< vorheriger Artikel

Bericht über den 39. Kongress der „European Association für Behavioral and Cognitve Therapies“ vom 16. bis 19. September 2009 in Dubrovnik


Der diesjährige Kongress der EABCT stand unter dem Motto „New Perspectives“ und wurde in Kroatien ausgerichtet. Mit insgesamt über 1.000 Besuchern, einem umfangreichen wissenschaftlichen Programm (16 Invited Lectures, 38 Symposien und Panel Discussions, 113 Free Papers, 170 Poster und vielen Workshops) lieferte der Kongress viele Anregungen sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus praktischer Perspektive.

Der Eröffnungsvortrag wurde von David Clark (London) gehalten. Er berichtete über seine wissenschaftliche Arbeit der zurückliegenden Jahre und Jahrzehnte und stellte dabei zunächst den für seine eigene Arbeiten kennzeichnenden engen Zusammenhang zwischen kognitiver Grundlagenforschung und der Entwicklung innovativer Behandlungsprogramme vor. David Clark konnte wegweisende Impulse vor allem für die Behandlung der Panikstörung, der Sozialen Phobie sowie der Posttraumatischen Belastungsstörung liefern (viele Arbeiten wurden dabei gemeinsam mit seiner Frau, Anke Ehlers, durchgeführt). Im zweiten Teil seines Vortrags stellte er die Dissemination empirisch gut untersuchter Behandlungsansätze ins Zentrum: in Großbritannien findet aktuell eine beispiellose Umsetzung kognitiv-behavioraler Behandlungen in die klinische Versorgung statt (vgl. den Beitrag von Gaby Bleichhardt und Winfried Rief in VPP 3/2009). Unter den anderen eingeladenen Vorträgen fanden sich sowohl Kolleginnen und Kollegen, die auch in den zurückliegenden Jahren regelmäßig ihre Forschungsergebnisse vortrugen (z. B. Paul Salkovskis, Tom Borkovec) als auch in Europa seltener zu sehende Kollegen wie Mark A. Reinecke von der Northwestern University in Chicago. Sein Vortrag zum Thema Depression im Kindes- und Jugendalter verdeutlichte, dass dieses lange Zeit in der Forschung eher unterrepräsentierte Gebiet angesichts hoher Prävalenzzahlen sehr relevant ist. Aus den Symposien soll beispielhaft lediglich die Arbeit der „Common Language in Psychotherapy“-Gruppe um Isaac Marks genannt werden. Ziel dieser Anstrengung ist es, ein Lexikon wesentlicher psychotherapeutischer Begriffe zu erstellen und dies online zugänglich zu machen. Der aktuelle Stand kann unter http://www.commonlanguagepsychotherapy.org/ eingesehen werden. Die Einträge reichen mittlerweile von „Acceptance, Promoting of“ bis „Well being therapy“ und bieten einen spannenden Überblick sowohl zu gut bekannten kognitiv-behaviorolan Strategien wie Selbstsicherheitstraining und kognitiver Umstrukturierung als auch zu wenig bekannten Ansätzen – genannt seien hier die „Nidotherapy“ und  die „Method of Levels“ – wen das interessiert: schmökern auf der Homepage empfohlen!

Im kommenden Jahr wird der (40.) EABCT-Kongress vom 7. bis zum 10. Oktober 2010  in Mailand stattfinden. Neben dem bereits weit fortgeschrittenen wissenschaftlichen Programm ist als Highlight zu nennen, dass an einem der Kongressabende der Mailänder Dom exklusiv für BesucherInnen des Kongresses zu einem Konzert geöffnet wird. Im darauf folgenden Jahr wird der EABCT-Kongress vom 31.08.-03.09.2011 in Reykjavik, Island stattfinden und dann (ein weiteres Jahr später) vom 29.08.2012-03.09.2012 in Genf. Wie immer hoffen wir auf eine rege Beteiligung aus den Reihen der DGVT. Weitere Informationen erhalten Sie bei

Thomas Heidenreich und Andreas Veith


Zurück