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Sachsen

In Sachsen kümmern sich die Berufsverbände vor allem um die Kammerarbeit. Inzwischen hat der Errichtungsausschuss, dem ich für die DGVT angehöre, insgesamt dreimal getagt. Dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie liegt unser Änderungsvorschlag für die zu beschließende Heilberufegesetzesänderung vor.


Wie schon im letzten Länderbericht beschrieben, dauert die Verabschiedung eines Gesetzes recht lang und besonders bei einer Gesetzesänderung, die auch andere Heilberufe betrifft, wie das bei dem Sächsischen Heilberufegesetz der Fall ist, besonders lang. Das Heilberufegesetz regelt berufliche Angelegenheiten von in Zukunft insgesamt 5 Heilberufen: dem der Ärzte, der Zahnärzte, der Tierärzte, Apotheker und nun auch dem der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, also streng genommen 6 Heilberufe. Hierzu müssen sämtliche Vertreter gehört und deren Vorstellungen berücksichtigt bzw. aufeinander abgestimmt werden. So eine Prozedur dauert, bis schließlich ein fertiger Referentenentwurf entstanden ist, der dann im Parlament verabschiedet werden kann. Für Sachsen bedeutet das konkret wahrscheinlich noch ein bis zwei Jahre Zeitdauer. Inzwischen können sich die Bedingungen bereits wieder geändert haben, wie sich hier abzeichnet. Auf der letzten Sitzung des Errichtungsausschusses in Leipzig am 27.3.02 haben sich alle Mitglieder mit Nachdruck für die Bildung einer länderübergreifenden Kammer ausgesprochen. Gedacht wurde sowohl an eine mitteldeutsche Kammer als auch an eine Kammer aller 5 neuen Länder. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Kammern haben identische Aufgaben, auch wenn sie länderbezogene Interessen wahrnehmen sollen, warum sollte dann nicht auch eine gemeinsame Verwaltung gegründet werden? Angesichts der ohnehin bereits bestehenden bürokratischen Hürden bei der Ausübung unseres Berufes sollten die neu zu bildenden so gering wie möglich gehalten werden. Von den finanziellen Vorteilen ganz zu schweigen. Große Kammern kommen mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von ca. 300 € aus, kleine Kammern können das doppelte kosten und von der Zahlung nicht betroffen ist nur der Kollege, der nicht approbiert ist. Diesmal hätten wir eine solche Konsequenz selbst in der Hand, und wenn wir uns auf dem nächsten, erstmals gemeinsamen Treffen aller Arbeitsgruppen und Errichtungsausschüsse der neuen Bundesländer im April 2002 einigen könnten, kann der Weg zu einer wirklich modernen, schlanken und übergreifenden Verwaltungsstruktur geebnet werden. Die DGVT setzte sich von Anfang an dafür ein, aber auch die anderen Verbände sehen die Vorteile. Die sog. Eigendynamik bei der Kammergründung hält sich somit in Sachsen zum Glück sehr in Grenzen und damit macht die Berufspolitik mehr Spaß.

Abschließend soll nochmals daran erinnert werden, dass ein Qualitätszirkel im Entstehen begriffen ist und Anmeldungen noch willkommen sind. Teilnehmen kann jeder approbierte Kollege, niedergelassen oder angestellt tätig, DGVT-Mitgliedschaft ist nicht zwingend und die Teilnahme ist ja bekanntlich kostenfrei.

Aufgrund der Terminhäufung zu Jahresbeginn soll die nächste Mitgliederversammlung erst im Laufe des Jahres stattfinden.


Karen Teichmann, Landessprecherin Sachsen


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