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Bericht der Landesgruppe Bayern (Rosa Beilage zur VPP 1/2009)


Neue Köpfe in der Landesgruppe: Mitgliederversammlung am 13. Dezember 2008

Am 13. Dezember fand die Mitgliederversammlung der Landesgruppe in den neuen Räumen des DGVT-Ausbildungzentrums am Candidplatz in München statt. Rudi Merod begrüßte die ca. 30 TeilnehmerInnen einleitend und berichtete von neuen Entwicklungen in der Kassenärztlichen Vereinigung. Anschließend gab Heiner Vogel einen Überblick über aktuelles in der Kammer und über DGVT-Positionen zu den dort laufenden Themen. Ein wichtiger Schwerpunkt war sodann die Beratung über die derzeitigen Diskussionen zu Strukturveränderungen in der DGVT. Die Idee, ein Delegiertensystem im Sinne einer Weiterentwicklung des derzeitigen Intergremientreffens einzuführen, soll die stärkere und verbindlichere Einbeziehung der verschiedenen Mitgliederbereiche und Fachgruppen der DGVT ermöglichen. Die Gefahr, dass sich dann allmählich eine Funktionärsstruktur bildet und der Kontakt zur Basis verloren geht, muss allerdings gesehen werden - ihr sollte bei den geplanten Änderungen  begegnet werden.

Höhepunkt der MV war dann die Neuwahl des Landessprecherteams: Hier konnten zwei neue Mitstreiter gefunden werden: Anselm Mugele aus Erlangen und Willi Strobl als Wolznach bei Augsburg werden nun gemeinsam mit Rudi Merod als Sprecher der Landesgruppe fungieren.

Neues aus der Psychotherapeutenkammer

Was sind die Aufgaben der Kammer? Insbesondere die Vertretung der Interessen der Mitglieder und der Einsatz für eine gute psychotherapeutische Versorgung. Die Umsetzung dieser recht allgemeinen Ziele erfordert, so wird immer wieder an vielen Beispielen deutlich, erhebliche fachliche Vorarbeit und qualifizierten und kompetenten Einsatz. Für die Kammer gibt es in dieser Hinsicht seit dem Herbst 2008 deutlich verbesserte Chancen. Anfang Oktober konnten endlich zwei Stellen besetzt werden, die schon seit einiger Zeit vakant waren: Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, Herr Dr. Ruoß, wird sich verstärkt um die fachliche Fundierung, die Erstellung von Expertisen und Positionspapieren kümmern. In den Händen von Herrn Schuster, des anderen neuen Mitarbeiters, liegt insbesondere das Engagement für Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung.

Neben diversen anderen Initiativen kann die Kammer sich damit fundierter mit der Vorbereitung von Veranstaltungen und Tagungen beschäftigen. Für September/Oktober wird ein Angestelltentag vorbereitet, am 21. März findet in München eine große Fachtagung zur Prävention psychischer Störungen statt.

Was war los im Bereich der KV?

Mit dem Jahreswechsel kamen der Gesundheitsfonds und das GKV-Wettbewerbsstärkungs­gesetz (WSG) und die daraus resultierenden Veränderungen. Diese Veränderungen haben die niedergelassenen PsychotherapeutInnen in Bayern nur wenig belastet. Anders sieht es bei den Fachärzten aus, diese mussten Honorareinbußen bis zu 45% hinnehmen. Dieses Faktum hat wiederum Auswirkungen auf die niedergelassenen PsychotherapeutInnen. Viele ärztliche KollegInnen, sprich KollegInnen mit Zusatztitel aber auch Psychiater, denken darüber nach, ihre Honorarverluste die sie hinnehmen müssen, dadurch (zumindest teilweise) zu kompensieren, dass sie mehr genehmigungspflichtige Psychotherapien machen. Dies könnte einerseits den PatientInnen zu Gute kommen, da durch diese Angebotsausweitung möglicherweise Wartezeiten verringert werden können. Die Frage ist, wie sich das auf das Gesamtbudget der PsychotherapeutInnen auswirken wird. Unklar ist auch, wie dann die Qualität dieser Therapien sein wird, da der „Zusatztitel“ deutlich eingeschränktere Fortbildungsanforderungen stellt. Hier muss sicherlich im Sinne des PatientInnenwohls eine Form des Qualitätsmanagements gefunden werden, die über das bisherige hinausgeht.

Zum zweiten Aspekt: der neuen Regelung der KJP Sitze. Hier gab es zunächst eine freudige Erregung, die langsam jedoch einem aufsteigenden Ärger Platz macht. Es fehlen genaue Angaben, wie sich die Zahlen in den einzelnen Kreisen darstellen, d.h. in welchen Kreisen noch zusätzliche TherapeutInnenplätze eingerichtet werden. Weiter fehlen Richtlinien, wie diese neuen Zahlen umgesetzt werden müssen, d.h. verlässliche Vorgaben, wie es sich mit denjenigen KollegInnen verhält, die bisher eine Ermächtigung haben usw. Die Auskünfte der KVen sind hier sehr widersprüchlich und führen zu deutlichen Verunsicherungen.

Ähnlich verhält es sich mit den „halben“ PsychotherapeutInnensitzen. Auch hier sind mehr Fragen als Antworten, obwohl diese Frage ja bereits seit zwei Jahren bekannt ist.

Im Sinne der KollegInnen und der PatientInnen ist bei all diesen Fragen zu hoffen, dass sehr bald verbindliche Vorgaben veröffentlicht werden.

Anselm Mugele, Willi Strobl, Rudi Merod


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