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Techniker Krankenkasse streicht Erste-Klasse-Tarif Nicht-ärztliche PsychotherapeutInnen nicht länger ausgeschlossen


Die Techniker Krankenkasse (TK) stellt zum Jahresende ihren umstrittenen Tarif „TK Privat“ ein. Dieser Tarif hatte zwar den Vorteil, dass sich die Versicherten als Privatpatienten fühlen durften und schneller Termine beim Facharzt erhielten. Patienten, die psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen wollten, hatten jedoch das Nachsehen: Der Privat-Tarif sah eine Kostenerstattung der Psychotherapie nur vor, wenn sie von einem Arzt oder einer Ärztin durchgeführt wurde. Damit wurde das größere Versorgungsangebot, das mit dem Psychotherapeutengesetz geschaffen worden war, wieder verknappt - eine Vorgehensweise, die nach Ansicht der DGVT inakzeptabel ist.

Nur 20 Prozent aller Psychotherapien werden von ÄrztInnen durchgeführt, bei den Verhaltenstherapien sind es sogar nur zwei Prozent. Das Gros der TherapeutInnen, die die Versorgung psychischer kranker Menschen tragen, war damit vom „TK-Privat“-Tarif ausgeschlossen.

Doch der Grund, warum die TK ihren Erste-Klasse-Tarif nun streicht, ist ganz profan: Er ist der Kasse nämlich zu teuer. Die Kosten sollen regelrecht in die Höhe geschnellt sein, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Dem Wahltarif liege ein Konstruktionsfehler zugrunde. Während in den privaten Krankenversicherungen risikogerecht kalkuliert werde, seien die Kassenwahltarife strukturell unterfinanziert. In solch kleinen Gruppen funktioniere der Sozialausgleich zwischen Gesunden und Kranken nicht – wenige Schwerkranke können die Kosten aus dem Ruder laufen lassen.

7000 TK-Mitglieder sind von der Änderung betroffen. Wenn sie weiterhin den Status eines Privatpatienten behalten möchten, müssen sie nun die Kostenerstattung wählen.

Angela Baer


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