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ZPID startet Blog zu neuen Medien in der Psychologie


(zpid)  Vor der weltweiten Verbreitung des Internet waren audiovisuelle Medien an physische Träger (Filmspulen, Tonbänder, Videokassetten) oder die Ausstrahlung von Sendeanstalten gebunden.

Erstere müssen teuer gekauft, umständlich geliehen, oder gar in der Bibliothek angesehen werden, weil sie deren Räumlichkeiten nicht verlassen dürfen. Rundfunkausstrahlungen sind regional begrenzt empfangbar und haben ein festes Programmschema. Nutzerinnen und Nutzer müssen hinnehmen, was die Stationen ausstrahlen und den persönlichen Zeitplan danach richten.

Mit dem Internet hat sich das grundlegend geändert: Mittels »Streaming« als Pendant zum Senden können Ereignisse in Echtzeit verfolgt werden, zum Beispiel die Podiumsdiskussion einer Konferenz. Zudem können archivierte Inhalte ebenfalls im Streaming-Verfahren (quasi wie am Fernsehgerät) angesehen werden (zum Beispiel Vorlesungsmitschnitte bei YouTube Educational). Häufig können archivierte Inhalte auch heruntergeladen und in ein eigenes Archiv zur beliebigen Nutzung übernommen werden.

Zum Beispiel bietet der Bayerische Rundfunk die Sendung zur Sozialpsychologie*, die während des Schreibens dieser Zeilen gerade ausgestrahlt wird, auch als »Podcast« zum Nachhören an, d.h. die Sendung kann als Audio-Datei im Format »mp3« heruntergeladen und am PC oder mobilen MP3-Player angehört werden.

Mit dem zeitversetzten Anhören und Anschauen fachlich relevanter Beiträge auf mobilen Endgeräten bieten sich ganz neue Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung, etwa für Pendler. Smartphones wie Apples iPhone oder die Android-Geräte ermöglichen die Audio- und Videowiedergabe und werden so zu ubiquitären Wissensquellen.

Das Programmangebot nimmt rasant zu: In den Internetangeboten der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland (zusammengefasst in den Mediatheken von ARD und ZDF) sind viele fachliche Inhalte zu finden, manche Universitäten stellen ihre Produktionen über den Campus hinaus global zur Verfügung und im internationalen Bereich stechen YouTube mit seinem Bildungskanal oder das »Internet Archive« leuchtend hervor.

Das ZPID-Blog zu Multimedia in der Psychologie ist als inhaltliche und mitunter auch technische Orientierungshilfe gedacht und ergänzt das Segment AV-Medien in der ZPID-Datenbank PSYNDEX und die Rubrik Audiovisuelle Medien im Link-Katalog PsychLinker des ZPID.

(*) radioWissen am Nachmittag. Michael Reitz: Der Mensch als Produkt des Dialogs. Die Sozialpsychologie. Bayern 2 - Mittwoch, 12.05.2010, 15.05-15.30 Uhr.

zpid-wga 

Kontakt:
PD Dr. Erich Weichselgartner
Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID)
Universität Trier
54286 Trier
Tel.:  +49 (0)651 201-2056
E-Mail: erich.weichselgartner(at)zpid(dot)de

Weiterführende Informationen:
ZPID Blog »Neue Medien in der Psychologie«
http://newmedia.zpid.de/

Hintergrund-Informationen:

Zum ZPID – Leibniz-Institut:

Das ZPID ist die zentrale Informationseinrichtung für die Psychologie in den deutschsprachigen Ländern und seit 1988 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. In seinem Psychologie-Fachportal http://www.zpid.de/ bietet es wichtige Dienstleistungen und Produkte für Forschung, Studium, Praxis, Massenmedien, Politik und Öffentlichkeit an, wie beispielsweise die Datenbank PSYNDEX zu psychologischen Fachpublikationen. Mit dem ZPID-Monitor wird jährlich die internationale Präsenz der Psychologie aus den deutschsprachigen Ländern evaluiert. Im Rahmen der Informations- und Dokumentationsforschung werden Beiträge zu bibliometrischen Evaluationskriterien anhand von Publikations- und Zitationsanalysen geleistet.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 86 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Infrastruktureinrichtungen für die Wissenschaft sowie drei assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert. Ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro, wovon ca. 230 Millionen Euro aus Drittmitteln stammen. Siehe auch: http://www.leibniz-gemeinschaft.de/


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