< vorheriger Artikel

Doppelter Arzt-/Psychotherapeutenregistereintrag?

Ob neben der zweifachen Approbation als Psychologischer Psychotherapeut und als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (zumeist ermöglicht durch die Übergangsregelungen zum Psychotherapeutengesetz (PsychThG)) auch der doppelten Arzt-Psychotherapeutenregistereintrag von den Registerstellen zu gewähren ist, wurde von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) bislang uneinheitlich beantwortet. Viele KVen gingen davon aus, dass ein doppelter Arzt-/Psychotherapeutenregistereintrag grundsätzlich nicht möglich ist.


Für KollegInnen, die keine KV-Zulassung besitzen, dürfte diese Frage durchaus relevant sein. Die meisten Tarife der Privatversicherungen sehen als Voraussetzung, privat versicherte Erwachsene, Kinder und Jugendliche zu Lasten der Versicherung behandeln zu können, das Vorliegen der Approbation und eines entsprechenden Eintrags ins Arztregister vor. Somit kann der Doppeleintrag beruflich entscheidend sein und nicht nur eine bloße Formalität darstellen.

Das Bundessozialgericht hat mit Urteil vom 31.8.2005 (Az: B 6 KA 68/04) darauf hingewiesen, dass diejenigen, die eine Eintragung in das Arzt-/Psychotherapeutenregister sowohl als Psychologischer Psychotherapeut als auch als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut anstreben, auch die Voraussetzungen für den Fachkundenachweis hinsichtlich des jeweiligen Berufes vollständig zu erfüllen haben. Diese Ausführung impliziert, dass der Doppeleintrag ins Arzt-/Psychotherapeutenregister möglich ist, soweit eben die Voraussetzungen jeweils vorliegen. Einige KVen haben ihre bisherige Rechtsauffassung revidiert. Sie lassen künftig den doppelten Arzt-/Psychotherapeutenregistereintrag zu, sofern alle o. g. Voraussetzungen vorliegen.

Exkurs:Voraussetzungen für den Eintrag ins Arzt-/Psychotherapeutenregister (dieses wird von den regional zuständigen KVen geführt), ist neben der Approbation das Vorliegen des sog. Fachkundenachweises. Die konkreten Voraussetzungen für den Fachkundenachweis sind abhängig von der Rechtsgrundlage, nach der die Approbation erteilt wurde (§ 2 Abs. 1, § 2 Abs. 2 und 3 bzw. § 12 PsychThG).

Wir wären sehr an Rückmeldungen unserer Mitglieder interessiert über die aktuelle Umgehensweise der KVen mit diesem Thema: DGVT-Bundesgeschäftsstelle, Tel: 07071-9434-13, E-Mail: burgdorf(at)dgvt(dot)de.

Kerstin Burgdorf


Zurück