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„Etwas Besseres als den Tod findest du überall!“

Der Länderrat zu Gast in Bremen


Der Länderrat machte sich am 15. Februar 2008 auf die Reise nach Bremen. Im Gegensatz zu den Bremer Stadtmusikanten kam er dort auch an und hatte sich an diesem und dem darauf folgenden Tag ein vielseitiges Programm vorgenommen.
Herzlich begrüßt wurde der Länderrat von Peter Hegeler, der den LandessprecherInnen seinen Arbeitsplatz, das Zentrum für schülerbezogene Beratung, als Sitzungsort zur Verfügung stellte. In den Pausen versorgte er die Teilnehmer liebevoll mit Kaffee und interessanten Hinweisen rund um seinen Beruf als Schulpsychologe.
In den Sitzungszeiten wurden die Ärmel hochgekrempelt und zunächst wurden die diversen Kongresstermine Ende Februar/Anfang März 2008 vorbereitet, an denen Landessprecher und Kammerdelegierte mitwirken wollten.
Wie jedes Jahr, sollten sich die LandessprecherInnen am Stand „Länderbüro“ vorstellen und für Mitglieder ansprechbar sein. Hier haben sich vor allem die Landessprecherinnen für die Besetzung des Standes in ihrer Kongress-Mittagspause zur Verfügung gestellt.
Die Länderkonferenz am 29.2.2008 sollte sich einem Thema der niedergelassenen PsychotherapeutInnen widmen – dem potentiellen Ausstieg aus der KV, der aktuell besonders in Baden-Württemberg und Bayern heftig diskutiert wird   . In einem Inputreferat wollte Rudi Merod die Vor- und Nachteile von Verträgen außerhalb der KV vortragen.[1]
Die Veranstaltung „Meine Kammer und ich“[2] wurde federführend von Andrea Benecke und Jürgen Friedrich gestaltet. Hier sollten die Kammerdelegierten interessierten Mitgliedern Rede und Antwort stehen.
Nicht zuletzt war die Mitgliederversammlung am 3.3.2008 ein wichtiger Termin für die Landessprecher, da hier eine lang geplante Satzungsänderung, in der die berufliche Vertretung der Mitglieder zum Satzungszweck des Gesamtverbandes erklärt werden sollte.[3]
Es folgte ein Blick auf die nächste groß angelegte Veranstaltung: das Dialogforum Weiterbildung II. Hier werden Dr. Ulrich Wenner, Richter am Bundessozialgericht, und Martin Klett, Weiterbildungsausschuss der Bundespsychotherapeutenkammer, am 25. April 2008 die sozialrechtlichen Vor- und Nachteile von Weiterbildungsordnungen erörtern.[4] Am 26. April 2008 wird die vereinsinterne Debatte und die politische Positionierung folgen.
Bernd Schäfer regte darauf hin den Länderrat an, über Sinn und Unsinn der Strukturdebatte zu reflektieren. Er blickte auf einen holprigen Beginn mit der neuen Struktur zurück, was aus seiner Sicht in der Rücknahme des Beschlusses zur Stimmengewichtung auf der Länderkonferenz in Tübingen gipfelte. Darauf folgten die von der inhaltlichen Debatte um die Psychotherapie nach Heilpraktikergesetz beseelten Treffen in Saarbrücken und Mainz, die sowohl gut besucht als auch im Ergebnis sehr befriedend waren. Insgesamt bewertet der Länderratssprecher die neuen Strukturen als positiv. Sie drohten jedoch  ihren Zweck zu verfehlen, wenn nicht eine gute Rückkopplung mit den Landesgruppen erfolgen würde. Auch der Länderrat wertete die neuen Strukturen als Chance. Durch die gesicherte Besetzung des Länderrats sei sein kontinuierliches Arbeiten begünstigt, aber leider noch nicht optimal umgesetzt. Bernd Schäfer wurde vom Länderrat als Länderratssprecher wiedergewählt.
Dann nahmen sich die Landessprecher noch einmal das Diskussionspapier zur Heilpraktikerdebatte vor, mit dem Ziel es in nächster Zeit an die Gremien und Arbeitsgruppen in der DGVT zu verschicken. Der Länderratssprecher hatte bereits im Vorfeld eine Vorlage geliefert, die in einer Arbeitsgruppe diskutiert und ergänzt worden war. Es wurden in der Sitzung zwei weitere Arbeitsgruppen gebildet, eine die sich verstärkt dem Patientenschutz widmete, eine andere, die sich mit der Fokussierung auf die Verhaltenstherapie befasste.
Das ergänzte Papier wurde in der Zwischenzeit versendet und der Länderrat erwartet eine verbandsweite Diskussion und Positionierung, mit dem Ziel diese gemeinsame Position dann auch in den berufspolitischen Gremien zu vertreten.
Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) versandte an alle Verbände und Landeskammern ihren Entwurf „Perspektiven 2011“, in dem sie die Eckpfeiler ihrer berufspolitischen Vertretung markierten. Dieses Papier wurde im letzten Teil der Länderratssitzung diskutiert – von einer Stellungnahme des Länderrats wurde jedoch in der Kürze der Zeit abgesehen. Es fiel auf, dass der Werterhalt der Approbation nicht als explizites Ziel formuliert worden war. Das Papier wird beim nächsten Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) in Bremen am 31.5.2008 besprochen werden, so dass die Landessprecher die Bundeskammerdelegierten auf kritische Punkte aufmerksam machen können. Inspiriert durch das Programm der BPtK hat sich der Länderrat nun ein neues Schwerpunktthema gewählt: Die Zukunft der Psychotherapeutenkammern in Europa.
In der kommenden Zeit will sich der Länderrat dieser Fragestellung durch Informationsinput, Diskussion und Austausch mit den Entsandten in die EABCT, Andreas Veith und Thomas Heidenreich, auseinandersetzen.
Der Länderrat dankt Peter Hegeler für die Einladung in die Hansestadt. Wer dem Esel auf dem Rathausplatz zum Abschied noch die Füße gerieben hatte, hat gute Chancen, dass auch seine Wünsche in Erfüllung gehen.
Auf dass auch die Wünsche des Länderrates und seiner Mitglieder in Erfüllung gehen!
Für den Länderrat


[1] Bericht aus der Länderkonferenz in VPP 2/2008
[2] Meine Kammer und ich in der Rosa Beilage 2/2008
[3] Bericht von der Mitgliederversammlung in VPP 2/2008
[4] Der Länderrat lädt ein zur Diskussion über Weiterbildungsordnungen (Rosa Beilage 1/2008)


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