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Bericht der Landesgruppe Sachsen ('Rosa Beilage' zur VPP 2/2005)

Von: Karen Teichmann, Daniel Surall

Endspurt für die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer


Vermutlich hat es sich inzwischen überall herumgesprochen, dass die Psychotherapeuten in den neuen Bundesländern eine gemeinsame Kammergründung auf den Weg gebracht haben. Nach jahrelanger Vorbereitung (die Mitglieder des sächsischen Errichtungsausschusses wurden im Jahre 2001 bereits berufen) ist es nun endlich soweit. Auch das Land Sachsen hat einen entsprechenden Staatsvertrag unterzeichnet, so dass der Zeitplan, die Mitglieder des nunmehr erforderlichen neuen Errichtungsausschusses der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer (OPK) im Sommer dieses Jahres zu berufen, eingehalten werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die PT-Vertreter der ostdeutschen Bundesländer seit Jahren ihre Zeit genutzt, um auf gemeinsamen Treffen Ziele und Vorstellungen zu entwickeln, wie die berufsständige Vertretung der Kollegen am effektivsten und kostengünstigsten aufgebaut werden kann. Von Sachsens Sozialministerin Helma Orosz kam entsprechend Lob. Wir werden mit 1.800 Mitgliedern eine etwa so große Kammer wie Rheinland-Pfalz haben, was zumindest einen moderaten Mitgliedsbeitrag erhoffen lässt. Wir interpretieren die Bemühungen um eine gemeinsame Nordkammer im Westen Deutschlands ganz selbstbewusst: Auch vom Osten kann man lernen, unser Vorgehen hat wohl Modellwirkung.

Was kommt auf uns zu? Die berufliche Selbstverwaltung ist für Heilberufe obligatorisch, jeder approbierte Psychotherapeut wird Kammermitglied, ob er will oder nicht. Die Chancen liegen für uns vor allem in der Möglichkeit, berufspolitische Angelegenheiten in juristisch anerkannter Weise vertreten zu können. Risiken sind in der Überschätzung und Unerfahrenheit im Umgang mit Verwaltungsstrukturen zu sehen. So wird vermutlich eher ein Dienstleistungsangebot erwartet als eine Berufsaufsicht oder Reglementierung durch Kammervorschriften. Jedoch ist mit beidem zu rechnen. Auch ist es die Aufgabe einer Kammer, sich an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, die unsere beruflichen Interessen berühren könnten. Oft wird der Vergleich mit Ärztekammern gesucht: diese vertritt allein in Sachsen ca. 17.000 Ärzte und hat demzufolge ganz andere Dimensionen. Die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer wird sich vermutlich kein eigenes Altersversorgungswerk leisten können und auch nicht die Präsenz, die eine große Kammer hat (z. B. mit allein ca. 35 Ausschüssen der Ärztekammer Sachsen). Dennoch ist bereits eine Homepage eingerichtet (www.opk-info.de), auf welcher ein aktueller Überblick, Kontaktadressen sowie Serviceleistungen für die vorläufige Zertifizierung von Fortbildungsveranstaltungen abgefragt werden können. Wie bereits in den vorherigen Berichten aus Sachsen mitgeteilt, wird mit Wahlen und der Kammergründung Ende 2005/Anfang 2006 gerechnet. Dann sind endlich auch die ostdeutschen Psychotherapeuten verkammert.

Weiterbildung und Lage der niedergelassenen Kollegen in Sachsen

Für die niedergelassenen KollegInnen gilt seit Sommer 2004 die Fortbildungspflicht. Die Teilnahme an zertifizierten Qualitätszirkeln ist sehr zu empfehlen. Termine der Leipziger Qualitätszirkel sind über die Homepage einzusehen, weitere Fortbildungstermine über Frau Volke, Leiterin des Ausbildungsinstituts Dresden (christinevolke(at)ausbildungszentrum-dresden(dot)de ). Daniel Surall als Landesgruppensprecher hat sich ebenfalls für die Fortbildung stark gemacht, aktuelle Veranstaltungen sind am besten bei ihm direkt zu erfragen.

Es lohnt sich besonders für niedergelassene Kollegen, die Veranstaltungen von Ausbildungsinstituten zu erfragen, da oft ein Gasthörerstatus möglich ist und außerdem Kooperationen mit anderen Ausbildungseinrichtungen bestehen, wie z.B. zum Leipziger Institut für Psychologische Psychotherapie (IPT). Hier fand kürzlich eine Fortbildung mit Beiträgen aus verhaltenstherapeutischer, tiefenpsychologischer und gesprächspsychotherapeutischer Sicht zu psychotherapeutischen Themen der Angst, therapeutischen Beziehung und Therapieerfolgen statt, die als sehr anregend und informativ beurteilt wurde.

Immer wieder besteht der Wunsch nach einer übergreifenden regionalen Information über Weiterbildungsveranstaltungen, was aber erfahrungsgemäß nur schwer umsetzbar ist. Daher lohnt sich ein regelmäßiger kollegialer Austausch, um gute Veranstaltungen nicht zu verpassen oder auch Mitteilungen über die Honorarsituation der Niedergelassenen zu erhalten.

Zum Thema Honorare/Nachzahlungen kann Erfreuliches berichtet werden. Das juristische Engagement und sture prophylaktische Einlegen von Widersprüchen hat sich gelohnt. Es erfolgten erste Nachzahlungen, allerdings nur für die Kollegen, die auch voller Energie Quartalswidersprüche eingelegt haben. Das zu verstehen ist sicherlich nicht leicht, zumal wir ja voller Hoffnung und Vertrauen in einen Rechtsstaat die Wiedervereinigung begonnen hatten. Kollegen, die diesbezügliche Fragen haben, wenden sich bitte an die Juristin der DGVT in Tübingen, Kerstin Burgdorf (burgdorf(at)dgvt(dot)de ). Im Übrigen sind bereits erste Orte für die Niederlassung geschlossen, dazu zählt u. a. Dresden, Leipzig wird sicherlich ebenfalls nicht mehr lange "geöffnet" sein. Dass dennoch genügend Möglichkeiten, eine Niederlassung zu gründen, gegeben sind, lässt sich allein aus der Veröffentlichung der psychotherapeutischen Unterversorgung in den ostdeutschen Ländern ableiten. Praxisgründungsangelegenheiten werden ebenfalls von der DGVT unterstützt, auch hierzu direkt an die Geschäftsstelle wenden.

Unsere diesjährige regionale Mitgliederveranstaltung wird sicherlich wieder Ende des Jahres sein, es erfolgt eine rechtzeitige Information und an dieser Stelle bereits die Bitte um rege Teilnahme.


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