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Rheinland-Pfalz: Die Kammer konstituiert sich ('Rosa Beilage' zur VPP 2/2002)

Von: Erhard Eschbach

Am 26.1.2002 traf sich die Vertreterversammlung zur konstituierenden Sitzung. MinR. Dr. Jürgen Faltin dankte als Vertreter des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit in seinem Grußwort zunächst dem Vorsitzenden des Gründungsausschusses Dipl.-Psych. Dr. Dietmar Schmeiser (Neustadt) für seine sehr umfangreiche Vorbereitungsarbeit.


Quelle: Rosa Beilage zur VPP 2/2002
Rubrik: Länderberichte

Er erinnerte noch einmal an die Hindernisse und Meilensteine in den mehr als 20 Jahre dauernden berufspolitischen Bemühungen der Psychotherapeuten, eine angemessene gesetzliche Anerkennung ihrer heilkundlichen Qualifikation zu erreichen. 1998 wurde mit dem Psychotherapeutengesetz der Beruf des Psychotherapeuten als gleichberechtigter Heilberuf neben den Ärzten definiert. Mit der Gründung der Psychotherapeutenkammer übergibt Rheinland-Pfalz als sechstes Bundesland hoheitliche Aufgaben der Berufsausübungskontrolle in die Selbstverwaltung des neuen Heilberufs. "Heute ist ein historischer Einschnitt für die Psychotherapie in Rheinland-Pfalz", fasste Faltin den schwierigen Weg zur Findung der Einheit des Berufsstandes zusammen und sicherte auch für die Zukunft beratende Unterstützung zu.


24 Anwesende (von 25 stimmberechtigten Mitgliedern) nahmen sodann an der Wahl des Vorstandes teil. Folgende Kolleginnen und Kollegen wurden gewählt:


Präsident: Alfred Kappauf mit 13 Stimmen

Vizepräsident: Dieter Best mit 19 Stimmen

Beisitzer: Gabriele Kunz mit 12 St. gegen Dr. Thomas W. Franke mit 11 Stimmen

Beisitzer: Jürgen Kammler-Kärlein mit 13 St. gegen Dietmar Theiss mit 11 St.

Beisitzer: Dr. Annelie Scharfenstein mit 13 S. gegen Dr. Hans Willenberg mit 9 St.


Anschließend wurden neben der Satzung auch die Beitragsordnung und der Haushalt verabschiedet. Darüber hinaus gab sich die Kammer mit der Errichtung von Ausschüssen erste inhaltliche Akzente: Neben einem ständigen Ausschuss für Qualitätssicherungs- und Bedarfsplanungsfragen werden Ausschüsse für besondere Belange von angestellt tätigen PsychotherapeutInnen sowie für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eingerichtet.

(aus der Pressemitteilung der Kammer)


Im Vorfeld der Wahlen des Vorstandes der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz wurden Absprachen getroffen, viele Koalitionsgespräche und Verhandlungen, Hindergrundgespräche und Streitgespräche geführt.
Letzten Endes war für mich als DGVT-Vertreter in der Allianzfraktion und Frau Kunz als Vertreterin der Beratungsstellen-Psychotherapeuten nicht mehr gewährleistet, ob die Allianzgruppe das zentrale Wahlkampfziel für uns, nämlich die Beteiligung von zwei Angestellten im Vorstand, weiter vertreten würde. Trotz zahlreicher Bedenken verlie�?en wir die Fraktion, weil wir die Aufgabe dieses Ziels als Betrug am Wähler bzw. der Wählerin angesehen hätten. Schließlich hatte sich insbesondere die DGVT für die Angestellten - immerhin die deutliche Mehrheit unter den Kammermitgliedern - eingesetzt. Wir unterstützten dann die Wahl des jetzigen Vorstandes, der zwei Angestellte umfasst.
Um die Vorgänge in Zusammenhang mit der Kammervorstandswahl ausführlicher zu diskutieren und mögliche Perspektiven für die DGVT zu entwickeln, wird es in nächster Zeit eine Landesmitgliederversammlung geben. Termin wird noch bekannt gegeben. Wir bitten aber jetzt schon um rege Beteiligung!
Die Vertreterversammlung der Landespsychotherapeutenkammer (LPK) hat inzwischen zum zweiten Mal getagt und dabei zahlreiche Entscheidungen getroffen:
Es wurden folgende Ausschüsse eingerichtet und besetzt, wobei auch Kammermitglieder außerhalb der Vertreterversammlung gewählt wurden.

  • Beirat mit der Ärztekammer: 4 Personen, wobei Frau Dr. Dormann gewählt wurde. Sie ist DGVT-Mitglied

  • Ausschuss Finanzen und Beitragsordnung: 3 Personen

  • Ausschuss Aus-, Fort- und Weiterbildung: 5 Personen, wobei Frau Prof. Dr. Schröder Mitglied der DGVT ist.

  • Auschuss für Qualitätsmanagement und Bedarfsplanung: 4 Personen, wobei Frau Dr. Albs-Fichtenberg Mitglied der DGVT ist

  • Schlichtungsstelle: 2 BeisitzerInnen und 2 StellvertreterInnen.

  • Ausschuss für die besonderen Belange der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie: 3 Personen

  • Ausschuss für besondere Belange der angestellt tätigen Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen: 3 Mitglieder, wobei Herr Dr. Dormann Mitglied der DGVT ist

  • Ausschuss für Berufsordnung und Ethik: 3 Personen, wobei Herr Kneller Mitglied der DGVT ist.

Die Landespsychotherapeutenkammer arbeitet mit in den bundesweiten Arbeitskreisen Satzung einer Bundespsychotherapeutenkammer, Berufsordnung und Weiterbildung.
Die Entschädigungsordnung wird im nächsten Heft diskutiert werden. Für die DGVT, in der viele Angestellte Mitglied sind, ist auch die Gestaltung der Mitgliedsbeiträge der Kammer von Belang.
Bisher gibt es bis auf eine enge Ausnahmeregelung nur einen Beitrag für alle, obwohl die Einkommensunterschiede im Berufsstand erheblich sein dürften. Am Beitrag von �?� 400,- pro Jahr wurde schon vielfach Kritik geübt. Für halbtags beschäftigte Angestellte - überwiegend Frauen - ist dieser Beitrag eine erhebliche Belastung, während gut verdienende Angestellte und Niedergelassene damit keine Probleme haben dürften. Es ist zu erwarten, dass hier am Ende die Gerichte entscheiden werden, ob die Beitragsordnung in der vorliegenden Weise Bestand haben kann.


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