Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) zur Suchttherapie


(wd). Der Missbrauch von Alkohol, Medikamenten und Drogen zählt künftig zu den Indikationen für ambulante Psychotherapie. Der G-BA hat am 13. April 2011 beschlossen, dass PatientInnen, die von Alkohol, Drogen oder Arzneimittel abhängig sind, auch dann eine ambulante Psychotherapie beginnen können, wenn diese PatientInnen noch nicht abstinent sind. Die Psychotherapie-Richtlinie wurde entsprechend geändert. Allerdings gilt dieser Beschluss nur, wenn  sie bereits Schritte unternommen haben, um eine „baldige Abstinenz“ herbeizuführen. Die Psychotherapie soll dazu beitragen, die PatientInnen zu motivieren, ein Leben ohne Suchtmittel zu führen. Die Erweiterung des Indikationsspektrums um den „schädlichen Gebrauch“ psychotroper Substanzen hat einer größeren Patientengruppe den Zugang zur ambulanten psychotherapeutischen Behandlung erleichtert. Die Flexibilisierung der Psychotherapie-Richtlinie hinsichtlich der Abstinenz ist für viele alkoholkranke PatientInnen, die rückfällig geworden sind, aber keine Entgiftungsbehandlung mehr bedürfen, eine wesentliche Verbesserung.

Trotz der Verbesserung beklagt die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), dass ihre Vorschläge insofern nicht aufgegriffen wurden, dass das Behandlungsangebot für Suchtkranke nach wie vor durch bürokratische Vorgaben sehr eingeschränkt wird (wie z.B. den Nachweis der Abstinenz durch Laborparameter), deren Nutzen umstritten ist, die aber hohe Kosten verursachen.


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