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Bericht der Landesgruppe Sachsen ("Rosa Beilage" zur VPP 3/2000)

Von: Karen Teichmann und Christine Volke

Sachsen: DGVT-Ausbildungsinstitut feierlich eröffnet


In Sachsen gibt es besonders hinsichtlich Aus- und Weiterbildung Neuigkeiten. Am 7.September wurde in Dresden das bundesweit erste staatlich anerkannte Regionalinstitut der DGVT feierlich eröffnet. Seit 1991 finden in Sachsen Weiterbildungslehrgänge der DGVT in Kooperation mit der FernUniversität Hagen statt. Die DGVT kann in den neuen Bundesländern somit schon auf eine Tradition, die mit dem neuen Institut fortgesetzt wird.

Die Institutseröffnung kann als Teil einer Gesamtentwicklung der Psychotherapie verstanden werden, sowohl unter dem Gesichtspunkt des Psychotherapeutengesetzes als auch der Weiterentwicklung der DGVT selbst. Die beteiligten Referenten verkörpern geradezu eine zeitgemäße Integration eines Ausbildungsinstitutes in die gesellschaftlichen und therapeutischen Strukturen: Herr Professor Franz Caspar von der Universität Freiburg, Herr Professor Harry Schröder von der Universität Leipzig und dem dortigen Institut für Psychotherapie IPT, Frau Mrazek, Leiterin der Ausbildungsambulanz und gleichzeitig Landesvorsitzende der Vereinigung, Herr Hommel, Referent im Sächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie, und Herr Dr. Steffen Fliegel, Ausbildungsleiter Psychotherapie der DGVT. Frau Dr. Christine Volke als Leiterin des Regionalinstitutes hat eine schöne Festveranstaltung mit musikalischer und kulinarischer Umrahmung organisiert, die den etwa 65 Anwesenden ermöglichte, die Institutsgründung in angenehmer und entspannter Atmosphäre zu begehen. In ihren Einführungsworten ging sie auf die Notwendigkeit des Aufeinanderzugehens und der Kommunikation der verschiedenen Therapierichtungen ein.

Steffen Fliegel betonte in seiner Ansprache, dass es sich um ein Ausbildungszentrum handelt, in welchem vor allem zwei Ziele, an denen der DGVT immer gelegen war, umgesetzt werden sollen: Menschen vor psychischen Problemen zu bewahren und die daran beteiligten Berufsgruppen zu unterstützen. Das sollte bei allem Streben nach Qualitätssicherung und Erfüllung hoher Standards in der Ausbildung im Vordergrund stehen. Um dieses Thema ging es auch Franz Caspar in seinem Vortrag über "Herausforderungen der Zeit an Psychotherapie, Therapeuten und Therapieausbildungen - wie können wir ihnen begegnen?" Er sprach über aktuelle Themen wie Wirksamkeitsfaktoren in der Psychotherapie, Widerstand während einer Verhaltenstherapie, neuere Modelle zur Erklärung von Veränderung durch Therapie (konnektionistische Netzwerkmodelle), wies in diesem Zusammenhang auf neuere Forschungsansätze zur therapeutischen Intuition hin und betonte die Bedeutung der Integration von Psychotherapieverfahren. Die Ergebnisse der Psychotherapieforschung können sich sehen lassen und auch aus diesem Grund sollte ein optimistisches Selbstbewußtsein jedes therapeutische Handeln begleiten, auch wenn manche Sparpolitik diesen Optimismus auf harte Proben stellt.

Die Veranstaltung fand mitten in der Woche statt - für viele Kollegen sicher zwischen vielen anderen Terminen, es war Frau Dr. Volke gelungen, eine schöne und interessante Veranstaltung organisiert zu haben, die den Spa�? und die Freude am Beruf stärken konnte.

Situation der niedergelassenen Psychotherapeuten in Sachsen

Die niedergelassenen Kollegen haben weiterhin mit der Honorarsituation zu kämpfen. Jetzt hat das Aktionsbündnis zum Erhalt der Psychotherapie in Sachsen vor, sich in einer schriftlichen Anfrage an den Bundesrechnungshof in Bonn zu wenden mit der Bitte um Auskunft darüber, was mit 300 Millionen DM geschehen ist, die 1999 bundesweit zusätzlich zu dem unangemessenen Honorar ausgezahlt werden sollten. Diese Zahl wurde in einer Bundestagssitzung genannt. Die DGVT schließt sich dieser Aktion an.

Kammerbildung

Bezüglich der Kammerbildung verhalten sich die Psychotherapeutenverbände in Sachsen bisher zurückhaltend. Es wurden Erfahrungen anderer Länder und Kammern anderer Berufe gesammelt. Für Oktober ist ein Treffen der Verbände auf Landesebene geplant, auf dem das weitere Vorgehen abgestimmt werden soll.


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