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Bericht der Landesgruppe Rheinland-Pfalz (Rosa Beilage zur VPP 4/2010)


Vertreterversammlung dieses Jahres statt. Sehr erfreulich war, dass zwei Vertreter des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familien anwesend waren. Dies war noch nie zuvor der Fall gewesen und spiegelt wohl auch wider, dass die Psychotherapeuten als Gruppe im Gesundheitsbereich inzwischen deutlicher wahrgenommen werden als noch vor Jahren. Herr Rutert-Klein war als Vertreter der Aufsichtsbehörde gekommen um sich vorzustellen, nachdem er im März Abteilungsleiter geworden war. Er betonte in seiner Ansprache, dass er die Zusammenarbeit mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle sehr schätze und als sehr angenehm empfinde. Er wolle weiterhin eine partnerschaftliche Zusammenarbeit pflegen, wie dies in den Jahren davor schon der Fall gewesen sei. Er stellte klar, dass das erste große Projekt, das er wesentlich mitbetreut hat, die Änderung des Landeskrankenhausgesetzes, in den nächsten beiden Wochen zu seinem Ende kommen werde. Er freue sich, dass dann die Psychotherapeuten als gleichberechtigt neben Ärzten anerkannt würden. Außerdem würden sie als stimmberechtigtes Mitglied im Landeskrankenhausplanungsausschuss aufgenommen. Bisher waren wir dort zwar vertreten, aber nur als Gastmitglied ohne Stimmrecht.

Frau Belz, Projektleiterin des Bereichs Gesundheitswirtschaft des Ministeriums, stellte dann vor, wie sich Psychotherapeuten in dieses Feld einbringen könnten. Zurzeit würden fünf Handlungsfelder die Arbeitsschwerpunkte bilden: z.B. der Wandel hin zu einer älteren Gesellschaft, die Versorgung Demenzkranker, Gesundheitstourismus (insbesondere in Bezug auf die Aspekte Stressprävention, Ernährung von Kindern und Jugendlichen, Versorgung von Migranten) und die humane Gestaltung der Arbeitswelt (insbesondere Burn-Out-Prävention). Hier sehe sie ein großes Handlungsspektrum, in das sich Psychotherapeuten sehr gut einbringen könnten. Es gehe ihr dabei darum, die Protagonisten unterschiedlicher Arbeitsfelder zueinander zu bringen, z.B. über Runde Tische, über Kontaktbörsen etc. Wenn sich Psychotherapeuten in diese Bereiche einbringen wollten, mögen sie sich mit ihr bzw. den Mitarbeitern der Gesundheitswirtschaft in Verbindung setzen. Man könne sich auch über www.gesundheitswirtschaft.rlp.de informieren.

Für einige Kammer-Delegierte blieben die Ausführungen etwas unkonkret, andere fragten sich, wann sie sich in einem solchen Feld noch betätigen sollten neben der niedergelassenen oder angestellten Tätigkeit. Wieder anderen war der monetäre Fokus doch noch zu sehr im Vordergrund. Der ein oder andere hatte dann aber doch Ideen, die schon länger der Verwirklichung harren und die vielleicht eingebracht werden könnten.

Nach der Mittagspause konnte man sich dann gestärkt den weiteren Tagesordnungspunkten widmen. Der Haushalt 2011 wurde mit Zweidrittelmehrheit ohne lange Diskussion verabschiedet. Ebenfalls sehr schnell wurde die Systemische Therapie einstimmig als weiteres Verfahren in die Weiterbildungsordnung aufgenommen. Der Aus- und Weiterbildungsausschuss hatte im Vorfeld in Absprache mit den systemischen Gesellschaften die nötigen Inhalte aufbereitet.

Eine etwas lebhaftere Diskussion entspannte sich um den Antrag eines Vertreters, der Vorstand möge Möglichkeiten zur Fusion mit anderen Kammern sondieren. Im Vordergrund stand dabei die Überlegung, dass über mehr Mitglieder die Beiträge zur Kammer sinken könnten, aber auch, dass sich Synergieeffekte und damit Sparpotentiale ergeben könnten. Dem letzten Punkt zumindest wurde von einigen klar widersprochen, da eine Kammer dann mit Ministerien unterschiedlicher Länder zusammenarbeiten müsste und dadurch sehr hohe Reisekosten entstünden. In jedem Land müssten zudem Räumlichkeiten angemietet werden. Zudem sei es sehr unwahrscheinlich, dass ein Staatsvertrag (der wäre nämlich nötig) zwischen Landesregierungen geschlossen würde, die von unterschiedlichen Parteien getragen werden. Der Vorstand wies darauf hin, dass man mit den Vorständen benachbarter Kammern immer wieder im Gespräch sei, dass aber die jeweilige verfolgte Berufspolitik doch auch sehr unterschiedlich sei. Letztendlich wurde der Vorschlag mit ungefähr so viel Stimmen wie Enthaltungen angenommen. Um 15 Uhr war die Tagesordnung abgehandelt, so früh wie in dieser Legislatur noch nie.

Andrea Benecke


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