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Bericht der Landesgruppe Rheinland-Pfalz (Rosa Beilage zur VPP 1/2009)


Nachbardisziplinen erbringen neue Erkenntnisse, die gegebenenfalls sicher geglaubte Annahmen in Frage stellen und natürlich entwickelt sich auch unsere Disziplin aus sich heraus weiter, z. B. über Ergebnisse der Psychotherapieforschung. Wir haben daher Forscher aus unterschiedlichen Fachrichtungen eingeladen, um mit Ihnen zusammen zu diskutieren, inwiefern sich daraus Veränderungen für unsere Disziplin ergeben.

Im Namen der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz möchte ich Sie daher auf die Fachtagung, die am 26.9.2009 in Mainz stattfinden wird, aufmerksam machen. Wir wollen uns diesmal an eine Standortbestimmung der Psychotherapie wagen.

Wie kaum eine andere Forschungsrichtung haben in den letzten Jahren die Neurowissenschaften immer wieder für Aufregung gesorgt. Da dort mit neuen Strategien Verarbeitungsmechanismen im Gehirn untersucht werden, haben diese Ergebnisse unmittelbare Auswirkungen auf die psychologische Forschung und Berührungspunkte mit psychotherapeutischer Arbeit, die einerseits mit großem Interesse aufgenommen werden, andererseits bei vielen auch auf Skepsis stoßen.

Wir haben daher Frau Prof. Braun von der Universität Magdeburg eingeladen, die dort als Verhaltensbiologin die Abteilung Zoologie und Entwicklungsneurobiologie leitet. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt bei der Erforschung des Einflusses von Umweltreizen auf die Gehirnentwicklung. Sie wird uns kompetent auf den neuesten Stand bringen, in Bezug auf für Psychologie und Psychotherapie relevantes Ergebnis aus den Neurowissenschaften. Wir wollen außerdem einen speziellen Aspekt herausgreifen, nämlich die Diskussion, mit wie viel „freiem Willen“ der Mensch eigentlich tatsächlich gestalten kann (hierzu steht der Referent/die Referentin noch nicht fest). Fr. Dr. Odette Wegwarth wird sich der Frage annehmen, wie man „Intuition“ eigentlich erfassen kann und welche Rolle sie spielen kann (oder soll) in Zeiten evidenzbasierter Forschungsanwendung. Fr. Wegwarth arbeitet in der Forschergruppe um Prof. Gigerenzer am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin im Bereich „Adaptives Verhalten und Kognition“. Zu guter Letzt sollen in einem abschließenden Statement diese verschiedenen Aspekte gewichtet und bezüglich der Relevanz für die Psychotherapie bewertet werden.

Danach wird wie immer das Herbstfest der Landespsychotherapeutenkammer mit gutem Wein, gutem Essen und schöner Musik begangen, bei dem sich gute Gelegenheiten ergeben, neue Kontakte zu knüpfen und interessante Gespräche zu führen. Alle Mitglieder der Kammer sind zu Fachtagung und Herbstfest schon jetzt herzlich eingeladen.

Andrea Benecke


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