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Bericht der Landesgruppe Baden-Württemberg (Rosa Beilage zur VPP 2/2010)


KV-Wahlen 2010: In diesem Jahr finden wieder Wahlen zur Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg statt. In die Vertreterversammlung werden 50 Personen gewählt, die prozentual das Verhältnis der Ärzte in den vier Wahlkreisen repräsentieren werden. Auch die Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit Kassenzulassung können fünf Delegierte wählen.

Zur Wahl selbst: Im Mai werden die Wahllisten aufgelegt, gewählt wird im Juli. Die DGVT hat sich dazu entschlossen, auf einer gemeinsamen Liste mit dem bvvp (Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V.) anzutreten. Dr. Wolfgang Bürger, Psychologischer Psychotherapeut aus Karlsruhe, wird für die DGVT kandidieren. Wir wünschen unserem Kandidaten viel Erfolg und hoffen auf Unterstützung bei der Wahl durch unsere Mitglieder.

Neue KJP-Sitze in Baden-Württemberg: Auch in Baden-Württemberg stehen nun die Zahlen der neuen KJP-Sitze fest: Es sind genau 38,5 Sitze neu auszuschreiben. Der Haken ist auch hier die abgestufte Vorgehensweise bei der Ausschreibung der Sitze. Erst wenn 2,5 Sitze (Heilbronn und Karlsruhe) besetzt sind, werden die restlichen Sitze ausgeschrieben. Sowohl für die Bewerber als auch für die Patienten auf den Wartelisten ist das ein großes Ärgernis.

Die Bewerbungsfrist für die erste Runde endete am 26.4.2010. Für die nächsten Sitze finden sich weitere Informationen unter:http://www.lpk-bw.de/archiv/news2010/100329_kjp-mindestquote.html

Psychotherapeutenkammer: Eine weitere Vertreterversammlung fand im März statt, inhaltlich ist die Diskussion um die Zukunft der Ausbildung hervorzuheben. Nach sachlicher Information und Diskussion wurde einstimmig ein Appell an die Delegierten des Deutschen Psychotherapeutentages verabschiedet: Bei der Versammlung am 8. Mai sollen diese für den Master als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildungen der Berufe zum Psychologischen Psychotherapeuten (PP) und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) im Psychotherapeutengesetz votieren. Diese Resolution ist auf der Homepage der LPK-BW nachzulesen.

Nachgetragen wird an dieser Stelle eine Auswertung der Kammer-Wahlen 2009 nach Berufsgruppen, Verfahrenszugehörigkeit, Listen und Gender-Gesichtspunkten. Ausgewertet wurden die Angaben aus den Wahlflyern oder dem Internetauftritt der Wahllisten.

14 Personen in der Vertreterversammlung (VV) arbeiten als Angestellte: sechs in Klinik oder Rehabilitations-Einrichtungen, vier kommen aus dem universitären Bereich, drei aus Beratungsstellen und eine Person arbeitet in der Verwaltung eines Fachverbandes. Als Verfahren oder Richtung (Achtung: Mehrfachnennungen oder fehlende Nennungen) wurden VT (7), Familientherapie(2), Gestalt (1), Neuropsychologie (1) und Psychoanalyse(1) zugeordnet. Alle Angestellten sind als PPs gewählt worden, es fehlt in der VV eine angestellte KJP. Von den Listen sind – wen verwundert es – die Liste der Angestellten mit vier Personen vertreten, Kammer besser machen (unterstützt von der DGVT) mit drei  Personen, Beratungsstellen mit zwei Personen, Neue Gemeinsame Liste (NGL) mit zwei  Personen und je mit einer Person Psychotherapeutenbündnis, Kompetenz und Vielfalt (dahinter steht der BDP) und Freie Liste. Gender-Gesichtspunkte: Elf  Männer und drei Frauen vertreten die Sache der Angestellten.

26 Personen sind als Niedergelassene berufstätig: Bei den auf PP-Listen gewählten Personen wurde 13 Mal Psychoanalyse oder tiefenpsychologische Verfahren als Verfahren genannt, fast genauso oft VT (12). Zusätzlich: Gesprächspsychotherapie, Familientherapie, AT. Doppelnennungen wurden wieder mitgezählt. Bei den Listen überwiegt mit 14 Personen eindeutig das Psychotherapeutenbündnis, fünf Personen kommen von der Neuen Gemeinsamen Liste (NGL), die Freie Liste ist mit vier Personen vertreten und die Liste Kompetenz und Vielfalt (dahinter steht der BDP) mit einer Person. Gender-Gesichtspunkte: 13 Frauen und 12 Männer sind bei den Niedergelassenen gewählt, aufgeteilt in 18 PP und acht KJP (5 PA, 3 VT).

Zusätzlich wurden zwei PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) erstmals gewählt mit der Besonderheit, dass sie vermutlich am Tage ihrer Prüfung wieder aus der VV ausscheiden müssen. Da nur „Fortgeschrittene“ gewählt werden dürfen, ist dieser Tag nicht allzu fern. Ganz sicher ist dieses Vorgehen noch nicht, es wird noch eine Rechtsauskunft eingeholt.

Delegierte für die BPtK: Vier Angestellte, sieben  Niedergelassene und ein PiA  wurden als Delegierte für den Deutschen Psychotherapeutentag gewählt.

Repräsentanz der Kammermitglieder durch ihre VertreterInnen: Soweit mir (R. Hannak-Zeltner) bekannt ist, gibt es keine genauen Angaben, wie viele Mitglieder angestellt, niedergelassen oder beides zugleich sind. Deshalb soll mittels Schätzungen die Frage geklärt werden, wieweit die gewählten Vertreter die einzelnen Berufe prozentual repräsentieren.

Die Mitgliederzahl wurde kürzlich mit gerundet 4400 angegeben. Niedergelassene mit KV-Zulassung sind gerundet 1900 Personen (Angaben aus der KV-BW, 2007); Angestellte/Beamte stellen bei 46 % der Mitglieder (Bericht aus erster Kammerperiode) über 2000 Mitglieder, die weiteren Mitglieder dürften unter sonstige Freiberufler und Rentner oder anderweitig nicht als Psychotherapeuten Berufstätige fallen.

Ergebnisse: Auch ohne statistische Berechnung mit Signifikanzprüfung kann hier festgestellt werden: Die Angestellten sind erneut nicht ausreichend repräsentiert! Angestellte Frauen auch nicht, insbesondere wenn diese als KJP arbeiten. Letztere tauchen erst gar nicht auf.

Sonstiges: An der Diamorphinabgabe für chronisch Heroinabhängige wird weiter geplant, die Umsetzung in die Praxis ist wohl für dieses Jahr nicht zu erwarten. Neben gelegentlich ideologischen Bedenken, die nicht zur schnellen Realisierung beitragen, sind es vor allem finanzielle Belastungen, die nicht ohne Weiteres geregelt werden können.

Renate Hannak-Zeltner, Kai Uwe Jörß


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