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DGVT mit langer Tradition bei Partizipation von AusbildungsteilnehmerInnen

Durch die Diskussion über die Aufnahme von AusbildungsteilnehmerInnen in Psychotherapeutenkammern hat die Diskussion um deren Partizipationsmöglichkeiten neue Impulse erhalten.


Aus vielen Ausbildungsverbänden erfährt man derzeit von der Einführung von AusbildungsprecherInnen und der Etablierung entsprechender Strukturen. Für den Ausbildungsverbund (AV) der DGVT zeichnet sich damit eine erfreuliche Entwicklung ab, die das jahrelange Bemühen bei der DGVT, TeilnehmerInnen auf vielfältige Weise in Kommunikationsprozesse mit einzubeziehen, eindrucksvoll bestätigt.
In der DGVT wurde seit Beginn der Ausbildungsumsetzung gemäß PsychThG darauf geachtet, Strukturen zu etablieren, die die Artikulation von Wünschen und Anregungen der AusbildungsteilnehmerInnen ermöglicht. SprecherInnen der Ausbildungslehrgänge einzurichten, ist deshalb auch seit jeher Standard im DGVT-Verbund und hat in den Ausbildungszentren vor Ort zu vielen positiven Ansätzen bei Kommunikation und Austausch geführt. Darüber hinaus konnten immer wieder durch den Kontakt zwischen der zentralen DGVT-Ausbildungsleitung und den SprecherInnen konkrete Weiterentwicklungsmaßnahmen an den einzelnen Standorten initiiert werden. Seit 2001 werden außerdem jährlich bundesweite zentrale KurssprecherInnenkonferenzen durchgeführt, in denen die SprecherInnen ihre Anliegen austauschen und übergreifend formulieren können. Beim Kurssprechertreffen 2008 am DGVT-Kongress in Berlin haben zuletzt 40 SprecherInnen teilgenommen und ausbildungsinterne Fragen genauso diskutiert wie allgemeine ausbildungspolitische Ziele und Perspektiven entwickelt. Für die Ausbildungsverantwortlichen der DGVT haben solche Impulse von den TeilnehmerInnen selbst wichtige und zentrale Bedeutung für die Weiterentwicklung der Ausbildungspraxis. Die seit 2004 jährlich zentral durchgeführte Zufriedenheitsevaluation bei allen AusbildungsteilnehmerInnen im DGVT-Verbund ist ein wesentliches Beispiel für solche konkreten Ergebnisse der Kooperation mit den SprecherInnen.
Die Entwicklung trägerübergreifender länder- und bundesweiter kammerinterner und –externer Vertretungsstrukturen von PsychotherapeutInnen in Ausbildung wurde von der DGVT von Beginn an begrüßt und unterstützt. Aktuell fördert der Verbund finanziell und durch die Zurverfügungsstellung von Räumen ein unabhängiges bundesweites Treffen der DGVT-AusbildungssprecherInnen im Herbst 2008, bei dem diese u.a. ihre Positionsbestimmung als DGVT-AusbildungsteilnehmerInnen weiterentwickeln wollen.
Bei der DGVT, mit ihrer bundeseinheitlichen Ausbildungsorganisation und mit dem Verband als Träger von Ausbildungsstätten, besteht darüber hinaus die spezielle Situation, dass AusbildungsteilnehmerInnen auch als Verbandsmitglieder an wichtigen Weichenstellungen beteiligt sind. Gerade hinsichtlich der ausbildungspolitischen Positionsbestimmung des Verbandes werden AusbildungsteilnehmerInnen intensiv beteiligt. So werden TeilnehmerInnen stets zu Symposien und Hearings zu Ausbildungsfragen als ReferentInnen geladen. Und nicht zuletzt durch die Besetzung diverser Verbandskommissionen mit aktiven AusbildungsteilnehmerInnen (bzw. durch KollegInnen, die eine Ausbildung unmittelbar absolviert haben) wird die spezielle Perspektive der AusbildungsteilnehmerInnen in Verband berücksichtigt. Als Beispiele hierfür seien genannt, dass seit einigen Jahren VertreterInnen der KurssprecherInnen zu DGVT-Intergremientreffen eingeladen werden, dass zuletzt eine Ausbildungsteilnehmerin Mitglied der DGVT-Qualitätssicherungskommission war und dass beim LandessprecherInnenduo in Baden-Württemberg ein aktiver Ausbildungsteilnehmer dabei ist.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass insbesondere die konsequent teilnehmerInnenorientierten Positionen des Verbandes zu ausbildungspolitischen Fragen sicher eine Ursache in den hier beschriebenen jahrelangen Partizipationsbemühungen hat.

Günter Ruggaber


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