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Elektronische Gesundheitskarte

Von: Waltraud Deubert

In vielen europäischen Ländern werden elektronische Gesundheitskarten eingeführt (siehe hierzu den Artikel „Europe goes eHealth“). In Deutschland hat sowohl der Deutsche Ärztetag als auch die Delegierten des 10. Deutschen Psychotherapeutentages ihre Skepsis zur Entwicklung und Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) geäußert. Für die Kritiker sind die Konsequenzen der Einführung der eGK nicht vollständig geklärt. Dies bezieht sich vor allen Dingen auf einen belegbaren medizinischen Nutzen der eGK für Patientinnen und Patienten, die datenschutzrechtliche Umsetzung, die einen Missbrauch verhindert, sowie auf ein akzeptables Kosten-/Nutzenverhältnis. Für die Psychotherapeuten und Mediziner ist bisher nicht klar erkennbar, ob die technischen Lösungen einen ausreichenden Schutz der Patienten-Arzt- bzw. Patienten-Psychotherapeuten-Beziehung sicherstellen. Von entscheidender Bedeutung für die Akzeptanz ist die Datensicherheit des Online-Informationssystems. Technologien zum Schutz der Patientendaten sollten deshalb oberste Priorität der Politik haben. Für die neuen Technologien brauchen wir eine Staatsführung, die Sicherheitsstandards vorschreibt. Gefordert wird außerdem ein medizinischer Nutzen für die Patientenversorgung. Ein sicherer elektronischer Datenaustausch untereinander sollte Qualität und Effizienz des Gesundheitssystems verbessern und den Zugang zu lebenswichtigen Informationen liefern. Außerdem müssen die zusätzlichen Belastungen für die Heilberufe durch die eGK berücksichtigt und entsprechend vergütet werden. Kosten der Entwicklung können nicht auf Patienten und Heilberufe abgewälzt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.diekrankheitskarte.de sowie www.egk-kritik.info


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