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Themenschwerpunkte für Niedergelassene

Die DGVT gründete sich mit sozialpolitischem Hintergrund im Jahre 1968. Beeinflusst durch die damaligen gesellschaftspolitischen Bewegungen wollten die Gründungsmitglieder keinen Verband, der Berufsgruppen hierarchisch abstufte, sondern wählten ein für soziale Berufe offenes Mitgliedermodell. Die Mitgliedschaft sollte vornehmlich durch die Stärkung und Entwicklung der Verhaltenstherapie verbunden sein.


Quelle: VPP 2/2005

Zum damaligen Zeitpunkt war die VT am Beginn ihrer Ausbreitung in Deutschland. Unter den niedergelassenen Psychotherapeuten gab es nur wenige Verhaltenstherapeuten. Eine GKV-Zulassung mit Niederlassungsberechtigung war damals ausschließlich für Psychoanalytiker reserviert. Von daher wurden die Angestellten in der DGVT mit zu Trägern der Verhaltenstherapie in Deutschland.
Im Gegensatz zu einigen anderen Verbänden der Psychotherapeuten, konzipierte sich die DGVT von Anfang an weniger formaldemokratisch, als vielmehr im Sinne radikaldemokratischer kooperativer und auch substanzieller Vielfalt.

Fachgruppe Niedergelassene

In angenehmer Weise ist die DGVT auch heute noch von diesen Traditionen geprägt, die den Gruppen und Gremien in der DGVT Eigenständigkeit und Entfaltung belässt. Eingebettet in diesen Rahmen gründete sich vor einigen Jahren die Fachgruppe der Niedergelassenen, weil eine Zunahme an niedergelassenen Mitgliedern in der DGVT seit Jahren in erheblicher Zahl zu beobachten war. Die derzeitige Entwicklung der Umschichtung bei den Psychotherapeutenverbänden, die auch Machtzusammenballungen als auch eine noch geringere Mitwirkung der Mitgliedschaft mit sich bringen wird, bewirkt mit großer Wahrscheinlichkeit auch eine weitere Zunahme der niedergelassenen Mitglieder in der DGVT. Kollegen mit sensiblem Demokratieverständnis werden sich bei der DGVT gut aufgehoben fühlen.
Die Fachgruppe gestaltet innerhalb der DGVT eine kompetente Vertretung und ein Forum für alle Niedergelassenen.

Veröffentlichungsreihe der Fachgruppe Niedergelassene

Derzeit werden in der Fachgruppe zwei Themenstränge verfolgt.
1. Arbeitzeiten: Die Kerngruppe hat sich, ausgehend von den BSG-Urteilen - die den Niedergelassenen die unseligen 36 Stunden pro Woche ins Stammbuch geschrieben haben - vertieft mit der tatsächlichen Wochensitzungszahl der niedergelassenen Psychotherapeuten innerhalb der GKV beschäftigt. Ein Thema, das bisher von den verschiedenen Institutionen und Verbänden aus unterschiedlichen Interessenlagen unter den Teppich gekehrt wurde. In dieser Ausgabe von VPP wird die Wochensitzungszahl der Themenschwerpunkt sein, das Thema wird in den nächsten Ausgaben der VPP fortgesetzt werden.

2. Neue Versorgungsformen: Veränderte Möglichkeiten der Versorgung außerhalb der GKV zeichnen sich ab. Stichworte sind hier Integrierte Versorgung und Disease Management Programme (DMPe). Sicherlich werden sich die Kollegen nur zu oft die Frage stellen, welche Relevanz diese Versorgungsformen für die Psychotherapeuten haben. Dieses Thema beginnt in dieser Ausgabe zunächst mit einer Glosse von Wolfgang Palm "Integrierte Versorgung Depression oder Wird die Prinzessin Wissenschaft demnächst den Praxis-Frosch wachküssen?" und wird in den nächsten Ausgaben von VPP fortgesetzt.

 


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