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Bericht der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen (Rosa Beilage zur VPP 4/2007)

Ärztekammern geben uns Unterstützung bei der Identitätsfindung


Den Ärztekammern in NRW ist es gelungen, zur Identitätsfindung Psychologischer Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Entscheidendes beizutragen. Ihnen ist wohl aufgefallen, wie schwer sich Patienten damit tun, die richtige Bezeichnung der neuen Heilberufe zu lernen. Während Ärzte als Ärzte oder „Herr/Frau Doktor“ bezeichnet werden (auch dann, wenn sie keinen haben) werden die neuen Kollegen als Psychologe, Kindertherapeutin, Psychotherapeut oder manchmal auch Psychiater bezeichnet (was wohl am meisten wurmt).
Nun haben die Ärztekammern doch Ihren Beitrag zur Sicherstellung der Berufsbezeichnung beigetragen. Sie haben dafür gesorgt, dass das Heilberufegesetz NRW dahin gehend geändert wurde, dass die Psychotherapeutenkammer NRW sich als „Kammer für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten“ zu bezeichnen hat. Damit soll der Verwechslung mit den psychotherapeutisch tätigen Ärzten Einhalt geboten werden. Endlich wissen alle Patienten, mit wem sie es zu tun haben. Ärzte sind die Doktoren, alles andere, was mit „Psycho-“ zu tun hat, hat einen komplizierten unaussprechlichen Namen.
Nur mit großer Anstrengung und intensiver Lobbyarbeit, auch von Seiten der NRW-Landesgruppe der DGVT, ist es gelungen, einen Kompromiss zu erreichen. Der bisherige Name „Psychotherapeutenkammer NRW“ darf als Kurzbezeichnung verwandt werden, wenn „Irreführung“ ausgeschlossen ist. (Fragt sich, wodurch Hilfe suchende Patienten mehr in die Irre geführt werden. Durch ein Wortungetüm wird es nicht zur Klarstellung kommen.) Die Ärztekammern werden weiter darüber stolpern, dass die neuen Heilberufe nicht eindeutig benannt werden und es zu Verwechslungen kommt. Dabei wäre es doch so einfach, zwischen Ärzten und Psychotherapeuten zu unterscheiden, auch wenn es Ärzte gibt, die sich zusätzlich als Psychotherapeuten bezeichnen (Geht es hier womöglich um Konkurrenz und Machtstreben?).
Es ist uns gelungen, den bisherigen Namen weiter zu verankern, wenn auch mit Einschränkung. Der Name „Psychotherapeut“ kann als der Name verwandt werden, der weniger in die Irre führt. Es wird den Patienten gelingen, diese eingängige Berufsbezeichnung als eindeutige Kurzform für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zu verwenden und diese sicher von psychotherapeutisch tätigen Ärzten zu unterscheiden.
Viele Gespräche und Kontakte haben dazu geführt, dass die Frage der eingängigen Berufsbezeichnung ins Blickfeld geraten ist. Immer wieder wurde Unverständnis über das Ansinnen der Ärztekammern geäußert. Der Name „Psychotherapeutenkammer“ wurde als der „richtige“ angesehen. Dies bestärkt in der Überzeugung, sich diese Berufsbezeichnung zu Eigen zu machen. Alles andere wäre Irreführung. Natürlich wird jeder Kollege darauf verweisen, dass er auf Basis psychologischer oder pädagogischer Grundausbildung psychotherapeutisch weitergebildet ist. Dies werden wir als Qualität herausstellen, alternativ zu den Psychotherapeuten, die als Ärzte auf Basis einer medizinischen Grundausbildung psychotherapeutisch weitergebildet sind.
Wir werden sehen, dass solche Scharmützel dazu beitragen, dass irgendwann für Patienten klar ist, wann sie zu einem Psychotherapeuten und wann sie zu einem Arzt gehen.
Johannes Broil, Jürgen Kuhlmann, Veronika Mähler Dienstuhl
Kontakt: nordrhein-westfalen@dgvt.de


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