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Bericht der Landesgruppe Rheinland-Pfalz (Rosa Beilage zur VPP 2/2010)


Am 17.4.2010 fand die erste Vertreterversammlung dieses Jahres statt. Darin berichtete der Vorstand unter anderem über die Novellierung des Landeskrankenhausgesetzes, das im Mai zur ersten Lesung im Parlament vorliegt. Wir sind immer noch optimistisch, dass wir darin eine deutliche Verbesserung der Stellung der Psychotherapeuten im stationären Kontext erreichen können. Auch in der Unterarbeitsgruppe Landeskrankenhausplan konnte die LPK punkten. Der Vorstand hatte Frau Dr. Albs-Fichtenberg beauftragt, ihr Konzept einer psychotherapeutischen Fachabteilung in einem Krankenhaus der Maximalversorgung (Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier) vorzustellen und fand damit viel Widerhall. Dieses Konzept stellte sie auch der Vertreterversammlung in einem Vortrag vor. Mehrere Psychotherapeutinnen mit Weiterbildung z.B. in Spezieller Schmerzpsychotherapie, Neuropsychotherapie oder Psychodiabetologie versorgen bei Nachfrage die Patienten verschiedenster Abteilungen des Krankenhauses im Wesentlichen direkt auf der Station. Dr. Albs-Fichtenberg berichtete, dass viele Chefärzte inzwischen diese Versorgung sehr schätzen und die Psychotherapeuten oft um Mitarbeit bitten, so dass die Abteilung inzwischen um mehrere Mitarbeiterinnen gewachsen ist. Mit diesem Konzept begeisterte Dr. Albs-Fichtenberg auch die Vertreter der LPK.

Aus dem Bericht des Wirtschaftsprüfers der Landeskammer ergaben sich keine Beanstandungen, so dass der Kammer-Vorstand und die Geschäftsführung entlastet wurden.

Nach nicht sehr kontroverser Diskussion sprach sich eine große Mehrheit der Kammer-Vertreter für die Aufhebung momentan bestehender Befugnisbeschränkungen (Überweisungen, Verschreibung von z.B. Ergotherapie u.ä.) aus. Dies soll als Votum ggf. in die entscheidenden Gremien weitergegeben werden. Keine einheitliche Linie fand sich in Bezug auf die Forderung nach der Verschreibung von Medikamenten durch Psychotherapeuten. Des Weiteren wurde der Antrag des Vorstands mit überwältigender Mehrheit angenommen, dass Beratungsstellen im Rahmen eines novellierten Psychotherapeutengesetzes unter bestimmten Bedingungen als Einrichtung zur Durchführung der Praktischen Ausbildung (heute: Praktische Tätigkeit II) zugelassen werden sollen. Eine dieser Bedingungen ist z.B., dass die Beratungsstelle von einem PP oder KJP geleitet wird. Die Vertreter bekräftigten damit auch die Auffassung, dass Beratungsstellen einen wichtigen Teil auch psychotherapeutischer Versorgung leisten.

Insgesamt verlief die Vertreterversammlung in einer sehr konstruktiven und teilweise sogar harmonischen Atmosphäre, was wahrscheinlich auch daran lag, dass dieses Mal nicht über Geld gestritten werden musste.

Andrea Benecke


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