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Protestschreiben der DGVT wegen Streichung der Landesförderung für die Koordinationsstelle "Frauen und Gesundheit NRW" ('Rosa Beilage' zur VPP 1/2006)

Von: Waltraud Deubert

Sehr geehrter Herr Minister Laumann,

mit Unverständnis haben wir zur Kenntnis genommen, dass Ihr Ministerium beabsichtigt, die Förderung der Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW zum 31.3.2006 zu beenden. Sollte das Parlament dieser Entscheidung folgen, so würde nicht nur die erfolgreiche Arbeit der Koordinationsstelle von nunmehr fast 6 Jahren unwiderruflich zunichte gemacht, sondern auch die notwendige gesundheitspolitische Weiterentwicklung in NRW erheblich beeinträchtigt.
Das Gesundheitssystem steht vor der großen Herausforderung, die zur Verfügung stehenden Mittel ressourcenschonend und effektiv einzusetzen und gleichzeitig die Qualität gesundheitlicher Versorgung zu optimieren. Die Arbeit der Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW hat in den vergangenen Jahren auf eindrucksvolle Weise dokumentiert, dass für die Bewältigung dieser Zukunftsaufgabe ein differenzierter Blick auf Frauen und Männer unverzichtbar ist, weil er Handlungsbedarfe sehr viel differenzierter sichtbar macht und damit zielgenaues Handeln erst ermöglicht.
Als Brückenkopforganisation zwischen Politik, Wissenschaft, Selbstverwaltung und Praxis hat sie in den vergangenen Jahren die notwendigen strukturellen Voraussetzungen geschaffen, um eine geschlechterdifferenzierte Sichtweise systematisch im Gesundheitswesen zu verankern. So ist das inzwischen fest etablierte landesweite Netzwerk Frauen und Gesundheit NRW ein zukunftsweisendes Modell interdisziplinärer und sektorübergreifender Kommunikation und Kooperation im Gesundheitswesen in NRW. Die regelmäßig herausgegebene Zeitschrift informiert!, die Homepage www.frauengesundheit-nrw.de ermöglichen einen schnellen Zugriff auf Fachinformationen und unterstützen uns, unsere eigene Arbeit zu qualifizieren und zu effektivieren.
Mit der vorgesehenen Einstellung der Landesförderung für die Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit droht dieser notwendige Prozess ins Stocken zu geraten, werden ihm doch zentrale fachliche Ressourcen entzogen. Wir fordern Sie daher auf, diese Entscheidung zurück zu nehmen und die Arbeit der Koordinationsstelle langfristig zu sichern.

Mit freundlichen Grüßen
Waltraud Deubert
-Geschäftsstellenleiterin-


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