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PiA-Bundeskonferenz der Bundespsychotherapeutenkammer


Am 22.4.2011 fand die 4. Bundeskonferenz der PiA (Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in Ausbildung) in Berlin statt, an der ich noch in meiner Funktion als PiA-Vertretung des Landes Niedersachsen teilgenommen habe.

Die Bundeskonferenz ist ein Treffen der PiA-Vertretungen der verschiedenen Landeskammern. Sie ist auf dem 11. Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) ins Leben gerufen worden. Der 11. DPT beauftragte den BPtK-Vorstand, eine „Bundeskonferenz PiA“ auszurichten, die einmal jährlich stattfinden soll. Ziel der Bundeskonferenz ist es, den Austausch von PiAs länderübergreifend zu ermöglichen und damit auch die Einbindung von PiAs zu verbessern. Jede Landespsychotherapeutenkammer kann bis zu zwei VertreterInnen (entsprechend der in ihrem Bundesland gefundenen Regelung zur Einbindung des beruflichen Nachwuchses) entsenden.

Um eine Rückkopplung der Arbeit der Bundeskonferenz mit der des DPT und des Vorstandes der BPtK zu ermöglichen, wurden ein/e SprecherIn und ein/e StellvertreterIn gewählt. Die SprecherInnen der Bundeskonferenz PiA fungieren als Ansprechpartner des Vorstandes der BPtK für einschlägige Fragestellungen und nehmen auf Einladung an den Vorstandssitzungen teil. Außerdem sind die SprecherInnen Gäste der Deutschen Psychotherapeutentage und erhalten ein Rederecht.

In Niedersachsen wird die PiA-Vertretung durch die PiA-SprecherInnen der jeweiligen Ausbildungsinstitute gewählt. Die PKN organisierte hierfür 2008 ein. PiA-Treffen, zu dem alle Instituts-PiA-SprecherInnen (jeweils zwei aus jedem Institut) eingeladen wurden. Danach berief die jeweils amtierende PiA-Vertretung weitere PiA-Treffen in Niedersachsen in Absprache mit der PKN ein. Das nächste PiA-Treffen findet am 19. Mai statt und ich hoffe, dass zahlreiche PiA-VertreterInnen erscheinen werden.

Im vergangenen Jahr lag der Arbeitsschwerpunkt der Bundeskonferenz auf der Ausbildungsreform. Hierzu haben wir rege Diskussionen geführt und Stellung bezogen. So sind wir für einen gemeinsamen Beruf der Psychotherapeuten. Die Novellierung des Psychotherapeutengesetzes und damit die Änderung der Ausbildungsvorgaben war auch verstärkt das Thema der letzten DPTs. Wir haben dazu unsere Meinung geäußert und Stellungnahmen abgegeben. Es war ein arbeitsreiches Jahr, da gerade diese Punkte uns PiAs besonders betreffen und wir dazu aus eigener Erfahrung viel beitragen können. Unsere Meinung haben wir auf den DPTs wie auch gemeinsam auf dem Ausbildungsgipfel kund getan und auf unsere Probleme aufmerksam gemacht.

Auf dem letzten DPT wurde eine Veränderung für die Bundeskonferenz PiA verabschiedet: Die Bundeskonferenz PiA trifft sich nun zweimal im Jahr, und es werden neben dem Sprecher zwei StellvertreterInnen gewählt werden. Dies hat uns sehr gefreut, da uns so eine bessere Zusammenarbeit möglich wird und wir effektiver als Ansprechpartner fungieren können.

Wichtige Themen gibt es neben der Ausbildungsreform, an der wir weiter dran bleiben, noch viele, so dass wir auch im kommenden Jahr viel Arbeit haben werden. Darauf freuen wir uns und gehen es gezielt an. Dafür bilden wir verschiedene Arbeitsgruppen, die sich intensiv mit einem Thema oder Sachverhalt befassen und die anderen über die Ergebnisse informieren. Neben den Treffen gibt es zahlreiche Telefonkonferenzen wie auch regen E-Mail-Austausch.

Auf der letzten Bundeskonferenz PiA haben wir uns mit dem Thema der Musterweiterbildungsordnung befasst. Es ist äußerst relevant, was uns zukünftig an Weiter- und Fortbildungen zugemutet wird. Selbstverständlich betrachten wir Fortbildungen und Weiterbildungen als wichtig und notwendig. Es ist jedoch entscheidend, wie sie gestaltet werden. Werden sie uns beschränken und letztlich unsere Kompetenzen beschneiden oder werden sie unseren Horizont und unsere Fähigkeiten erweitern? Werden sie für uns überhaupt noch machbar, also bezahlbar und umsetzbar sein? Welche Weiterbildungen brauchen wir und vor allem welche Ausmaße dürfen diese annehmen?

Was uns relativ schnell sehr klar wurde: Bei jedweder Veränderung der Weiterbildungsordnung soll der Paragraph §2d unbedingt geschützt und nicht verändert werden. Hier geht es um Zusatzqualifizierungen. Dabei soll auf jeden Fall die gültige Regelung bestehen bleiben, dass alle Störungen aus dem Bereich F0-99 mit Erlangung der Approbation behandelt werden dürfen. Eine Zusatzqualifizierung soll nicht einschränken und damit die Approbation abwerten. Unsere schwer erkämpfte Approbation ist die Grundlage der heilkundlichen Tätigkeit von Psychotherapeuten.

Ein weiteres wichtiges Thema stellte die Einbindung der PiAs in die Länderkammern dar. Dies ist in den jeweiligen Bundesländern sehr unterschiedlich. In manchen waren PiAs bislang gar nicht vorgesehen und manchen fällt es immer noch schwer, eine PiA-Vertretung einzurichten. Die Einbindung der PiAs in die Kammern ist jedoch wichtig und nützlich. Hier hat unsere Psychotherapeutenkammer in Niedersachsen eine Vorreiterrolle. Die PiAs werden ab ihrem zweiten Ausbildungsabschnitt, also mit Beginn der praktischen Ausbildung (ambulante Therapiestunden), als vollwertige Mitglieder in die Kammer aufgenommen, und dies auch kostenfrei.

Wie bereits bekannt, gibt es seit dem letzten Jahr in Niedersachsen einen Ausschuss zur Nachwuchsförderung. In diesem arbeiten einige unserer Delegierten (auch PiA) mit. Auf der letzten PiA-Bundeskonferenz hatten wir Besuch eines Mitglieds dieses Ausschusses, um uns PiAs, die Bundeskonferenz und unsere Arbeit kennen zu lernen.

Das Thema Nachwuchsförderung spielt nicht nur für die Kammer, sondern auch für unseren Verband eine große Rolle. Wir wer-den weiterhin verstärkt daran mitarbeiten, die junge Therapeutengeneration für unsere Arbeit und Engagement zu begeistern. Als PiA-Vertretung hoffe ich, dass die bislang gute Zusammenarbeit mit der Kammer und mit der Landesgruppe auch weiterhin bestehen bleibt und dass die Interessen der PiAs und Neuapprobierten einbezogen werden.

Als Landesgruppensprecherin werde ich mich bemühen, die Anliegen der jungen Generation auch weiterhin zu unterstützen und zu fördern, ohne dabei die Anliegen der „alten Hasen“ aus dem Blick zu verlieren. Denn gemeinsam werden wir stets die besten Ergebnisse erzielen.

Alexandra Klich, PiA


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