< vorheriger Artikel

Bericht der Landesgruppe Schleswig-Holstein ('Rosa Beilage' zur VPP 1/2002)

Von: Detlef Deutschmann

Der Gesetzentwurf zur Änderung des Heilberufe-Gesetzes wurde doch noch am 29.11.01 durch den Sozialausschuss beraten und unverändert an den Landtag weitergereicht.


Der Landtag beschloss den Gesetzesentwurf in unveränderter Form in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten am 14.12.2001, womit kaum noch zu rechnen war. Das Gesetz wird nun im Laufe des Januar 2002 veröffentlicht und tritt dann im Kraft.
Am 9.1.2002 fand schon wieder die erste Landeskonferenz der Psychotherapieverbände in Schleswig-Holstein statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt sollte sein, die Erarbeitung einer Vorschlagsliste für das Ministerium, d.h. einer Liste von Psychotherapeuten aus Schleswig-Holstein, welche nach Ansicht der Landeskonferenz vom Ministerium in den Errichtungsausschuss berufen werden sollen. Dabei wurde in der Landeskonferenz weitgehend davon ausgegangen, dass sich das Ministerium wohl an dieser Liste orientieren werde.
Im Vorfeld der Landeskonferenz war es uns trotz überraschend zahlreicher schriftlicher Rückmeldungen von angestellten Psychotherapeuten aus Schleswig-Holstein auf unseren Infobrief zum Thema Psychotherapeutenkammer so kurzfristig nicht mehr gelungen, zumindest Vertreter der großen Gruppen der in Erziehungs- und Suchtberatungsstellen oder in Schulpsychologischen Beratungsstellen arbeitenden approbierten Psychotherapeuten zu motivieren, einen Vertreter zur Landeskonferenz zu schicken oder schon Personen für den Errichtungsausschuss vorzuschlagen.
So berichteten wir in der Landeskonferenz über unsere Info-Aktion und unsere Erfahrungen aus den Rückmeldungen, wonach viele angestellte Kollegen nicht über den konkreten Stand der Entwicklungen zum Thema Psychotherapeutenkammer in Schleswig-Holstein hinreichend informiert, aber durchaus daran interessiert sind, auch an einer aktiven Mitwirkung im Errichtungsausschuss. Wir vertraten die Auffassung, dass die angestellten Psychotherapeuten, die ca. 50% der Kammermitglieder stellen werden, im Errichtungsausschuss zahlenmäßig in Relation angemessen vertreten sein müssten, da es hier um die Festlegung so wichtiger Dinge wie einer Beitragsordnung für alle Kammermitglieder gehen werde. Eine nur aus dem Kreise der Landeskonferenz, in der die absolute Mehrzahl der 14 vertretenen Verbände ausschließlich oder zumindest überwiegend nur niedergelassene Psychotherapeuten vertreten, entwickelte Vorschlagliste könne deshalb nicht repräsentativ sein. Entweder sollte die Landeskonferenz sich hier um eine angemessene Einbeziehung zumindest großer Teile der angestellten Psychotherapeuten bemühen oder das Ministerium darauf hinweisen, das aus dem Kreise der Landeskonferenz aus diesen Gruppen keine Mitglieder für den Errichtungsausschuss benannt wurden, da diese in der Landeskonferenz nicht vertreten sind. Die Vertreter des DFT und der DGPT unterstützten in der sich anschließenden hitzigen Diskussion diese Position, während insbesondere die Vertreter der Vereinigung und des DPTV heftig dagegen polemisierten und schließlich in einer Abstimmung mit 3 Gegenstimmen erzwangen, dass allein aus den Verbänden der Landeskonferenz eine Vorschlagsliste für das Ministerium aufgestellt werde. Auch der BDP, der ja eigentlich nur die Interessen seiner angestellten Mitglieder in der Landeskonferenz vertreten sollte (die niedergelassenen BDP-Mitglieder werden dort ja durch den BDP/VPP vertreten), unterstützte hier, wie schon im Gesetzgebungsverfahren, unsere Anstrengungen für eine angemessene Vertretung der Angestellten in Kammer und Errichtungsausschuss nicht.
Im folgenden wurde dann aus dem Kreis der in der Landeskonferenz vertretenen Verbände eine Vorschlagsliste für das Ministerium abgestimmt, obwohl hier noch keinerlei Zeitdruck bestand (das Gesetz war noch nicht in Kraft und eine entsprechende Anfrage vom Ministerium lag auch noch nicht vor). Für die DGVT steht Detlef Deutschmann auf dieser Liste. Den übrigen Interessenvertretungsgruppen der angestellten Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein bleibt eigentlich nur noch die Möglichkeit, sich ganz schnell direkt an das zuständige Ministerium (Dr. Riehl) zu wenden, um die Besetzung des Errichtungsausschusses noch zu beeinflussen.


Zurück