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Daten und Fakten zur Situation der Ärztinnen und Ärzte aus dem Gesundheitsministerium

Das Ministerium für Gesundheit hat angesichts der Ärzteproteste gegen schlechte Arbeits­bedingungen und Leistungskürzungen ein Faktenpapier veröffentlicht.


Der Arztberuf genießt nicht nur hohes Ansehen in der Bevölkerung. Auch die Einkommen der niedergelassenen beziehungsweise im Krankenhaus tätigen Ärztinnen und Ärzte sind ver­gleichsweise gut. Allerdings können sich die Einkommen je nach Fachgebiet und Standort unterscheiden.
Im westeuropäischen Vergleich liegen die Einkommen der Hausärztinnen und -ärzte im Mit­telfeld und nicht etwa am unteren Ende der Einkommensskala.
Ein durchschnittlicher Praxisumsatz von rund 200.000 Euro im Jahr 2005 zeige, dass man die Frage der ärztlichen Vergütung "differenziert betrachten" müsse. Angesichts dieser Zahlen sei es zweifelhaft, dass angeblich 20 bis 30 Prozent der Arztpraxen vor dem Aus stünden, sagte die Bundesgesundheitsministerin.

Sache der Selbstverwaltung

Schmidt äußerte Verständnis für Ärzteproteste, die sich gegen eine ausufernde Bürokratie und unnötigen Arbeitsaufwand richten. Allerdings seien diese Punkte vorrangig Sache der Selbst­verwaltung. Der Gesetzgeber sei weder für das Punktesystem bei der ärztlichen Vergütung noch für die Formulare verantwortlich. Die Verteilung der Honorare werde von den Kassen­ärztlichen Vereinigungen festgelegt.
Das Honorarsystem sei undurchsichtig und überholt, so Schmidt: "Wir werden von der politi­schen Seite in diesem Jahr noch einmal Druck machen, damit es endlich zu einer Änderung kommt." Bereits mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 seien die Rahmenbe­dingungen für eine Reform der vertragsärztlichen Vergütung beschlossen worden. Allerdings seien die von der ärztlichen Selbstverwaltung dafür zwingend zu leistenden Vorarbeiten bis heute nicht erledigt.

Kein Mangel an Ärztinnen und Ärzten

Deutschland hat die international höchste Arztdichte und damit eine gute medizinische Ver­sorgung. Die Zahlen belegen auch, dass es in Deutschland generell keinen Ärztemangel gibt. Die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen eines Medizinstudiums ist seit Jahren kon­stant.
Die Zahl der hier tätigen ausländischen Medizinerinnen und Mediziner überwiegt deutlich die Zahl der im Ausland arbeitenden deutschen Ärztinnen und Ärzte. Nur in wenigen Fällen gibt es Versorgungsengpässe, beispielsweise bei den Hausärzten in Ostdeutschland. Dafür wird die Bundesregierung unter anderem das Vertragsarztrecht liberalisieren.

Quelle: Homepage der Bundesregierung vom 17.1.06; weitere Informationen finden Sie unter http://www.bundesregierung.de


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