< vorheriger Artikel

Bericht der Landesgruppe Schleswig-Holstein ('Rosa Beilage' zur VPP 4/2000)

Von: Detlef Deutschmann, Doris Lütjen, Bernd Schäfer

Protokoll der regionalen Mitgliederversammlung am 30.9.2000 in Bad Bramstedt


Anwesend waren neben den LandessprecherInnen und Heiner Vogel vom Bundesvorstand insgesamt dreizehn DGVT-Mitglieder, so dass wir mit einer kurzen Vorstellungsrunde beginnen konnten. Als Tagesordnung war vorgesehen, dass zunächst Detlef Deutschmann über die bisherige Tätigkeit der DGVT-Landesgruppe berichtet, anschließend Bernd Schäfer berufs- und gesundheitspolitische DGVT-Positionen vorstellt, Doris Lütjen ein Brainstorming zur Zukunft der DGVT-Landesgruppe moderiert und abschließend Heiner Vogel auf konkrete Fragen der Mitglieder eingehen kann.

Nach der Vorstellungsrunde berichtete Detlef Deutschmann zunächst über die Entwicklung und bisherige Aktivitäten der DGVT-Landesgruppe in Schleswig Holstein. Er stellte kurz dar, wie sich Mitte 1998 vierzehn Psychotherapeutenverbände einschließlich der DGVT in der "Landeskonferenz der Psychotherapeutenverbände Schleswig-Holstein" zusammenschlossen. Diese ist seitdem Hauptansprechpartnerin für das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) in Fragen zur Umsetzung des Psychotherapeutengesetzes auf Landesebene. Die Fragen betreffen beispielsweise die Besetzung des Zulassungs-, Berufungs- und beratenden Fachausschusses, Fachfragen wie beispielsweise Prüfkriterien für die Approbation oder Regelungen zur Psychotherapeutenkammer in Schleswig-Holstein. Herr Deutschmann machte die Mitwirkung und berufspolitischen Positionen der DGVT-Landesgruppe in diesem Zusammenhang deutlich, schilderte bisherige Entwicklungen in Richtung auf eine Kammergründung und die damit verbundenen Fragen und Probleme. Konkret informierte er darüber, welche Aufgaben überhaupt in den Zuständigkeitsbereich einer zukünftigen Psychotherapeutenkammer gehören (Berufsaufsicht, Interessenvertretung und Förderung des Berufsstandes, etc.) und welche Aufgaben nicht dazugehören (Versorgungswerk, Regelung von Honorarfragen/ Punktwerten/ Gebührenordnungen, Ausbildungs-/Approbationsordnung). Wesentliche von der DGVT angestrebte Positionen im weiteren politischen Prozeß der Ausgestaltung des Kammergesetzes inklusive der Entwicklung einer Kammersatzung sowie einer Wahl- und Gebührenordnung wurden in diesem Zusammenhang nochmals verdeutlicht. Eine lebhafte Diskussion entflammte vor allem über die zukünftig von allen Approbierten Psychotherapeuten zu entrichtenden Zwangsbeiträge und deren Höhe. Von den Anwesenden wurde die DGVT-Position begrüßt, alle Möglichkeiten - einschließlich des Zusammenschlusses verschiedener Länderkammern per Staatsvertrag oder mindestens die Möglichkeit einer gemeinsamen Nutzung von Räumlichkeiten u.ä. - zu prüfen, um übermäßig hohe Beiträge zu verhindern und auf eine für die Mitglieder finanziell tragbare, effektive und kostengünstige Kammer hinzuwirken.

Weitere Diskussionsthemen waren die Sicherstellung einer angemessenen Vertretung von angestellten/verbeamteten Psychotherapeuten in der zukünftigen Kammer, die Gewährleistung von Transparenz der Kammerarbeit, die Verhinderung einer Abschottungspolitik gegenüber Berufseinsteigern, die Umsetzung einer angemessenen Zusammenarbeit mit ärztlichen Psychotherapeuten auf der einen und mit Patientenschutzverbänden auf der anderen Seite.

Insgesamt wurde in der Diskussion deutlich, welche für jeden einzelnen Approbierten für die Zukunft relevanten Fragen jetzt entschieden werden und weshalb es wichtig ist, sich diesbezüglich jetzt politisch zu engagieren, anstatt im nachhinein über unliebsame Entwicklungen zu meckern. In diesem Kontext wurde nochmals darauf hingewiesen, dass die DGVT-Landesgruppe gerne weitere aktive DGVT-Mitglieder enger beteiligen möchte, mit Interessenten wurden Absprachen getroffen.

