< vorheriger Artikel

Bericht der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern ('Rosa Beilage' zur VPP 3/2006)

Von: Jürgen Friedrich, Katrin Prante

Am 22. Juni fand eine landesweite Mitgliederversammlung statt, auf welcher nicht nur die Landessprecherin (Katrin Prante) und ihr Stellvertreter (Jürgen Friedrich) gewählt, sondern erstmalig auch eine Geschäftsordnung verabschiedet wurde.


Damit steht die Landesgruppe sozusagen auf demokratischen Füßen und noch mehr: Inhalt der Geschäftsordnung ist unter anderem, dass die Landesgruppe aus ihren Reihen Kandidaten für die Kammerwahlen bestimmt, so dass die Kandidaten basisdemokratisch legitimiert in den Wahlkampf gehen, wodurch eben Vertrauen wie Verpflichtung indiziert sind. Als DGVT-Kandidaten für Mecklenburg-Vorpommern einstimmig gewählt wurden Jürgen Friedrich (PP) und Johannes Weisang (KJP). Darüber hinaus kann erwähnt werden, dass die DGVT für die Kammerwahlen insgesamt gute Karten hat, da sich unter den bislang bekannten OPK-Kandidaten für Mecklenburg-Vorpommern drei weitere DGVT-Mitglieder befinden (Dr. Helga Bernt, Martina Bahnsen und Ragna Richter).

Der OPK-Meldebrief kam wohl wie ein Gewitter aus dem derzeit heiteren Himmel über die Kollegen. Gänzlich unrepräsentativ, aber unisono alle, mit denen wir Gesprächskontakt hatten, beschwerten sich spontan über den für sie wohl überraschend hoch angesetzten Kammerbeitrag von 450 €. Viele reagierten affektiv ganz ähnlich wie auf einen Steuernachzahlungsbescheid (der weder Begründung noch Aufschlüsselung der Summe enthält). Das fehlende ‚Wir-Gefühl’ ist unserer Einschätzung nach ein Resultat jahrelanger Nicht-Kommunikation mit den künftigen Kammermitgliedern. Nach vielen kammerlosen Jahren sieht man wohl nicht, wieso sie einem plötzlich lieb und teuer sein soll, zumal das aktuelle Schreiben sich leider auch vom Duktus her kaum von einem Behördenbrief unterschied.
Mit zunehmendem Unwohlsein beobachten wir das als grundsätzliche Befürworter einer Kammer. Das sind wir,

  • weil gerade im Osten mehr Demokratie von unten wachsen sollte,
  • weil Selbstverwaltung besser ist als Fremdverwaltung,
  • weil ein demokratisch legitimiertes Sprachrohr des psychosozial so anderen Ostens für unsere Klienten und uns in Zeiten des Lobbyistenkampfs und eines rudimentären Sozialsystems bitter nötig ist.

Mit unserer zweiten ost-weiten DGVT-Information zur OPK-Wahl (diesmal sogar mit „Kammer-ABC“: www.dgvt.de/Ostdeutsche_Psychotherapeutenk.2448.0.html) versuchen wir diesem Entsolidarisierungsprozess kommunikativ entgegenzuwirken. Gerne würden wir auch Nicht-DGVT’ler damit erreichen. Dazu bitten wir hiermit die besandten Mitglieder, Kopien zu machen und Kollegen weiterzugeben. Auch die Kammerbeitrags-Übersicht aus der letzten Rosa Beilage eignet sich hervorragend zur Versachlichung, damit kann man den Kollegen vielleicht beim Ärgerabbau helfen.

Für den vor uns liegenden Wahlkampf deutet sich also schon an, dass basale Information als Dienstleistung wahrscheinlich ebenso wichtig sein wird wie klare und nachvollziehbare kammerpolitische Positionen, um die Gunst der WählerInnen für unsere Vorstellungen von einer demokratischen, transparenten und effizienten Kammer zu gewinnen.


Zurück