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Bericht der Landesgruppe Berlin (Rosa Beilage zur VPP 4/2009)


Die Berliner Landesgruppe blickt auf unruhige Zeiten zurück und wohl auch voraus. Anfang des Jahres entschlossen wir uns, zur Kammerwahl im Juni 09 mit einer eigenen Liste anzutreten. Der Austritt aus dem „Bündnis für psychische Gesundheit“ erfolgte nach intensiver politischer Diskussion, führte zum Teil aber auch zu persönlichen Angriffen und verursachte Unverständnis bei den langjährigen Partnern im Bündnis. Dennoch überwogen für uns die politischen Vorteile, vor allem in Hinblick darauf, der DGVT ein klares und eigenständiges Profil zu geben, stärker die speziellen DGVT-Positionen vertreten zu können und damit langfristig auch mehr Berliner DGVT-Mitglieder zu einem Engagement bewegen zu können. Das Wahlergebnis erfüllte die Erwartungen, enttäuschte aber Hoffnungen. Mit drei Sitzen ist die DGVT in der neuen Kammer vertreten. Dies entspricht der Anzahl der bisher im Bündnis für die DGVT in der Kammer vertretenen Personen. Das Wahlergebnis des Bündnisses – das der DGVT politisch nach wie vor am nächsten stehen dürfte – verringerte sich ziemlich exakt um den entsprechenden DGVT-Anteil.

Während vor der Wahl überwiegend von der Rolle einer starken Opposition für die DGVT-Liste ausgegangen wurde, kam es überraschend zum Angebot eines Vorstandssitzes an die DGVT. Ob dieses Angebot taktische Gründe – Verhinderung von Opposition - oder inhaltliche Gründe hatte, war zunächst innerhalb der Landesgruppe umstritten. Letztlich nahm Armin Kuhr, unser Listenführer, das Angebot an, denn als ausgewiesener Experte für die immer wichtiger werdenden „neuen Versorgungsformen“ erhält er auf diese Weise die Gelegenheit, neue Ideen und Impulse in die unmittelbare Kammerarbeit einzubringen. Armin Kuhr wurde mit deutlicher Mehrheit in den Vorstand gewählt.

Neben anderen Fragen, wie sich z.B. die Landesgruppe zur sogenannten Kammergruppe, also den gewählten und nicht-gewählten Kandidaten der DGVT-Liste verhält, muss jetzt vor allem eine politische Einigung und die persönliche Klärung von Erwartungen an Art und Rolle der politischen Arbeit der DGVT in Berlin erfolgen.

Dabei ist die Kammerarbeit nur ein Aspekt der politischen Arbeit der DGVT-Landesgruppe in Berlin. Seit der letzten Rosa Beilage gab es zwei sehr gut besuchte Regionaltreffen; es besteht großes Interesse an regelmäßigen Treffen im 2-Monats-Rhythmus. Wir freuen uns sehr darüber, dass sich einige junge KollegInnen aktiv an der Landesgruppenarbeit beteiligen. Im Vordergrund der Arbeit der Berliner Regionalgruppe stand seit Anfang des Jahres der Kampf um die Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Berlin, die gerade für Kinder und Jugendliche trotz offiziell durch die KV Berlin postulierter psychotherapeutischer Überversorgung der Bevölkerung katastrophal ist; bis heute ist auch die 20 %-Regelung nicht umgesetzt.

Dabei ging und geht es auch um die intensive, u.a. juristische Unterstützung von KollegInnen bei Problemen rund um die KV-Niederlassung (z.B. beim Jobsharing, dem Praxiskauf, dem Erwerb halber Praxissitze, der Kostenerstattung sowie bei Anstellungsverträgen).

Erfreulich ist, dass die Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen im Rahmen der Regionaltreffen inzwischen stark vertreten sind und sich vernetzen, um ihre spezifischen Interessen zu vertreten. Unter anderem hat sich eine Gruppe von KollegInnen zusammengefunden, die sich regelmäßig mit dem Thema Kostenerstattung beschäftigen.

Mit finanzieller Unterstützung des DGVT-Vorstandes konnte am 1.10.09 eine Veranstaltung mit Rechtsanwalt Dr. Martin Stellpflug zum Thema „Juristische Fragen rund um die Niederlassung/KV-Zulassung“ realisiert werden, die mit rund 100 KollegInnen gut besucht war. Ein ausführlicher Artikel zu der Veranstaltung von unserer Kollegin Petra Stadler in diesem Heft (in der Rubrik „Alles was Recht ist“) informiert über die Inhalte.

Das nächste Regionaltreffen findet am Dienstag, dem 10.11.2009 ab 19 Uhr im Ausbildungszentrum Berlin der DGVT statt.


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