< vorheriger Artikel

Bericht der Landesgruppe Berlin (VPP 1/2004)

Von: Klaus Bickel

Am 9.12.2003 fand in den Räumen des DGVT-Ausbildungszentrums Berlin ein wieder gut besuchtes Regionaltreffen statt. Eingeladen war Monika Basqué vom Vorstand der Psychotherapeutenkammer Berlin.


Es wurde berichtet und diskutiert über:

  • Berufsordnung:
    Am 26.6.03 wurde die Berufsordnung der Psychotherapeutenkammer Berlin von der Delegiertenversammlung verabschiedet. Mittlerweile sind ca. 60 Beschwerdefälle an die Kammer herangetragen worden. Auf Basis der ebenfalls verabschiedeten Schlichtungsordnung kann wahrscheinlich die Mehrzahl der Fälle intern geregelt werden, ohne dass es zu einem Strafverfahren kommen wird. Die bisherige Regelung in der Berufsordnung, die ein zweijähriges Abstinenzgebot nach Abschluss einer psychotherapeutischen Behandlung vorsah, wird voraussichtlich auf gerichtliche Intervention dahingehend geändert werden, dass eine längere Ausschlussfrist gelten wird.
  • Fortbildungsordnung:
    Nach dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG), das zum 1.1.2004 in Kraft tritt, ist es für approbierte Psychotherapeuten ab 1.7.2004 Pflicht, 250 FE (Facheinheiten) Fortbildung innerhalb 5 Jahren zu absolvieren. Das Monopol für die Anerkennung der Fortbildung für Anbieter wie Absolventen hat die Kammer. Nachteilig und verkomplizierend bei der Berliner Fortbildungsordnung ist, dass jede Fortbildung eines Anbieters neu zertifiziert werden muss. Auch sind die Kosten der Zertifizierung noch unklar. Kernfrage: Wer entscheidet, ob eine Veranstaltung zertifizierungswürdig ist? Ist es Sache des Vorstandes? Ist es Sache des entsprechenden Ausschusses? Müssen zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden, was wiederum mehr finanziellen Aufwand bedeutet?
    Zur DGVT-Position bezüglich der Anerkennung von Fortbildung ist bereits einiges gesagt und geschrieben worden (s. auch Stellungnahme der DGVT zur Berliner Fortbildungsordnung von Kuhr/Ruggaber (Rosa Beilage 4/2003, S. 22). Auch hat im November 2003 ein Treffen mit Vorstandsmitgliedern der Berliner Kammer und zwei DGVT-Vertretern (Armin Kuhr, DGVT-Vorstand, und Günter Ruggaber, DGVT-Ausbildungsleitung) stattgefunden.
  • Ein Versorgungswerk für Psychotherapeuten konnte es bisher aufgrund des Berliner
    Kammergesetzes nicht geben. Die Änderung eines Passus im Gesetz, der der Einrichtung eines Versorgungswerkes bislang im Wege steht, lässt bisher noch auf sich warten.
  • Praxisgebühr: Es ist bisher bekannt, dass von den PatientInnen für die Inanspruchnahme psychotherapeutischer Leistungen eine Gebühr von 10 Euro pro Quartal bezahlt werden muss, es sei denn, es liegt eine ärztliche Überweisung vor.

Weitere Themen und Berichte:

  • Stattgefunden im letzten Halbjahr haben das Dialogforum zur Fort- und Weiterbildung und das Treffen des Länderrats der DGVT vom 20.-21.9.03 in Berlin und das DGVT-Intergremientreffen vom 14.-16.11.03 in Magdeburg.
  • Berichtet wurde von den bisher noch wenig erfolgreichen Bemühungen von Delegierten der Berliner Kammer (auch der DGVT), ein effektives Gremium (Arbeitsgruppe oder Ausschuss) für die Belange der angestellten Psychotherapeuten zu schaffen. Hierzu wird es weitere Aktivitäten geben.
  • Es wurde darüber informiert, dass es Verhandlungen mit der KV darüber gibt, ob man der Unterversorgung von Patienten im Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie nicht dadurch begegnen könne, indem auch Kollegen im Nichtrichtlinienverfahren zur Berufstätigkeit zugelassen werden.
  • Es wurde nochmal darauf hingewiesen, dass zum 31.12.03 die Übergangsregelung für die Zulassung zum Psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ausläuft.

Zukunft der Regionalgruppe:

Landessprecherin Silke Wessendorf, der für ihre bisherige Arbeit, die sie neben enormer beruflicher und familiärer Belastung geleistet hat, gedankt wurde, steht der DGVT Berlin in dieser Funktion leider nicht mehr zur Verfügung.
Es wird an die Bereitschaft zur Mitarbeit in einem Landessprecherteam appelliert, da der verbliebene Landessprecher diese Funktion nicht alleine ausfüllen will und kann.
Es werden also Kandidaten gesucht aus dem großen Kreis der Berliner DGVTler. Bitte melden unter Tel.: 7927955 oder 22503324.

Themenwünsche für zukünftige Regionaltreffen:

  • Gründung von Supervisionsgruppen
  • Qualitätszirkel
  • Diseasemanagement
  • Angeregt wurde eine Veranstaltung der DGVT zum Thema KJHG- Therapien/Therapeuten, zusammen mit dem BAB (Zusammenschluss der KJHG-Therapeuten). Hierzu soll Kontakt aufgenommen werden.

Beim Regionaltreffen fanden Brezeln und die DGVT-Expertenliste rei�?enden Absatz.


Zurück