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Pressemeldungen zum DGVT-Kongress 2010


Kann die Neuropsychologie Gedanken lesen?

City-Night-Lecture mit Prof. Niels Birbaumer beim 26. Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung

Berlin, den 21. Januar 2010 – Rund 1100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) zu ihrem 26. Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung begrüßen. In Kooperation mit dem Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin findet die Tagung von Freitag, 5. März, bis Dienstag, 9. März, unter dem Rahmenthema „… BeziehungsWeise Psychotherapie!“ in der so genannten Rost- und Silberlaube der FU Berlin statt. In 28 Symposien, 22 Workshops und rund 150 Referaten wurden aktuelle Fragen der psychotherapeutischen Forschung und Praxis dargestellt und erörtert.
Mit einer City-Night-Lecture boten die Veranstalter auch interessierten Laien ein offenes Angebot. Professor Niels Birbaumer von der Universität Tübingen ist ein international gefragter Forscher und Praktiker auf dem Gebiet der Neuropsychologie. Er gab einen spannenden Einblick in die neuesten Ergebnisse der neuropsychologischen Forschung geben. Dabei ging er auch der Frage nach, wann ein Neuropsychologe Gedanken lesen kann.
Diese nur scheinbar esoterisch anmutende Fragestellung hat praktische Konsequenzen in der klinischen Arbeit. So können zum Beispiel vollständig gelähmte Menschen lernen, mit ihren Gedanken Maschinen zu steuern und somit neue Lebensqualität erlangen. Die City-Night-Lecture findet am Sonntag, 7. März, um 19.30 Uhr im Restaurant Piazza Rossa, Rathausstraße 5 in Berlin-Mitte statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.


Sind psychische Störungen die neuen Kinderkrankheiten?

Symposien des 26. Kongresses für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung beschäftigen sich mit aktueller Debatte

Berlin, den 25. Januar 2010 – „Unsere Kinder verelenden seelisch“ – so oder ähnlich lauten die Schlagzeilen über aktuelle Studien zu den „neuen Kinderkrankheiten“. Der 26. Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung, den die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie vom 5. – 9. März in Kooperation mit der Freien Universität Berlin in Berlin veranstaltet, greift diese Debatte auf. Angestoßen wurde sie unter anderem durch den 13. Kinder- und Jugendbericht, den die Bundesregierung im Sommer 2009 vorgelegt hat. Doch stimmen die verbreiteten  Horrorszenarien, wonach „20 Prozent aller Kinder und Jugendliche psychisch auffällig“ sind?

Ein Symposium am Samstag, 6. März, unter Leitung von Mike Seckinger vom Deutschen Jugendinstitut (dji) in München stellt Möglichkeiten der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen vor. Am Nachmittag wird in einem weiteren Symposium unter Leitung von Ute Ziegenhain, Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Ulm, nach den Folgen von Bindungsstörungen in der frühen Kindheit für die gesundheitliche Entwicklung der Kinder gefragt.

Die neuesten Forschungsergebnisse zum Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom – kurz ADHS – und neue psychologisch-psychotherapeutische Behandlungskonzepte werden auf einem weiteren Symposium am Sonntagnachmittag, 7. März, thematisiert. Weitere Symposien beschäftigen sich mit der Zukunft von Kindern psychisch kranker Eltern und mit den Behandlungs- und Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen. Der Kongress endet am Dienstagnachmittag mit einer Themeneinheit, die der Frage nach der Beziehungsgestaltung in der Ausbildung zur Psychologischen Kinder- und Jugendpsychotherapeutin oder zum Kinderpsychotherapeuten nachgeht.


Vom Objekt zum Menschen mit Geschichte

Kongress zeigt Chancen der Therapie als Alternative zur Psychiatrisierung auf

Berlin, den 31. Januar 2010 – „Psychotherapie und helfende Beziehungen statt Psychiatrisierung – Alternative Wege bei schweren seelischen Krisen“ lautet der Titel eines Symposiums am Samstag, 6. März, im Rahmen des 26. Kongresses für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung. Organisiert wurde dieses Symposium unter Leitung von Peter Lehmann, Diplom-Sozialpädagoge aus Berlin, hauptsächlich von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung. Sie wollen damit die Forderung des europäischen Jahres der Behinderung „Nichts über uns ohne uns“ mit Leben füllen oder – wie es der Vortrag von Wilma Boevink, Trimbos-Institut Utrecht/NL, programmatisch formuliert – „vom psychopathologischen Objekt zum Menschen mit Geschichte“ werden.

Ein zweites Symposium im Rahmen des von der DGVT und der Freien Universität Berlin veranstalteten Kongresses am Sonntagvormittag, 7. März,  geht der Frage nach, wie Psychiatrie-Erfahrene die „BeziehungsWeisen“ in der Psychiatrie verändern. Dieses Symposium fühlt sich dem trialogischen Prinzip verpflichtet: Es kommen Professionelle, Angehörige und Psychiatrie-Erfahrene zu Wort.

In einem dritten Symposium am Dienstagnachmittag, das aktuelle Konzepte zur Behandlung schizophrener Psychosen vorstellt, erhält Tania Lincoln von der Universität Marburg den D.G.V.T.- Preis 2010 für ihre innovative Forschung zur Wirksamkeit von kognitiv-verhaltenstherapeutischen Interventionen. Menschen, die an einer schizophrenen Psychose leiden, können damit gestärkt werden. Diese psychotherapeutischen Instrumente setzen auf die Beteiligung des psychisch leidenden Menschen und stärken seine Fähigkeiten, die schizophrenen Symptome für sich beherrschbar zu machen.


Hinweis für die Medien: Wenn Sie über den Kongress und seine Themen berichten möchten, bestellen Sie sich den Kongressführer bei der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie, Postfach 1343 in 72003 Tübingen (Tel. 07071/943494 oder E-Mail kongress(at)dgvt(dot)de) unter Angabe Ihres Namens und der Medien, für die Sie berichten. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie auch unter www.dgvt.de/kongress


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