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Bericht der Landesgruppe Bremen (Rosa Beilage zur VPP 4/2009)


10 Jahre Psychotherapeutenkammer Bremen - Rückblick und Ausblick

Anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens veranstaltete die Psychotherapeutenkammer Bremen am 20. Oktober 2009 einen Workshop, um Rückblick zu halten und einen Ausblick in die Zukunft des Berufsstands zu unternehmen.

Beim Rückblick wies Kammerpräsident Karl Heinz Schrömgens darauf hin, dass die PTK Bremen die einzige Kammer in Deutschland sei, die einen basisdemokratischen Ansatz verfolgt (die Kammerversammlung tagt als Vollversammlung aller Bremer Kammermitglieder). Allerdings waren angesichts der ca. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Vorzüge dieses Ansatzes in seiner Problematik deutlich. Repräsentieren weniger als 10 % die Basis angemessen? Deutlich wurde, dass die Kammer als gemeinsames Sprachrohr der Bremer Psychotherapeuten gegenüber KV, Politik, Klinikleitungen, Kassen, Öffentlichkeit verstanden wird.

Als Leistungen der Kammer wurde der Aufbau des gemeinsamen Versorgungswerks mit Niedersachsen gewürdigt, die Umsetzung von Fort- und Weiterbildungsordnungen, der Berufsordnung sowie der Beschwerde- und Schlichtungsordnung. Sowohl die gemeinsamen Veranstaltungen mit anderen Heilberufekammern als auch der internetgestützte gemeinsame Psychotherapeutensuchdienst Psych-Info der Psychotherapeutenkammern Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein dokumentieren den Wunsch nach mehr Zusammenarbeit.

Der außerordentlich hohe Arbeitsaufwand bei moderaten Entschädigungen führte zu der Frage, wie die Zukunft der PTK Bremen zu sehen ist.

Aufgaben, die in der Zukunft intensiviert werden müssen, sind z.B.

  •  Austausch und Zusammenarbeit zwischen Psychotherapeuten der verschiedenen Verfahren
  • Förderung der Interdisziplinarität mit anderen Gesundheitsberufen, z.B. Ärzte, Sozialpädagogen, Lehrer
  • Beratung von PP in Anstellungs-Verhältnissen
  • Forderung der Krankenkassen, der KV, der Politik zur Qualitätssicherung. Wie steht der Psychotherapeut in der Zukunft dazu?
  • Entwicklung von Fortbildungsangeboten, insbesondere über die derzeitigen Richtlinienverfahren hinausgehend.
  • Aktionen zur Erhaltung der KV-Sitze und Beratung der neuen Generation von PP/KJP (Anstellung, Job-Sharing, Entlastungsassistenten).

Für die Zukunft werden Fragen auftauchen wie:

  • Wo werden die PP/KJP der Zukunft arbeiten? Einzelpraxis, Berufsausübungsgemeinschaft oder MVZ, in der Trägerschaft einer Kasse oder Kapitalgesellschaft?
  • Wie geht unsere Profession mit Versorgungsproblemen um.

Um all diese Aufgaben bewältigen zu können, ist die gegenwärtige Struktur mit 7 Vorstandsmitgliedern auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr hinreichend gegeben. Dies war der einhellige Tenor bei der Veranstaltung.

Es wurden zwei Hauptmodelle erörtert:

  • Reduzierung der Vorstandsmitglieder bei erhöhter Aufwandsentschädigung und damit Möglichkeit zu höherer Professionalisierung, zusätzlich eine halbe Bürokraft in der Geschäftsstelle.
  • Als zweites Modell wurde die Fusion mit der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen (PKN) erörtert bzw. als auszuarbeitendes Modell an eine Arbeitsgruppe weiter gegeben.

Ein positives Signal der PKN in Richtung gemeinsame Kammer liegt vor unter der Voraussetzung, dass die Kammern damit leistungsfähiger bei finanziellen Vorteilen werden und für den Fall, dass sich eine breite Zustimmung in beiden Kammern erreichen lässt. Der letzte Punkt wurde in der Diskussion kritisch gesehen, da Fusionen in anderen Organisationsbereichen eher zusätzliche Kosten verursachen.

Interessanterweise wurde die Einstellung eines hauptamtlichen Kammer-Geschäftsführers kritisch gesehen, da die fachliche Vertretung nach außen dem Präsidenten obliege.

Zur Fusion wurde auch auf die regelmäßig stattfindenden Treffen der vier norddeutschen Psychotherapeutenkammern hingewiesen. Die weitere Entwicklung wird unter Mitwirkung einer Moderatorin stattfinden, die auch bereits in der Sitzung am 20.10.09 den Prozess gesteuert hat. Die Ergebnisse der beiden Arbeitsgruppen sollen auf der übernächsten Kammervollversammlung vorgestellt werden, dann wird erneut eine Workshop-Tagung stattfinden. Diese soll wiederum mit der Vollversammlung rückgekoppelt werden. Die Vollversammlung soll dann entscheiden, welches Modell beschlossen wird. Der DGVT- Landessprecher ist Mitglied der Fusionsgruppe. Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt und werden berichten.


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