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Bericht der Landesgruppen Rheinland-Pfalz & Saarland ('Rosa Beilage' zur VPP 3/2004)

Von: Raimund Metzger

Am 6. Juli 2004 trafen wir uns zu einer gemeinsamen Versammlung der saarländischen und rheinland-pfälzischen DGVT-Mitglieder in Kaiserslautern.


Zentrales Thema war die Bündelung unserer Kräfte zum Zwecke der Entwicklung und der Organisation eines gemeinsamen Fortbildungsprogramms in unserer so beschaulichen, aber doch auch nach innen etwas "separativen" südwestdeutschen Region (das betrifft beileibe nicht nur die beiden der Bundes-länder-Gliederung entsprechenden Teilgebiete Saarland und Rheinland-Pfalz, sondern auch, wie es sich nicht zuletzt in der Herkunftsgegend der TeilnehmerInnen zeigte, den Norden und Süden des letztgenannten Bundeslandes, also grob gesagt den pfälzischen und den rheinlän-dischen Teil; es betrifft sicherlich in nicht ganz unähnlicher Weise die Ost- und Westregion, wie beispielsweise die Begriffe "Vorderpfalz" und "Hinterpfalz" signalisieren).

Nachdem nun auch die saarländische Psychotherapeutenkammer ihre Fortbildungsordnung verabschiedet hat, wird es von erheblicher Bedeutung für uns als DGVT sein, ein eigenes, attraktives Angebot zum einen für die Mitglieder auf die Beine zu stellen, aber auch im interparadigmatischen bzw. interinstitutionellen und -professionellen Wettbewerb Flagge zu zeigen. Anstachelung eben dazu war der inhaltliche Beitrag "Neue Entwicklung und Konzeptionen der Verhaltenstherapie". Anhand der kursorisch vorgestellten, nunmehr über Jahrzehnte gereiften Ansätze von Judith Beck (kognitive Therapie), Thomas D'Zurilla (Problemlösetherapie/PST), Rüdiger Hinsch (Gruppentraining sozialer Kompetenzen/GSK), Robert Kohlenberg (Functional Analytic Psychotherapy/FAP), Steven Hayes (Acceptance and Commitment Therapy/ACT) und Robert Enright sowie Richard Fitzgibbons (Forgiveness), bis auf die Ausnahme des GSK allesamt in jüngster Zeit in den Vereinigten Staaten entwickelt, versuchte der Referent deutlich zu machen, wie wertvoll es sein kann, konsequent (s)einen Ansatz zu verfolgen und zur sophistication zu entwickeln (statt seichte Potpourris komponieren und sich daraufhin allen Ernstes als genialer Vereinheitlicher aller bisherigen diversen Vorläuferbemühungen in der "Psycho"therapie fühlen zu wollen), - frei nach Goethe, demzufolge sich der Meister in der Beschränkung (nicht in der Beschränktheit!) zeigt. Mit jenen hierzulande gar nicht erst zur Kenntnis genommenen Pfunden zu wuchern, böte jedenfalls eine großartige Möglichkeit, so etwas wie ein eigenes Fortbildungsprofil zu gewinnen - zu denken wäre etwa an eine Serienveranstaltung mit vier bis sechs Terminen im Jahr, nach dem alten Selbstorganisationsmodell der DGVT von vor über 25 Jahren -, doch sind hier der Phantasie bzw. Generierung weiterer Ideen natürlich keine Grenzen gesetzt. Alles wird davon abhängen, wie die Nachfrage ist, also z. B. ob jenseits des Bestrebens, sich mit möglichst geringem (finanziellem und Arbeits-)Aufwand seine Fortbildungspunkte zu ergattern, auch spezifische inhaltliche Interessen in der Sache bzw. um ihrer selbst willen bestehen. In Rheinland-Pfalz, wo schon seit einiger Zeit eine von der Landespsychotherapeutenkammer verabschiedete Fortbildungsordnung in Kraft ist, existieren bereits feste lokale "Qualitätszirkel", die wir systematisch vermehren wollen, darüber hinaus möchten wir pro Jahr eine gemeinsame südwestdeutsche DGVT-Großveranstaltung durchführen. Über gemeinsame, unsere beiden Bundesländer übergreifende DGVT-Binnenstrukturen bzw. -gremien muss erst noch nachgedacht werden. Eine nächste gemeinsame Mitgliederversammlung ist für den 13. Oktober 2004 vorgesehen, die wieder in Kaiserslautern stattfinden soll.


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