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Bundesregierung lehnt 20 %-Quote für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ab


Die DGVT hat in ihrer Stellungnahme an die Politik (siehe Rosa Beilage 2/08, Seite 4 ff.) gefordert, die im Gesetzentwurf vorgesehene Mindestquote von 10 % für PsychotherapeutInnen, die ausschließlich Kinder und Jugendliche behandeln, auf 20 % zu erhöhen. Erst eine Mindestquote in Höhe von 20 % kann zumindest rechnerisch einen Beitrag zum Abbau der Unterversorgung von Kindern und Jugendlichen leisten. Erfreulicherweise hat dann auch der Bundesrat auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause auf die Initiative des Landes Rheinland-Pfalz hin gefordert, die von der Bundesregierung im Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-OrgWG) ursprünglich vorgesehene Mindestquote von 10 % für Psychotherapeuten, die vor allem Kinder und Jugendliche behandeln, auf 20 % anzuheben.

Nichtsdestotrotz hält die Bundesregierung in ihrer Stellungnahme zum Bundesratsbeschluss an der 10 %-Quote fest. Sie befürchtet, dass eine höhere Quote es den Leistungserbringern ermögliche, sich in bereits relativ gut versorgten Gebieten niederzulassen und nicht in den Gebieten, in denen sie am dringendsten gebraucht werden.

Diese Befürchtungen sind u. E. jedoch unbegründet. Aufgrund der guten Nachwuchssituation bei den Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen ist davon auszugehen, dass für die Erfüllung der Quote genügend Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen zur Verfügung stehen werden. Derzeit befinden sich bundesweit 2 500 Personen in Ausbildung und 2008 werden ca. 250 Personen neu approbiert bei steigender Tendenz. Die rheinlandpfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer hat sich deshalb noch einmal persönlich an Bundesministerin Schmidt gewandt und für die rheinland-pfälzische Initiative geworben. Am Mittwoch, 24.9.08, fand im Rahmen der 94. Sitzung des Ausschusses für Gesundheit die öffentliche Anhörung statt (GKV-OrgWG, BT-Drucksachen: 16/9559, 16/10070). Die zum Thema befragen ExpertInnen haben sich einhellig für eine Mindestquote von 20 % ausgesprochen.

Waltraud Deubert


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