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Bericht der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen ('Rosa Beilage' zur VPP 1/2004)

Von: Veronika Mähler-Dienstuhl, Johannes Broil, Jürgen Kuhlmann

Nach den adventlich und weihnachtlich geprägten berufspolitisch ruhigen Wochen stehen für die nächsten Monate in NRW einige Entscheidungen an, die für die weitere Entwicklung der DGVT-Politik der Landesgruppe von Bedeutung sind.


Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass es inzwischen neben der Gründung des Versorgungswerkes der Kammer einen weiteren Schritt hin zu einer professionelleren Interessenvertretung unseres Berufsstandes gegeben hat. Am 12.12.03 verabschiedete die Kammerversammlung die Satzung der PTK NRW, wobei es unseren Vertretern in den Diskussionen über die Satzung ausgezeichnet gelang, den Schwerpunkt auf die Berücksichtigung demokratischer Regeln zu legen bei gleichzeitiger Gewährleistung der Handlungsfähigkeit des Vorstandes.

Nunmehr steht in der Kammer die Beratung über den Entwurf einer Berufsordnung an, die vom Charakter her nicht der zunehmenden restriktiven Regulierungswut auch in unserem beruflichen Alltag den Weg bahnen soll, sondern v.a. Orientierung geben soll für das berufliche Handeln.

In den nächsten Monaten wird die Kammer NRW eine Fortbildungsordnung beraten; andere Länder haben eine solche bereits verabschiedet (z.B. Berlin und Hessen). Auch hier sehen wir die maßgeblichen Punkte darin, nur so viel zu regeln, wie unbedingt notwendig, um den Anforderungen des GMGs zu genügen. Dem großen Interesse an Fortbildung in unserem Berufsstand steht auch eine große Vielfalt an Fortbildungsangeboten gegenüber. Dies sollte nicht einem Punktesystem zum Opfer fallen. Auch sehen wir die Gefahr, dass die Zertifizierung von Fortbildungen die Teilnahme-Kosten in die Höhe treiben wird.

Im berufspolitischen Alltagsgeschäft stand neben den bereits beschriebenen Entwicklungen hektische Aktivität an, übrigens verbändeübergreifend, um die Kürzungsabsichten der Landesregierung im sozialen Bereich noch günstig zu beeinflussen. Erste positive Signale sind zu vermelden, es bleibt allerdings abzuwarten, in welchem Ausmaß die beabsichtigten Kürzungen zurückgenommen werden. Im letzten Länderbericht hatten wir bereits darüber berichtet, dass wir zum Thema Einsparungen in der institutionellen psychotherapeutischen Versorgung einen Resolutionsentwurf in die Kammerversammlung eingebracht hatten. Leider wurde diese Resolution trotz entsprechender Beschlussfassung nicht vom Kammervorstand veröffentlicht. Dadurch gab es keine entsprechende �?u�?erung der Kammer zum Thema, was aber angesichts der Stellengefährdung in den Institutionen im Land NRW notwendig gewesen wäre. Die Kollegen in den Institutionen, deren Stellen bedroht sind, können von den DGVT-Delegierten eine klare Position zum Erhalt ihrer Arbeit erwarten. In der Kammerversammlung im Dezember wurde zu den Einsparungen im Bereich der Erziehungsberatung eine Resolution des Vorstands verabschiedet. Geplant ist, anhand der Meldedaten eine umfassende Stellungnahme zur Situation in den Institutionen zu erarbeiten. Wir werden uns als Vertreter der DGVT speziell in diesem Bereich einbringen.

Dieses Jahr stehen die Neuwahlen zu den Vertreterversammlungen der Kassenärztlichen Vereinigungen an. In Zusammenarbeit mit den Ausbildungszentren der DGVT ist beabsichtigt, zentrale Fragen für den Wahlkampf zu sammeln, Positionierungen zu erarbeiten und Kandidaten aufzustellen. Natürlich sind wir wieder bemüht, uns durch die Kooperation mit politischen Partnern eine breitere Basis zu verschaffen. Durch die aktuellen Fusionierungspläne des DPTV mit der Vereinigung wissen wir allerdings vorerst nicht, wie es um die weitere Entwicklung der Allianz in NRW steht.

Die KV-Wahlen waren auch ein wichtiger inhaltlicher Schwerpunkt der jährlichen Klausurtagung der DGVT-Landesgruppe, die im November 2003 in Dortmund stattgefand. In der Hauptsache wurde dort die bisherige Arbeit in der Kammer NRW ausgewertet und es wurden Schwerpunkte für die Fortsetzung dieser Arbeit festgelegt. Wir haben uns insbesondere vorgenommen, den Angestelltenbereich, den Bereich KiJu, Fragen zur Fortbildung und die Einhaltung demokratischer Strukturen innerhalb der Kammer zu bearbeiten. In diesem Jahr werden wir zeigen müssen, dass es sich gelohnt hat, DGVT-Vertreter in die Kammer zu schicken. Dazu werden wir verstärkt über unsere berufspolitische Arbeit berichten und mit den DGVT-Mitgliedern in Austausch treten. Dazu die Bitte, bei Vorschlägen und Anmerkungen zu unserer Arbeit, uns per E-Mail anzuschreiben. Die Landesgruppe NRW wird auch im Rahmen des DGVT-Kongresses in Berlin im Länderbüro für Fragen zur Verfügung stehen. Wir würden uns freuen, wenn diese Möglichkeit, mit uns in Kontakt zu kommen, genutzt wird.


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