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Bericht der Landesgruppe Schleswig-Holstein

Von: Bernd Schäfer und Detlef Deutschmann

Mitgliederversammlung: Trotz strahlenden Sonnenscheins nach drei Wochen Dauerregen versammelten sich am 6. Oktober 2001 eine noch ausbaufähige Anzahl schleswig-holsteinischer DGVT'ler zur 3. regionalen Mitgliederversammlung in der medizinisch-psychosomatischen Klinik in Bad Bramstedt.


In einer netten und konstruktiven Atmosphäre widmeten wir uns ab 10.30 Uhr folgenden Themenschwerpunkten:
Stand der Kammergesetzgebung: Hierzu gab es in der Sache wenig Neues zu berichten. Seit mehr als einem Jahr verschiebt sich der Zeitplan des zuständigen Ministeriums immer wieder, ohne dass es hierfür offensichtliche Gründe gibt. Ursprünglich sollte noch vor der Sommerpause 2001 ein Kabinettsentwurf vorliegen, und es war geplant, das Gesetz noch im Herbst 2001 zu verabschieden. Nun ist es Herbst und den Kabinettsentwurf gibt es immer noch nicht, so dass mit einer Verabschiedung des Gesetzes in diesem Jahr wohl nicht mehr zu rechnen ist. Denn nach Vorlage des Kabinettsentwurfes wird es noch eine Anhörung der Verbände geben, der daraus resultierende Entwurf wird dann in den Landtag eingebracht, dort beraten und dann erst verabschiedet. Nach Verabschiedung wird dann der Errichtungsausschuss benannt, der ein Jahr Zeit hat, die erste Kammerwahl vorzubereiten. Es wird also mit der Kammer noch ein wenig dauern, was den Vorteil hat, dass wir noch Einfluss auf die Gesetzesgestaltung nehmen können und wollen. In der Mitgliederversammlung wurden die aus unserer Sicht kritischen Punkte des vorliegenden Referentenentwurfes noch einmal diskutiert. In manchen Punkten weichen die bisherigen DGVT-Positionen von denen der anderen in der Landeskonferenz zusammengeschlossenen Verbände ab. Diese Positionen sind an dieser Stelle schon häufiger ausgeführt worden und beziehen sich im Wesentlichen auf den Einsatz für eine angemessene Repräsentanz angestellter/verbeamteter KollegInnen in den Kammergremien, für basisdemokratische Regelungen und damit mitgliedernahe Kammerstrukturen, für eine kostengünstige Kammerorganisation, sowie für eine sinnvolle Regelung einer Weiterbildungsordnung. Die bisherigen DGVT-Positionen wurden von der Mitgliederversammlung noch einmal bestätigt und werden im anstehenden Anhörungsverfahren eingebracht werden.
Aktivierung angestellter/verbeamteter KollegInnen: Die Landesgruppe Schleswig-Holstein hat es sich zur Aufgabe gemacht, jenseits der bestehenden Verbandsstrukturen die approbierten und angestellten/verbeamteten KollegInnen für die kommende Psychotherapeutenkammer zu sensibilisieren und zu aktivieren, da nur auf diesem Weg eine angemessene Repräsentanz dieser Gruppe in den Kammergremien zu erreichen sein wird. Hierzu wurde bisher ein Aufruf verfasst, der an angestellte/verbeamtete KollegInnen schon verschickt wurde oder noch verschickt werden wird. Erste und konstruktive Kontakte konnten dabei zu den in Erziehungsberatungsstellen Schleswig-Holsteins arbeitenden KollegInnen hergestellt werden. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal an alle abhängig beschäftigten KollegInnen wenden. Sie werden alle zwangsweise Mitglieder in der Psychotherapeutenkammer sein und mit relativ hohen Mitgliedsbeiträgen die Kammer finanzieren. Helfen Sie mit dafür zu sorgen, dass die Interessen angestellter/verbeamteter KollegInnen angemessen Berücksichtigung finden. Interessierte können sich jederzeit an uns wenden (Kontaktadressen stehen im Landessprecherverzeichnis der VPP).
Notfallpsychologie: Die in der letzten Mitgliederversammlung begonnene Diskussion zu diesem Thema wurde fortgesetzt. Zwischenzeitlich hat die Allianz psychotherapeutischer Berufs- und Fachverbände auf Bundesebene eine Kommission zu diesem Thema eingerichtet, in der auch die DGVT mitwirkt. Die Diskussion darüber, auf welche Anwendungsgebiete sich eine Notfallpsychologie erstrecken sollte, wird in dieser Kommission kontrovers diskutiert, wie auch die Frage, ob eine Notfallpsychologie zwingend Teil einer Heilbehandlung sein muss und dann nur von approbierten KollegInnen angewandt werden kann, oder breiter gefasst auch von KollegInnen ohne Approbation. Die Mitgliederversammlung sprach sich dafür aus, dieses Thema offensiv zu betreiben und tendierte eher für eine breit gefasste Vorstellung. Darüber hinaus wurde deutlich, dass eine Übertragung der bestehenden ärztlichen Notfallversorgungssysteme auf unsere Berufsgruppe für nicht sinnvoll gehalten wird.
Fortbildung: Frau Susanne Lietz stellte als Leiterin der Fachklinik "Peers Hoop" in Sillerup das dortige stationäre Behandlungskonzept für drogenabhängige Frauen und Männer vor. Neben einem informativen Referat entwickelte sich v.a. eine interessante Diskussion zu den Möglichkeiten psychotherapeutischen Handelns unter den gegebenen motivationalen Voraussetzungen. Diese sind häufig durch einen hohen Anteil Fremdmotivation gekennzeichnet (v.a. Behandlung nach § 35/36 BTMG "Therapie statt Strafe"), und in der Illegalität und im Gefängnis häufig mehrjährig erfahrene Sozialisation dominiert meist das Verhalten der KlientInnen zumindest in den ersten Wochen der Therapie. Auf Wunsch der Teilnehmer wurde beschlossen, das Referat nachträglich zu verschicken.
Abschließend wurde der Termin für die nächste Mitgliederversammlung festgelegt. Sie wird am Samstag, dem 16. März 2002, wahrscheinlich wieder in Bad Bramstedt stattfinden. Genaueres wird wie immer rechtzeitig in persönlichen Einladungen bekannt gegeben. Wer solange nicht warten will, ist herzlich eingeladen, sich jederzeit an uns zu wenden. Der aktive Teil der Landesgruppe trifft sich auch zwischen den Mitgliederversammlungen, das nächste Mal am 11. Dezember 2001 um 19.30 Uhr in Bad Segeberg.


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