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5. Bundeskongress 2008 – eine Nachlese


Am 23. und 24. Oktober 2008 fand in der Nordrhein-Westfälischen Landesvertretung in Berlin der 5. Bundeskongress der DGIV statt. An diesen zwei Tagen war der Bundeskongress der zentrale Ort für alle Interessierten der selektivvertraglichen Versorgung. Mehr als 250 Teilnehmer aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik aber insbesondere auch aus dem Bereich der Leistungserbringer trafen sich zu einem Meinungs– und Erfahrungsaustausch. Der Bundeskongress hatte zwei thematische Schwerpunkte: zum einen sollte ein Resumée zur bisherigen Entwicklung der integrierten Versorgung gezogen und über ihre weitere Ausgestaltung diskutiert werden. Zum anderen sollten auch die anderen selektivvertraglichen Versorgungsmodelle aus dem SGB V und die mit ihnen verbundenen Möglichkeiten vorgestellt werden. Die grundlegenden Vorträge im Plenum am Vormittag des ersten Veranstaltungstages machten deutlich, dass die integrierte Versorgung im Gesundheitswesen kein Schattendasein mehr fristet. Vielmehr setzen Leistungserbringer und Industrie zunehmend auf die mit der integrierten Versorgung verbundenen Möglichkeiten. Wiederholt wiesen die Referenten auf die Vorteile hin, die sich aus der Leistungserbringung auf vertraglicher Grundlage ergeben. Die grundlegenden Veranstaltungen im Plenum hatten ihren Höhepunkt auf der Diskussion am ersten Abend über die Zukunft der integrierten Versorgung, an der auch Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestages teilnahmen. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass die integrierte Versorgung und die anderen selektivvertraglichen Versorgungsformen nach dem Willen des Gesetzgebers einen zunehmend breiteren Anwendungsbereich finden sollen. Über diese Modelle soll der Wettbewerbsgedanke in das Gesundheitswesen implantiert werden und so zumindest Kostensteigerungen dämpfen. In den zahlreichen Foren wurden einzelne Aspekte der selektivvertraglichen Versorgung erörtert und mit den Teilnehmern diskutiert. Ein besonderes Anliegen der DGIV war es, auch die Rolle der Pflege im Rahmen der integrierten Versorgung zu verdeutlichen. Mehrere Foren befassten sich dazu mit gestalterischen und praktischen Fragen. Hier wurde deutlich, dass die ambulante Pflege durchaus in der Lage ist, Schnittstellenprobleme zwischen den Sektoren aufzufangen und den Patienten in Rahmen der medizinischen Versorgung zu begleiten. Weitere Foren befassten sich mit Fragen der Telemedizin und der technischen Kommunikation zwischen den Leistungserbringern. Die Datenübermittlung, sei es von Terminen oder auch von Patientendaten, wird für eine abgestimmte Behandlung von überregional eingebundenen Leistungserbringern an Bedeutung gewinnen. Das in einigen Versorgungsverträgen als medizinisches „Servicemodul“ enthaltene Angebot, eine zweite fachliche Meinung einzuholen, wird durch die Möglichkeiten der Telemedizin deutlich vereinfacht. Die in den Foren geführten Diskussionen sollen nicht nur zum Nutzen der Teilnehmer sein, sondern zugleich auch die DGIV in die Lage versetzen, bei politischen Entscheidungsträgern die Bedürfnisse der Leistungserbringer zu formulieren. Dieser Kongress bietet den Teilnehmern jedes Jahr aufs Neue eine einzigartige Möglichkeit, Kontakte zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Der Vorstand sagt an dieser Stelle nochmals all den fleißigen Helfern Dank, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Der 6. Bundeskongress ist für den 29. und 30. Oktober 2009 geplant. Die Vorstandsmitglieder freuen sich auf ein Wiedersehen mit den Gästen und Freunden des Vereins.

Quelle: DGIV akut, Ausgabe 4 vom 15.12.2008


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