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Bericht der Landesgruppe Schleswig-Holstein (Rosa Beilage zur VPP 3/2007)


Im Zentrum unserer Arbeit der letzten Monate stand die Wahl zur 2. Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holsteins. Insgesamt 5 DGVT’lerInnen kandidierten zusammen mit KandidatInnen von BDP und GwG und einem verbandsunabhängigen Kollegen in dem Wahlbündnis „KAM ON“. KAM ON erhielt bei der Wahl 9 der 18 Kammersitze und mit Andrea Radvan, Detlef Deutschmann, Dietmar Ohm und Bernd Schäfer werden zukünftig 4 KollegInnen aus der DGVT in der Kammerversammlung vertreten sein. Das ist ein Wahlergebnis, das besser kaum hätte ausfallen können und wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns ihre Stimmen gegeben haben. 7 der 9 gewählten KAM ON-VertreterInnen erhielten mehr Stimmen als die höchsten Repräsentanten der alten Kammerversammlung, was noch überraschender ist als die Sitzverteilung und nur als eindeutige Abwahl der Kammerpolitik des alten Vorstandes interpretiert werden kann.

Wir betrachten dieses Wahlergebnis nun als klaren Auftrag, uns an verantwortlicher Position dafür einzusetzen, dass unsere Vorstellungen von einer schlanken, kostengünstigeren, mitgliedernahen, transparenten und ausgewogenen Interessenvertretung der neuen Heilberufe umgesetzt werden. Das dürfte allerdings nicht so einfach werden, denn im Grunde brachte die Wahl zwei unterschiedliche Ergebnisse. Betrachtet man die Stimmenverteilung kann gar kein Zweifel daran bestehen, dass eine große Mehrheit unter den Pflichtmitgliedern eine in unserem Sinne veränderte Kammer wünscht. Da es uns aber leider nicht gelungen war mehr KollegInnen für eine Kandidatur zu gewinnen, konnten auch nicht mehr als 9 Sitze erzielt werden. Und das sind eben „nur“ 50% der Sitze in der Kammerversammlung und keine Mehrheit. Wenn wir wirklich Entscheidendes ändern wollen, brauchen wir die Mitwirkung der gewählten VertreterInnen des „Wahlbündnisses“, (das vorher 2/3 der Kammersitze inne hatte, das eine Nordkammer bisher pauschal ablehnte und das in der neuen Kammerversammlung 8 Sitze besetzen wird) und/oder des einzigen Einzelkandidaten, der den 18. Sitz gewinnen konnte.

Unsere Bemühungen vor der konstituierenden Sitzung der Kammerversammlung waren demnach stark davon geprägt, die in der Wahl unterlegenen KollegInnen in die zukünftige Vorstandsarbeit einzubinden und eine eigene Mehrheit im Kammervorstand anzustreben. Leider ist uns nur der zweite Teil davon gelungen. Da die KollegInnen aus dem konkurrierenden Bündnis nicht für eine Mitarbeit im Kammervorstand bereit waren, entschied sich auf der konstituierenden Kammerversammlung, dass wir den Vorstand alleine bestücken. Für die DGVT sind nun Detlef Deutschmann und Dietmar Ohm als Beisitzer und Bernd Schäfer als Vize-Präsident im fünfköpfigen Kammervorstand aktiv. Zur Kammerpräsidentin wurde Juliane Dürkop gewählt und Dorothee Katz komplettiert das Gremium. Darüber hinaus ergab sich durch die Wahlen zu den Kammergremien, dass Detlef Deutschmann im Finanz- und Haushaltsausschuss und Andrea Radvan im Ausschuss für Fort- und Weiterbildung mitarbeiten werden. Schließlich wurde Bernd Schäfer zum Delegierten für den Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) der Bundespsychotherapeutenkammer (bptk) gewählt, sowie Detlef Deutschmann und Dietmar Ohm jeweils als Stellvertreter. Diese vielversprechenden personellen Konstellationen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass hinter diesem Vorstand nur 50% der Kammersitze stehen, so dass schwer vorherzusagen ist, was inhaltlich tatsächlich gehen wird. Eines kann aber sicher als Fazit der letzten Jahre festgehalten werden: Engagement lohnt sich!

Diese Wahlergebnisse bringen mit sich, dass die DGVT in der neuen Kammerversammlung nicht nur stärker, sondern auch in verantwortlicher Position vertreten sein wird. Das ist in unserem Sinne. Andererseits verstärkt das leider ein Problem der DGVT-Landesgruppe in Schleswig-Holstein, denn noch mehr als bisher dürften die knappen Ressourcen unserer aktiven Landesgruppenmitglieder von der Kammerarbeit absorbiert werden. Das ist nicht schön, denn die DGVT ist vielfältig in ihrer Mitgliederstruktur und in ihren Aufgaben und das soll auch so bleiben. Unsere Mitglieder kommen aus den verschiedensten psychosozialen Berufen und als Fachverband haben wir einen versorgungspolitischen Auftrag, der mit einer berufspolitischen Interessenvertretung der neuen Heilberufe alleine sicher nicht hinreichend abgedeckt ist. Wenn wir aber der DGVT-Vielfalt  auch in Schleswig-Holstein gerecht werden wollen, brauchen wir mehr aktive Mitglieder. Wir sind immer offen für KollegInnen, die sich beispielsweise auf dem Fortbildungssektor engagieren wollen, die die Landespolitik aufmerksam beobachten und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die psychosoziale Versorgung und auf psychosoziale Arbeitsfelder (z.B. Beratungsstellen) kritisch reflektieren, die beispielsweise in einem Qualitätszirkel mitarbeiten oder einen solchen gründen wollen oder die vielleicht einfach nur die DGVT-Politik im Ganzen aktiv mitgestalten wollen z.B. dadurch, dass sie ein Amt als LandessprecherIn wahrnehmen. Der Mitgestaltungsmöglichkeiten gibt es viele.

Die nächste konkrete und relativ harmlose Gelegenheit ergibt sich voraussichtlich am Mittwoch, dem 10.10.07. Dann findet nämlich um 19:00 Uhr wieder in der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik in Bad Bramstedt die 11. Regionale Mitgliederversammlung statt. Die Einladung wird auch die genaue Tagesordnung enthalten. Fest steht, dass die Landessprecher auf dieser Mitgliederversammlung neu gewählt werden. Aber Sie sind uns selbstverständlich auch dann herzlich willkommen, wenn Sie sich nicht aktiver in der DGVT engagieren möchten.

Detlef Deutschmann, Bernd Schäfer
Kontakt: schleswig-holstein@dgvt.de


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