Anschließend erläuterte Bernd Schäfer formale und inhaltliche Eckpunkte, innerhalb derer sich zukünftige DGVT-Landesstrukturen bewegen könnten. Die Schaffung von Landesstrukturen ergab sich aus Notwendigkeiten im Zusammenhang mit der Umsetzung des Psychotherapeutengesetzes. Die Umsetzung des PsychThG war und ist Ländersache und wird wesentlich von den Psychotherapieverbänden vor Ort mitgestaltet. In der DGVT-Bundesmitgliederversammlung vom 28. Februar 2000 in Berlin wurden die Landesgruppen in der DGVT-Satzung als unselbständige Gliederungen des Gesamtvereins verankert. Bisher treffen sich vom DGVT-Vorstand benannte LandessprecherInnen zweimal im Jahr untereinander und mit den Bundesgremien zur gegenseitigen Information und Diskussion. Die Landessprecher der norddeutschen Bundesländer versuchen zudem, die Kommunikationsstrukturen auf nordeutscher Ebene mit zusätzlichen Treffen zu intensivieren. Hinsichtlich der zukünftigen formalen Konstituierung der Landesgruppe wurde auf die Satzungsänderung (VPP 1/2000) verwiesen.

Bernd Schäfer betonte, dass sich die Aktivitäten der DGVT-Landesgruppe keineswegs auf die Umsetzung des Psychotherapeutengesetzes beschränken sollten. Hieran war die Landesgruppe bisher aktiv beteiligt und wird es auch in Zukunft sein. Im Zusammenhang mit der Umsetzung des Psychotherapeutengesetzes wurde auf das gesundheitspolitische Programm der "Allianz psychotherapeutischer Berufs- und Fachverbände" hingewiesen, welches zum Mitnehmen auslag (vgl. auch Rosa Beilage zu VPP 2/2000, S. 28-37). Für die anstehenden Aufgaben wurde Bedarf an weiteren aktiven "MitstreiterInnen" geäußert und nochmals auf die breite berufspolitische Orientierung der DGVT hingewiesen, die psychosoziales Handeln nicht lediglich auf die Anwendung von Psychotherapie begrenzt. Demnach wäre es wünschenswert, wenn sich aktive Landesgruppenmitglieder auch mit anderen Bereichen, wie z.B. Prävention, Beratung, Rehabilitation, Gemeindepsychologie u.ä., beschäftigen könnten.

Nach einer Pause sammelte Doris Lütjen in einem Brainstorming Interessen von einzelnen Mitgliedern bezüglich der zukünftigen Arbeit der DGVT-Landesgruppe. Diese lie�?en sich in folgende Bereiche unterteilen:

    • Aus- und Weiterbildung, ggf. Kooperation mit anderen Instituten
    • Supervision, Großarbeitskreise, Qualitätszirkel, Ideenbörse (integrative oder neue Techniken)
    • Vernetzung, Nutzung neuer Medien
    • Versorgungsstrukturen, Ambulanzen
    • Verschiedene Einzelthemen (Psychoonkologie, chronisch Kranke, Forensische Begutachtung, Opferbetreuung, Spezialisierungen, z.B. Kinder- und Jugendpsychotherapeuten).

Während der anschließenden Diskussionen wurde großes Interesse an mehr fachlichem Austausch und Kontakt untereinander deutlich. Deshalb wurde überlegt, ob zukünftig zu jeder Mitgliederversammlung ein Mitglied seinen/ihren Arbeitsbereich vorstellt oder über spezielle Themen referiert. Weitere Überlegungen gingen in Richtung der Etablierung von DGVT-Aus- und Weiterbildungsangeboten (Aufbau eines neuen Instituts, Kooperation mit anderen Instituten). Zudem wurde über Möglichkeiten zur kollegialen Supervision und über die Bildung von Qualitätsarbeitskreisen gesprochen.

Abschließend beantwortete Heiner Vogel vom Bundesvorstand Fragen zu personellen und strukturellen Entwicklungen in der DGVT, zu aktuellen berufspolitischen Positionen auf Bundesebene, aber auch zu individuellen Belangen, wie z.B. Möglichkeiten, zum jetzigen Zeitpunkt noch Approbation und Zulassung zu erhalten.

In einer Abschlussrunde wurde vorwiegend positive Kritik geübt, vor allem beeindruckte die enge Kooperation zwischen Landes- und Bundes-DGVT. Zudem schien die Wahl des Orts günstig zu sein.

Als Termin für die nächste Mitgliederversammlung wurde der 10. März 2001, in der Medizinisch-psychosomatische Klinik Bad Bramstedt, Birkenweg 10, um 10.30 Uhr, vereinbart.


Zurück