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Gemeinsames Treffen der Landesgruppen Bremen und Niedersachsen ('Rosa Beilage' zur VPP 1/2005)

Von: Dieter Haberstroh, Heinz Liebeck, Christiane Rokahr, Norbert Krischke, Peter Heg

Kurzbericht zur gemeinsamen Mitgliederversammlung am 1.12.2004 im Freizeitheim Vahrenwald in Hannover


Im Dezember 2004 war es ein Novum, dass die Jahresversammlung als ein Treffen von zwei Landesgruppen gemeinsam veranstaltet wurde. Ebenso neu war es, dass dies zeitlich und räumlich mit einer Fortbildungsveranstaltung gekoppelt wurde. Mit diesem Angebot konnte große Resonanz bei unseren Mitgliedern geweckt werden. Eine Fortführung dieser Vorgehensweise ist geplant.

Zu dem Thema "ADHS bei Kindern und Erwachsenen. Symptomatik - diskutierte Ursachen - Behandlung" hielt Dr. phil. Georg Wolff einen lebendigen Vortrag, dem 31 TeilnehmerInnen (trotz erschwerter Raumumstände) interessiert lauschten. Bei zukünftigen Veranstaltungen wird es einen größeren Raum geben - versprochen! Auch an der sich anschließenden berufspolitischen Veranstaltung gab es rege Teilnahme. Hier schalteten sich 23 Interessierte mit kritischen Fragen und Anmerkungen in die Diskussion ein, wie der Stand in den Psychotherapeutenkammern zu bewerten sei und wie DGVT-Positionen in der Weiterentwicklung eingebracht werden können und sollen. Weitere Themenbereiche waren u.a. Niederlassungsberatung während und nach der PP/KJP-Ausbildung zu denen die DGVT als Berufs- und Fachverband gebeten wurde, sich regional zu engagieren. Dies soll auch mittelfristig umgesetzt werden!

Die Bremer DGVT-Landessprecher Peter Hegeler und Norbert Krischke berichteten über die Situation im Norden. In Bremen gibt es inzwischen Erfahrungen nach der 2.Wahl zur Kammerversammlung. Leider war die Wahlbeteiligung sehr gering (von ca. 400 Wahlberechtigten haben nur 72 Gebrauch davon gemacht) und im Wesentlichen hat hier das Präsidium Vorstand / Stellvertreter) das alte Profil behalten. Die Verhaltenstherapie hat ein deutliches Gewicht behalten. Thematisch wurde diskutiert, Auszubildende in die Kammer mit aufzunehmen, unklar sind noch die Modalitäten (ob freiwillige Mitgliedschaft, ob Pflichtmitgliedschaft, ob beitragsfrei (wie in Niedersachsen) oder mit gestaffeltem Beitrag. Das "Nordkammer"-Thema wurde von den DGVT-Vertretern in die Bremer Kammer eingebracht - es wurde bislang jedoch keine Entscheidungen dazu getroffen. Man darf gespannt bleiben, wie die Kammerversammlung mit dem deutlichen Votum der Bremer Mitglieder für eine gemeinsame "Psychotherapeutenkammer Nord" weiter verfährt. Der Anschluss Bremens an das niedersächsische Versorgungswerk ist hingegen eine beschlossene Sache.

Bedauerlicherweise gibt es in Bremen wenige DGVT-Mitglieder, die sich aktiv in die Berufspolitik einmischen; Interessierte sind herzlich eingeladen, sich bei den Landessprechern Peter Hegeler und Norbert Krischke zu melden. Alle Infos wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen zur Kontaktaufnahme finden sich unter dem Stichwort Landesgruppen in dieser VPP.

Die Niedersachsen konnten insbesondere über die Vorbereitungen der Kammerwahl berichten. Infos zum aktuellem Stand der Listen sind in diesem Landesbericht bereits aufgeführt. Die DGVT ist auf der Liste Kooperation vertreten und stellt vier PPler (Heinz Liebeck, Dieter Haberstroh, Christiane Rokahr, Petra Voges) und eine KJPlerin (Katrin Ruß) zur Wahl. Es wird um aktive Wahlbeteiligung gebeten und natürlich um Unterstützung der DGVT-VertreterInnen. Ein Wahlbrief ist in Vorbereitung und wird demnächst versandt.

Interessiert hat insbesondere die Definition der Wahlberechtigung - hier ist der Praxisort entscheidend - und somit auch der Ausbildungsort, in welchem Bundesland eine Kammerwahlberechtigung besteht! (z. B.: in Bremen wohnen und in Niedersachsen in PP- oder KJP-Ausbildung = in Niedersachsen wahlberechtigt!) Voraussetzung für die Wahlberechtigung war der Eintrag ins Wahlregister bis November 2004. Auf dieser Grundlage wurde ermittelt, dass 31 Mitglieder der PPs und 9 Mitglieder der KJPs in die Kammerversammlung gewählt werden. Die Wahl findet vom 7.2. bis zum 21.2.2005 18:00 Uhr per Briefwahl statt.

Weitere Themen waren und sind: die sensible Frage der Fort- und "Weiter"-bildung. Aus unserer Sicht darf eine Spezialisierung nach der Approbation nicht zur Abwertung derselben führen! Im BAT stehen Veränderungen an, es geht für unseren Berufsstand v.a. um die Einstufung der Approbation - und auch um die Eingruppierung der KJPler, bisher ist der Grundberuf der Maßstab. An den Universitäten steht eine Umstrukturierung an, Bachelor/Masterstudiengänge werden aufgebaut. Welcher Abschluss wird zukünftig die Grundlage zur PP/KJP-Ausbildung sein?

Auf der Ebene der Bundespsychotherapeutenkammer entstehen allmählich Musterordnungen (Musterberufsordnung/Musterfortbildungsordnung/Musterweiterbildungsordnung). Der Beitrag der Länder an die BPtK ist gestiegen - zuletzt um ca. 30% von 30 € auf 39 € - und es ist davon auszugehen, dass das nicht das "Ende der Fahnenstange" sein wird... Noch ein gutes Argument, über den Zusammenschluss der Nordländer weiter zu verhandeln. Zwar bestehen Kooperationen zwischen den Nordländern, jedoch wird z.T. das Rad wiederholt neu erfunden, Synergieeffekte werden nicht genutzt.

Die Aufwandsentschädigungen sollten moderat gehalten werden, damit nicht in Kürze es zu Beitragserhöhungen kommt - ein erklärtes DGVT-Ziel.

Bei den KV-Wahlen kam es zu Blockbildungen - überwiegend kann dennoch auf eine konstruktive und gute, sachgerechte Arbeit - fast frei von Lagerkämpfen - zurückgeblickt werden. Das soll möglichst aufrecht erhalten bleiben.

Info: Am 25.1.2005 trafen sich Interessierte in der KJP-Praxis Katrin Ruß in Hannover, um sich mit berufspolitischen Themen innerhalb des KJP-Bereiches zu beschäftigen. U.a. stand das Thema Versorgungssituation (bei KV-Zulassungen wird nicht zwischen PP/KJP differenziert, das Problembewusstsein in diesem Bereich scheint nicht sehr hoch zu sein) auf der Tagesordnung. Einen Bericht über dieses Treffen finden Sie nachfolgend.

Die nächste Mitgliederversammlung wird nach den positiven Erfahrungen abermals als gemeinsame Veranstaltung der Landesgruppen Bremen und Niedersachsen geplant werden - auch die Koppelung mit einer Fortbildungsveranstaltung soll sich wiederholen.


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