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Kurzbericht vom 12. Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) in Bremen

Der 12. Deutsche Psychotherapeutentag fand am 31. Mai 2008 in Bremen in einem guten Hotel, bestem Sonnenschein (draußen) und fröhlichem Gequake von Fröschen (ebenfalls draußen) bei insgesamt guter Arbeitsatmosphäre statt. Vorweg sei schon gesagt, dass es bis auf einen Beitrag zur Folter ein wenig spektakulärer DPT war.


Neben dem Bericht des Vorstandes, der bei einiger Kritik (vor allem wegen möglicher „Alleingänge” auch recht viel Lob bekam, stand sehr klar im Mittelpunkt der illustrierte Vortrag zur Folter von Egmont R. Koch im Mittelpunkt des DPTs. Egmont R. Koch zeigte anhand von eindrückend-bedrückenden Bildern, was in der Gegenwart an Foltermethoden - vor allem auch psychologischen - zugelassen und durchgeführt wird, auch von sogenannten westlichen „Demokratien”. Manche dieser Bilder brachten einige der Delegierten zum Wegschauen. In der folgenden Diskussion um die Resolution gegen Folter des DPTs gab es dann nur noch einige marginale Änderungswünsche, die Resolution wurde m. E. einstimmig verabschiedet und ist bereits auf der Internetseite der BPtK abrufbar.

Weitere TOPs waren dann Diskussionen um die Perspektiven bis 2011. In diesem Zusam-menhang wurde der geplante Psychotherapiekongress für 2010 weiter nach hinten verscho-ben, vor allem wohl aus Kostengründen. Die aktuelle Vorgabe sieht nun so aus, dass der Vor-stand an die Therapieverbände und die Psychologenverbände herantreten soll, um dann einen kostengünstigeren gemeinsamen Kongress zu ermöglichen. Auch ein eingebrachter Antrag auf eine weitere Referentenstelle wurde zunächst abgelehnt und bedarf weiterer Prospektierung.

Wichtig war dann die längere Diskussion über weitere Weiterbildungsordnungen. Ein Antrag aus Vertretern von Schleswig-Holstein und DGVT-Vertretern, keine Weiterbildungsordnungen mehr zu erarbeiten, verfehlte leider um zwei Stimmen die Mehrheit. Die Versammlung hat dann aber immerhin beschlossen, dass es keine weiteren Weiterbildungsordnungen vor der Analyse der Ergebnisse zum Forschungsgutachten zu den Psychotherapieausbildungen (PP/KJP) geben soll. Für den nächsten DPT im November 2008 sollten hier in der Vorbereitung noch deutlicher sozialrechtliche Konsequenzen aus dem Weiterbildungsbegriff eruiert werden. Insgesamt glaube ich, dass die Weiterbildungsfreude eher abzunehmen scheint, was  aus meiner Sicht sehr zu begrüßen ist. Schließlich geht es ja um „Weiterbildungen” nach einer Weiterbildung (Pardon: Ausbildung).

Schließlich wurden noch weitere Resolutionen (Versorgung von Kindern, G-BA, Mindestquoten) verabschiedet (fast immer einstimmig).

Zu weiteren TOPs kam die Versammlung nicht mehr, so dass Änderungen der Satzung der BPtK und der Geschäftsordnung des DPTs auf den nächsten DPT verschoben wurden.

Heinz Liebeck, Göttingen


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