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Kammerwahl ist ausgezählt - DGVT mit leichten Zuwächsen ('Rosa Beilage' zur VPP 1/2007)


Die letzten Monate waren durch die Wahl der Delegierten zur bayerischen Psychotherapeutenkammer bestimmt. Die DGVT-Landesgruppe hatte bereits frühzeitig Weichen gestellt, um in Gesprächen mit potenziellen Bündnispartnern stabile Listen und aussagefähige Programme erstellen zu können.
Im Bereich der Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen (in diesem Teil-Wahlkörper waren 8 Delegierte zu wählen) konnte eine eigene DGVT-Liste mit insgesamt 12 KandidatInnen erstellt werden. Im Bereich der Psychologischen PsychotherapeutInnen (37 zu wählende Delegierte) sind wir eine Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation (AVM), dem Deutschen Fachverband für Verhaltenstherapie (DVT) und Vertretern der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) eingegangen. Zusammen konnten wir unter dem gemeinsamen Listennamen "Moderne Verhaltenstherapie - Angestellte und Selbstständige für eine bedarfsgerechte psychotherapeutische Versorgung"(MoVe) 44 KandidatInnen aufbieten. In beiden Listen waren nach einigen Abstimmungen recht bald tragfähige Programme erstellt und jeweils auch in einem ansehnlichen Flyer aufgearbeitet (vgl. www.move-bayern.de) worden. Die Informationsveranstaltungen, bei denen wir über allgemeine Entwicklungen der Gesundheitspolitik informierten (und weiterhin informieren) und dies mit Infos zur Kammerwahl verknüpfen wollten, waren bisher leider nicht sehr gut besucht. Mit den Teilnehmern gab es dennoch anregende Diskussionen.

Letztlich zählt, was der Wähler sagt und das Ergebnis der Wahlauszählung zeigt, dass es für "uns" keine wesentlichen Verbesserungen gegenüber der letzten Wahl gegeben hat. Die KandidatInnen auf der Liste MoVe haben exakt die gleiche Zahl an Delegiertensitzen errungen wie bei der letzten Wahl und es sind auch dieselben Delegierten gewählt worden: Heiner Vogel, Prof. Hans Reinecker, Rainer Knappe, Rudi Merod, Prof. Willi Butollo.
Besonders erfreulich ist aber, dass wir erstmals im KiJu-Bereich einen Kandidaten "durchbringen" konnten: Hier wurde Willi Strobel aus Ingolstadt gewählt.
Wir danken allen KandidatInnen, die jetzt nicht den Sprung in die Delegiertenversammlung geschafft haben. Und ebenso gilt unser Dank natürlich allen weiteren Unterstützern und Unterstützerinnen und insbesondere allen WählerInnen!

Wie sehen die Ergebnisse der Listen aus? zunächst im Bereich der PP:

Unter den 3.985 Wahlberechtigten gab es eine Wahlbeteiligung von 59,15%. Die Stimmenverteilung über die Listen hinweg führte zu folgender Anzahl an Delegiertensitzen:

Liste 1 "Moderne Verhaltenstherapie" (s. o.): 5 Delegierte
Liste 2 "Integrative Liste Psychotherapie" (v. a. DGPT und BVVP): 10 Delegierte
Liste 3 "Freie Psychotherapeut/innen im Gesundheitswesen (v. a. Deutsche Psychotherapeutenvereinigung): 11 Delegierte
Liste 4 "Bündnis Psychotherapie ohne Fesseln" (v. a. BDP/VPP): 4 Delegierte
Liste 5 "Die Angestellten BVAPP" (Krankenhauspsychotherapeuten): 2 Delegierte
Liste 6 "Unabhängige Liste: Qualität durch Methodenvielfalt" (GwG, DGH, Systemiker): 4 Delegierte
Liste 7: Neuropsychologie, Angestellte und Moderne Methoden" (v. a. GNP): 1 Delegierter

Die Delegiertenplätze werden dann - gemäß der Wahlordnung - diejenigen Angehörigen der jeweiligen Liste einnehmen können, die gemäß der Zahl der auf sie abgegebenen Stimmen die jeweils ersten Rangplätze auf der Liste haben (nicht unbedingt gemäß der Reihenfolge, wie sie eingereicht wurde, bzw. wie sie auf dem Stimmzettel stand).

KJP-Wahlkörper:

Unter den 811 Wahlberechtigen gab es eine Wahlbeteiligung von 61,04%, die Stimmenverteilung erbrachte folgende Delegiertenzahl für die beiden Listen:

Liste 1 "Bündnis KJP Bayern" (v. a. VAKJP, BKJ und Deutsche Psychotherapeutenvereinigung): 7 Delegierte
Liste 2 "KJP-Liste der VerhaltenstherapeutInnen der DGVT" (s. o.): 1 Delegierter

Insgesamt verlief der Wahlkampf aus unserer Sicht recht harmonisch. Keine der 7 Listen im PP oder der 2 Listen im KJP-Bereich hat angefangen, andere zu kritisieren. Jede hat sich bemüht, eigene Ideen und Besonderheiten hervorzuheben. Möglicherweise war dies für die WählerInnen nicht leicht nachzuvollziehen. Unterschiede, die tatsächlich da waren/sind, blieben somit schwer erkennbar. Gelegentlich hörte man Sätze wie: Die Listen wollen ja doch alle das gleiche, oder? Das durchaus freundliche Umgehen der Listen miteinander wird aber die Zusammenarbeit nach der Wahl erleichtern. Denn da sollte es wichtig sein, dass möglichst viele Gruppen sich mit der Arbeit der Kammer identifizieren können und daran mitwirken.
Ob und welche Rolle die DGVT-Vertreter in der Kammer zukünftig spielen werden, kann zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht gesagt werden; die Wahlen zum Kammervorstand sind am 29. März - bis dahin dürfte es hinter den Kulissen engagierte Gespräche geben.

Weitere Informationen zur Kammerwahl 2007 finden Sie hier

Rudi Merod, Sonja Stolp, Heiner Vogel


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