< vorheriger Artikel

Rundmail an DGVT-Mitglieder zur Praxiskostenerhebung

Im August haben die Geschäftsstelle und der Vorstand der DGVT erstmals via Email alle Mitglieder, die eine Emailadresse angegeben haben, über ein aktuelles gesundheitspolitisches Thema informiert. Wir konnten dadurch ca. 60% der Mitglieder auf direktem Weg erreichen.


Toll war, dass viele die Gelegenheit genutzt haben, mit ihren Fragen direkt auf die Email zu antworten. Das hat den Austausch sehr zeitnah und Kosten sparend gestaltet. Weniger optimal war der Umstand, dass wir z.B. niedergelassene KollegInnen bisher nicht systematisch von angestellt Tätigen KollegInnen selektieren können. Damit Sie solche Aktionen in Zukunft nicht verpassen, bitten wir Sie, der Geschäftsstelle auch Emailadressenänderungen mitzuteilen.

Informiert wurde auf diesem Weg über die Praxiskostenerhebung im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im August/September als Grundlage für den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) und damit die zukünftige Honorierung der kassenärztlich zugelassenen KollegInnen. Auf Anfrage haben wir den KollegInnen, die direkt von dem beauftragten Forschungsinstitut angeschrieben wurden und den interessierten KollegInnen, die eigeninitiativ einen Bogen ausfüllen wollten, ausführliche Hinweise zu den einzelnen Fragen zugesandt. Für weitere Fragen standen wir telefonisch zur Verfügung.
Zufrieden mit dem Rücklauf zeigte sich Mitte September das Forschungsinstitut, das von der KBV beauftragt wurde. Insgesamt 1900 Fragebögen seien eingegangen, ca. 1000Fragebögen wären dabei von den Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen ausgefüllt worden. Die übrigen Bögen habe die Gruppe der psychotherapeutisch Tätigen ÄrztInnen ausgefüllt. [1]

Noch einmal das Wichtigste in Kürze: Seit vielen Jahren geht ein gemeinsames Bemühen aller Psychotherapeutenverbände, unterstützt durch die Kammern, dahin, dass die Honorare im vertragsärztlichen Bereich eine gerechte Höhe erreichen. Das letzte Gesundheitsreformgesetz (GKV-WSG, vom 1. April 2007) hat festgelegt, dass bald ein neuer EBM zwischen der KBV und den Spitzenverbänden der Krankenkassen vereinbart werden soll, der den Niedergelassenen dann feste Werte in Euro zusichern soll. Die Erstellung des EBM wird bereits seit geraumer Zeit innerhalb der KBV vorbereitet.[2] Leider ist die Höhe der Psychotherapiehonorare immer wieder umstritten. Die Festlegung der Honorarhöhe im Rahmen der zuständigen Gremien ist in gewisser Weise zwar ein Ergebnis der Abstimmung der Beteiligten, dennoch muss sie bestimmten allgemeinen Regeln über die Angemessenheit der Honorarhöhe folgen. Beispielsweise sind die Praxis(un)kosten und der Zeitaufwand zu berücksichtigen.

Im Ergebnis der verschiedenen Beratungen in der letzten Zeit wurde nun festgelegt, dass es eine neue Untersuchung bei den Vertragspsychotherapeuten geben soll, die eine empirische Basis für die derzeitigen Praxiskosten bietet. Die Fragebögen dazu wurden an Psychotherapeutische Praxen in ganz Deutschland verschickt. Die Praxen, die angeschrieben wurden, wurden zufällig aus der Gesamtzahl aller vertragspsychotherapeutischen Praxen ausgewählt.[3] Es war außerordentlich wichtig, dass die KBV korrekte Daten über Praxiskosten von Psychotherapeuten erhält, weil auf der Grundlage dieser Daten die zukünftige Honorarhöhe der Psychotherapeuten kalkuliert werden wird. Wir haben auf unserer Homepage (www.dgvt.de/aktuelles/praxiskosten2007) einige wichtige Punkte zusammengestellt. Es geht beispielsweise darum, welche Kosten zu berücksichtigen sind, was die einzelnen Leistungspositionen zu bedeuten haben und insbesondere darum, wie die neue Position "delegierbare Leistungen" zu verstehen und auszufüllen ist.

Hier konnten verschiedene Posten aufgeführt werden, die von den Psychotherapeuten nebenbei mit erledigt werden, die aber von einer Arzthelferin oder einer Hilfskraft ausgeführt werden könnten.

Folgende Leistungen sind beispielsweise delegierbar und die Liste ist vielfältig zu ergänzen: Einladungsbriefe versenden, Glühbirnen wechseln, Geschenke kaufen, Arbeitsmaterialien kopieren und mitgeben, Psychologische Tests durchführen und auswerten, Telefondienst (Termine machen, Absage entgegennehmen und Termine neu besetzen), Eingabe in die Abrechnungssoftware, Buchhaltung, Rechnungen und Mahnbriefe, Bericht an den Hausarzt tippen und versenden, Konsiliarbericht anfordern und Eingang überwachen, Tippen der Anträge (z.B. von Band), versenden und archivieren, Datenpflege, z.B. Adressaktualisierung, PC- und Büromaterialien kaufen, Recherche von berufspolitischen Neuerungen oder zu bestimmten Fachthemen, Reinigungs- und Renovierarbeiten, Qualitätsmanagement – Auswertung von Evaluationsfragebögen, Anmeldung für Fortbildungsangebote, Anreise und Zimmerbuchung, Fahrtkostenabrechnung zu berufspolitischen Veranstaltungen ausfüllen,  bei eigenen Fortbildungs- oder Intervisionsveranstaltungen Rahmenbedingungen organisieren, Power Point-Vorträge und vieles mehr…


[1] Fachärzte für Nervenheilkunde, Neurologie, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Ärztliche Psychotherapeuten.

[2] Lesen Sie dazu den Artikel „Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung“ in dieser Rosa Beilage 3/2007, S. 22

[3] Wir haben bereits das letzte Mal auf unserer Homepage über diese Erhebung informiert. Archiv/Fachgruppe/Niedergelassene/Seite 2 "Erläuterung zur Erhebung der jährlichen Praxiskosten durch das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI)").


Zurück