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Stellungnahme zum Abschlussbericht des adhs-netzes


Das adhs-netz hat sich zur Aufgabe gemacht, Fachleuten, Betroffenen und allen anderen BürgerInnen Informationen zum Aufmerksamkeitsdefizitsysndrom zugänglich zu machen. In vielfältigen Materialien und besonders im Internet werden fundierte Informationen über Symptomatik, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten angeboten. Die DGVT begrüßt die Bemühungen des adhs-netzes und möchte ein Lob für die gut gelungenen Materialien aussprechen.

Ein typisches Merkmal des adhs-netzes ist das Zusammenwirken verschiedener Gremien, den Beiräten. Regionale Beiräte und der interdisziplinäre Beirat sowie verschiedene Arbeitsgruppen führten Experten aus ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen zusammen. Die Zusammenarbeit hat sich als fruchtbar erwiesen. Historische Barrieren wie die Unterscheidung medizinischer vs. nicht-medizinischer Berufsgruppen oder die enge Definition der Fallführung konnten abgebaut werden. An ihre Stelle trat ein Modell von interdisziplinärer Zusammenarbeit zu Gunsten und unter Mitwirkung der Betroffenen.

Die Anregung, eine Zertifizierung von ADHS-Behandlern vorzunehmen, betrachten wir demgegenüber mit Sorge. Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen beispielsweise treffen in ihrer Ausbildung häufig auf ADHS-Betroffene und erwerben damit eine hohe Kompetenz bei der Diagnostik und Behandlung von ADHS . Eine Beschränkung der Behandler auf zertifizierte Einrichtungen oder Personen würde die angespannte Versorgungslage für die Betroffenen weiter verschärfen.
Stattdessen bietet es sich an, eine Datenbank an Behandlern vorzuhalten, die ihre Kompetenz formal nachweisen müssten. Diese Datenbank könnte dann Betroffenen zur Orientierung dienen.

Insgesamt hat das adhs-netz zu erfreulichen Entwicklungen in der öffentlichen Wahrnehmung von ADHS und dem Austausch verschiedener Fachleute aus dem pschosozialen Bereich geführt. Eine Fortsetzung des Projekts halten wir für sinnvoll und notwendig.

Claudia Ruff für die DGVT


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