenspiel wird vorausgesetzt.


WS46
Stabilisierungsmethoden im Rahmen eines integrierten Behandlungskonzeptes bei frühen Störungen

Ulrike Wiegard, Margareta Müller-Mbaye (Hamm)

In diesem Workshop wird eine Adaption von bewährten psychotherapeutischen Behandlungsprogrammen an die Bedingungen von Abteilungspsychiatrien in Allgemeinkrankenhäusern vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein gestuftes therapeutisches Vorgehen zur Behandlung von Patienten mit einer emotionalinstabilen Persönlichkeitsstörung und/oder Traumatisierungen. Näher eingegangen wird auf die Stabilisierungsphase. Für einen möglichst wenig invasiven Umgang mit akuten psychischen Krisen und selbstgefährdenden Verhaltensweisen werden verschiedene Interventionstechniken sowie assoziative und dissoziative Stabilisierungsmethoden und deren Indikation vorgestellt. Neben der Demonstration einzelner Techniken werden ausgewählte Stablisierungsmethoden in Kleingruppen eingeübt.