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AWMF-Leitlinien Angststörungen


Die Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat im Frühjahr 2008 zu einer Kommission zur Erarbeitung von Leitlinien zu Angststörungen eingeladen. Beteiligt sind die wesentlichen ärztlichen und psychotherapeutischen Fachgesellschaften, darunter auch die DGVT.

Die Kommission beschränkt sich auf die Erarbeitung von Leitlinien zur Behandlung von Panikstörungen mit und ohne Agoraphobie, Generalisierte Angststörung, Soziale Phobie und Spezifische (isolierte) Phobie bei Erwachsenen. Insofern ist der Arbeitsauftrag eingeschränkter als der Name der Kommission suggeriert.

Inzwischen hat die Kommission vier Mal getagt und durchaus schon einiges erreicht. In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden bisher grundlegende Schlüsselfragen weitgehend erarbeitet, so dass nun bald mit einer spezifischeren Bearbeitung begonnen werden kann. In nächster Zeit stehen Aufgaben an, wie die Erarbeitung von allgemeinen Konzepten der relevanten Psychotherapierichtungen, Fragen zur allgemeinen und spezifischen Diagnostik der hier zu bearbeitenden Angststörungen, therapeutischen Grundkonzepten (von Pharmakotherapie bis Psychotherapie). Es werden sich dann Bewertungen spezifischer Therapiekonzepte nach Evidenzkriterien anschließen. Mit einer ersten Vorlage der Leitlinien kann (nach meiner Einschätzung) im Sommer oder Herbst 2010 gerechnet werden, wenn weiterhin so kooperativ und einvernehmlich gearbeitet wird wie bisher. Dies ist ganz sicher ein Verdienst von M. Beutel als eigentlichem Leiter der Kommission.

Ob diese Harmonie in der Kommissionsarbeit bei den späteren Bewertungen (Welche Therapieverfahren sind effektiver und effizienter: Pharmakotherapie, Psychoanalyse, psychodynamische Therapie oder Verhaltenstherapie?; welche Evidenzkriterien sollen zugrunde gelegt werden?) durchgehalten werden kann, muss wohl abgewartet werden.

Heinz Liebeck, Göttingen


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