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Thüringen

Von: Ursula Jostock-Giese und Christine Böber

Mit einer regionalen Mitgliederversammlung am 5.4.2000 im Intercity Hotel in Weimar hat sich nunmehr auch in Thüringen eine Landesgruppe der DGVT konstituiert.


Als Gast war Heiner Vogel vom Vorstand der DGVT eingeladen. Er unterstützte die Versammlung mit zahlreichen Informationen rund um das Psychotherapeutengesetz und dessen Auswirkungen sowie Auskünften zur Gestaltung von Psychotherapeutenkammern in verschiedenen Bundesländern. Die Landesgruppensprecherinnen Christine Böber und Uschi Jostock-Giese wurden von den Mitgliedern in ihrer Funktion bestätigt. Sowohl niedergelassene Psychotherapeuten als auch angestellte Psychologen und Psychotherapeuten aus Kliniken, Beratungsstellen und anderen Institutionen sind in Thüringen Mitglieder der DGVT. Auf der Mitgliederversammlung wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen beleuchtet.

Entstehungsgeschichte und Auswirkungen des Psychotherapeutengesetzes wurden eingehend diskutiert. Für die niedergelassenen Psychotherapeuten in Thüringen und den anderen neuen Bundesländern kam es nach der Einführung des Psychotherapeutengesetzes am 01.01.1999 zu erheblichen finanziellen Einbußen bis hin zur Existenzbedrohung. Für das laufende Jahr konnte zwar nach langen Verhandlungen eine Einigung mit der Kassenärztlichen Vereinigung erreicht werden, doch bleibt diese deutlich hinter den Vorgaben des entsprechenden Urteils des Bundessozialgerichtes vom vergangenen Jahr zurück. Auch sind viele Praxen durch mögliche Rückzahlungsforderungen noch in ihrer Existenz bedroht.

Im Thüringer Sozialministerium wird zur Zeit an einer Änderung des Heilberufegesetzes gearbeitet, die die Gründung einer Psychotherapeutenkammer vorsieht.

Eine Arbeitsgemeinschaft von Psychotherapeutenverbänden in Thüringen (BDP, Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten, DPTV) hatte kurzfristig einen Satzungsentwurf für die Psychotherapeutenkammer erarbeitet und zu einer Vollversammlung aller Psychotherapeuten eingeladen, auf der dieser Entwurf diskutiert werden sollte. Leider hatte diese Einladung nicht alle erreicht, deshalb wurde der Termin nun auf den 20. Mai 2000 verlegt (nähere Infos bei den Landessprecherinnen).

Unabhängig von diesem Satzungsentwurf wurden bei der Mitgliederversammlung folgende wünschenswerte Aspekte hinsichtlich der Kammergründung diskutiert:

Für die Entwicklung eines einheitlichen Berufsbildes wäre zum Beispiel eine Mitgliedschaft der ärztlichen Psychotherapeuten wünschenswert. Kostenreduzierend wäre es für ein kleines Bundesland wie Thüringen, mit anderen Bundesländern gemeinsam eine Kammer zu gründen. Günstig könnte es ebenfalls sein, eine repräsentative Beteiligung von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, angestellten und niedergelassenen Psychotherapeuten zu etablieren. Auch Ausbildungsteilnehmer der Psychotherapie sollten vertreten sein. Die Kammersatzung sollte demokratisch gestaltet werden. Ein Rahmen für die Zusammenarbeit mit Verbänden psychisch Kranker wäre abzustecken. Die Mitglieder wollen diese Aspekte bei der Vollversammlung einbringen, die Landesgruppensprecherinnen wollen ggf. im Vorfeld das Gespräch mit den anderen Psychotherapeutenverbänden in Thüringen suchen.

Je nach Bedarf soll die nächste Mitgliederversammlung im Juni oder September stattfinden. Dort wird es weiter um die Psychotherapeutenkammer gehen und darum, wie sich die DGVT Thüringen in das gesundheits- und berufspolitische Geschehen einbringen will und wie sich die Verhaltenstherapeuten untereinander stärker vernetzen können.


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