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Bericht über das First General Meeting der European Association for Behavioral and Cognitive Therapies am 10. März 2007 in Barcelona

Von: Thomas Heidenreich und Andreas Veith

Das erste Treffen der EABCT in diesem Jahr fand traditionell am Ort des diesjährigen Kongresses in Barcelona statt.


Nach den üblichen Präliminarien wurden zunächst einige neue Anträge auf Mitgliedschaft diskutiert. Interessanterweise zeigt sich, dass die EABCT auch über die letzten Jahre offensichtlich bei vielen Vereinigungen und Verbänden auf Interesse stößt, die bisher entweder noch nicht Mitglieder waren oder die sich erst in jüngerer Zeit gegründet haben. In diesem Zusammenhang wurden auch die verschiedenen Mitgliedschafts-Typen sowie die jeweiligen Zugangsregelungen diskutiert: gemäß einem Vorschlag des Vorstandes sollen Vollmitglieder (die auch wahlberechtigt sind) solche Verbände sein, die sich ausschliesslich der Förderung und Verbreitung der kognitiven und Verhaltenstherapien widmen, während Verbände, die auch andere Zielsetzungen haben als assoziierte Mitglieder aufgenommen werden können. Im weiteren Verlauf wurde die Anfrage eines Mitglieds diskutiert, ob die EABCT bei Tragödien oder Unglücken öffentlich Stellung beziehen solle. Aufgrund der Tatsache, dass solche Ereignisse leider sehr häufig sind wurde angeregt, nur in Ausnahmefällen aktiv zu werden; bei politisch kontroversen Ereignissen wird der Vorstand in der Regel keine Stellungnahme abgeben. Ebenso wurde diskutiert, ob der Vorstand der EABCT beim Tod wichtiger Fachvertreter (wie etwa Michael Mahoney im vergangenen Jahr) eine öffentliche Erklärung abgeben solle. Es wurde vereinbart, dass dies in der Regel nicht geschehen soll, allerdings solle dem Lebenswerk der entsprechenden Vertreter bei den Kongressen entsprechend Raum gegeben werden (z. B. in Vorträgen, Symposien etc.). Nach langer erfolgreicher Dienstzeit erklärt Rod Holland seinen Rücktritt vom Amt des Communication Officer. Für diesen für die Außenvertretung der EABCT wichtige Posten stellte sich Jaak Beckers, derzeit Leiter der Arbeitsgruppe für Training-Standards, zur Wahl. Bisher liegt noch keine Nominierung für diesen dadurch freiwerdenden Posten vor. Im Hinblick auf die Kommunikation zwischen der EABCT und anderen Fachverbänden auf europäischer Ebene wurde der Vorstand beauftragt, Kontakte zu einzelnen Verbänden herzustellen und mit diesen gemeinsam ggf. bestehende Potentiale zur Synergie zu nutzen. Dies soll insbesondere in Bereichen geschehen, in denen traditionell stark mit kognitiv-behavioralen Ansätzen gearbeitet wird, obwohl einzelne Verbände keinen Kontakt mit der EABCT oder lokalen KVT-Verbänden pflegen (z. B. im Bereich Trauma, Sucht, Psychosenforschung). Weitere Tagesordnungspunkte betrafen die Arbeit des Akkreditierungsausschusses und die Arbeit der Working group on training standards: hier zeigte sich, wie auch schon in den zurückliegenden Jahren (und Jahrzehnten!), dass eine europaweit einheitliche Regelung aufgrund der Heterogenität der Ausbildungssysteme nur schwer erreichbar sein dürfte.
Breiten Raum nahm auf dieser Sitzung auch die Planung weiterer Kongresse ein: Wie an dieser Stelle bereits mehrfach mitgeteilt findet der durch die EABCT organisierte diesjährige 5. Weltkongress für Verhaltenstherapie vom 11. bis 14. Juli in Barcelona statt. Wie immer gibt es Informationen zum Weltkongress unter www.wcbct2007.com. Das wissenschaftliche Angebot ist beeindruckend vielfältig, insgesamt wurden über 1.000 Papers und Posters eingereicht und es liegen bereits sehr viele Anmeldungen vor. Dennoch wäre es schön, wenn sich noch mehr Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland für eine Teilnahme entscheiden würden. Der 38. Kongress der EABCT im kommenden Jahr findet in Helsinki statt. Informationen finden sich unter www.eabct2008.org. Für diesen Kongress stehen die Fristen für die Einreichung von Beiträgen bereits fest: Symposien, Miniworkshops und Programmvorschläge können bis zum 15. Dezember 2007 eingereicht werden. Offene Papers, Poster, Round Tables und Paneldebatten bis zum 31. März 2008. Der Kongress 2009 wird in Kroatien stattfinden (genauere Informationen und die entsprechende Internetadresse werden an dieser Stelle bekanntgegeben). Der Kongress 2010 wird in Mailand/Italien stattfinden. Der wahrscheinlichste Veranstaltungsort für 2011 wird Reykjavik (Island) sein. Details werden wie immer an dieser Stelle veröffentlicht, sobald sie uns vorliegen.


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