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Bericht der Landesgruppe Saarland ('Rosa Beilage' zur VPP 2/2005 )

Neue Entwicklungen und Konzeptionen in der Verhaltenstherapie


Die Verhaltenstherapie hat in ihrer erst seit etwa einer Generation währenden Präsenz die traditionelle Psychotherapielandschaft grundlegend verändert und ist weiterhin in Bewegung. Neue US-amerikanische Publikationen sollen einem möglichst breiten Publikum hierzulande vorgestellt werden.

Fünf Kurse werden über die nächsten Jahre angeboten, von denen zwei jeweils neu konzipierte Ansätze zu ihrem Inhalt haben, nämlich die Acceptance and Commitment Therapy von S.C. Hayes et al. (New York, 1999) und der Forgiveness-Ansatz von R.D. Enright und R.P. Fitzgibbons (Helping Clients Forgive, Washington, DC: APA 2002/3; ebenso: Forgiveness is a Choice by R.D. Enright, Washington DC: APA Life Tools, 2002/3). Wiewohl der zuletzt genannte Ansatz gar kein genuin verhaltenstherapeutischer ist, unterstreicht er um so mehr das Potential der Verhaltenstherapie, da er verhaltenszentriert und unter Rückgriff auf bewährte verhaltenstherapeutischen Instrumente, die praktische Einübung der angezielten generellen Haltung oder "Einstellung" in den Mittelpunkt rückt.

Zwei andere der fünf angebotenen Kurse beinhalten Ansätze, die über mehr als drei Jahrzehnte in bemerkenswerter Selbstbescheidung konsolidiert worden sind. Es handelt sich einmal um die Problemlösetherapie, die Thomas D'Zurilla schon vor fast 35 Jahren zusammen mit M.R. Goldfried erstmals in einem Aufsatz skizziert hat (Th.J. D'Zurilla & A.M. Nezu, Problem-Solving Therapy. A Social Competence Approach to Clinical Intervention. New York, 1999). Und zum anderen um die von seiner Tochter Judith weitergeführte, "Kognitive Therapie" A.T. Beck's (J. Beck, Praxis der Kognitiven Therapie, Beltz: Psychologie Verlags Union 1999).

Ein weiterer Kurs (Arbeitstext: Volker Gadenne, Philosophie der Psychologie, Bern, Göttingen, Toronto, Seattle, 2004) befasst sich mit den philosophischen Grundlagenproblemen unserer Disziplin. Hier soll diskutiert werden, ob die Verhaltenstherapie ihre besondere Stärke nicht doch aus ihrer größeren Übereinstimmung mit unserem heute mehr und mehr von den Naturwissenschaften geprägten Weltbild bezieht, als die traditionalistische, dem Leib-Seele-Dualismus verschriebene Konkurrenz. Die Frage, ob die Psychologie am Ende ihre Existenzberechtigung als eigenständige Disziplin durch die expandierende "Hirnforschung" verlieren könnte, wird in diesem Kurs ebenfalls in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken.

Referenten: Dr. Raimund Metzger, Dr. Burkhard Hoellen, Dr. Bernd Keßler

Termine und Veranstaltungsort werden - abhängig von den Anmeldungen - festgelegt.

Teilnahmegebühren: Die Teilnahme an dieser Kurzfortbildung ist kostenlos.

Stichwort: Neuere Entwicklungen Metzger; Kursnummer: 62043

Anmeldung: Aus- und Weiterbildungsreferat der DGVT, Neckarhalde 55, 72070 Tübingen, Tel.: 07071/ 943444, Fax: 07071/ 943435, Email: awk(at)dgvt(dot)de


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