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Bericht der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen ('Rosa Beilage' zur VPP 4/2006)

Von: Johannes Broil, Wolfgang Schreck

In der Arbeit der Landesgruppe hat das Thema Kinder und Jugendliche das größte Gewicht angenommen. Wir hatten uns in der Vergangenheit vehement zum Thema "Kürzung der Landesmittel für die Erziehungsberatung" eingebracht.


Nun stehen die Familienzentren in NRW in der Diskussion. In Nordrhein-Westfalen ist es ein großes Anliegen der CDU-FDP-Koalition, die Tageseinrichtungen für Kinder weiter zu entwickeln.

Neben der Betreuung von Kindern sollen dort weitere Aktivitäten möglich und Angebote gemacht werden. Hierzu zählen: - Beratung und Unterstützung von Kindern und Familien - Frühkindliche Bildung - Elternbildung und Erziehungspartnerschaft – Tagespflege - Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Sprachförderung und interkulturelle Angebote.

Zielsetzung ist es, möglichst früh Familien den Zugang zu Hilfs-, Unterstützungs- und Betreuungsangeboten zu ermöglichen. Dieser Entwicklungsprozess wird wissenschaftlich begleitet. Eine Reihe von Einrichtungen arbeitet jetzt in der Pilotphase an der Umsetzung und Erprobung der Konzepte. Nächstes Jahr sollen insgesamt 1.000 Einrichtungen in Betrieb gehen. Im Endausbau sollen ca. 1/3 aller Tageseinrichtungen Familienzentren sein.
Im Gegensatz zu der Zielsetzung, möglichst früh den Familien den Zugang zu Beratungsmöglichkeiten zu eröffnen, steht die Kürzung der Landesmittel für den Bereich Erziehungsberatung in diesem Jahr um weitere 8 %. Unklar ist auch, wie die vorhandenen Einrichtungen den Bedarf an direkten Hilfen in den Einrichtungen abdecken sollen, wenn der Endausbau realisiert sein wird. Die Tageseinrichtungen müssen nämlich auch dokumentieren, dass sie Beratungsangebote vorhalten - ansonsten können sie ggf. nicht zertifiziert werden.

Aufmerksam muss ebenfalls beobachtet werden, dass die Familienzentren nicht zu "Beratungsangeboten light" führen und eine Qualitätseinbuße droht.
Wir freuen uns, dass ein Mitglied unserer Landesgruppe, Wolfgang Schreck, Leiter einer Erziehungsberatungsstelle und Delegierter der PTK NRW, vom zuständigen Ministerium als Mitglied eines "Kompetenzteams" ernannt wurde, das als Aufgabe die kritische Begleitung des Prozesses erhalten hat.
Mit den Familienzentren und den Implikationen für den Bereich Psychotherapie und fundierte Prävention wird sich auch die Kommission Psychotherapie in der Jugendhilfe auseinandersetzen, die von der PTK NRW eingerichtet wurde. Die Mitglieder der Landesgruppe, Monika Bormann aus Bochum, ebenfalls Leiterin einer Erziehungsberatungsstelle, und Wolfgang Schreck sind vom Vorstand der PTK-NRW zu Mitgliedern der Kommission ernannt worden. Wolfgang Schreck fungiert als Sprecher.

Im Rahmen eines berufspolitischen Abends, an dem sich die Mitglieder kompetent beraten lassen können, werden wir unsere nächste Regionale Mitgliederversammlung durchführen. Bitte merken Sie sich dazu schon den Termin 23. Februar 2007, 17:30 Uhr vor. Die Versammlung findet in Bonn, im DGVT-Ausbildungszentrum, Oxfordstr. 12-16, statt. Einladungen werden rechtzeitig verschickt.


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