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KV Rheinland-Pfalz kritisiert Defizite der Bedarfsplanung für PsychotherapeutInnen


(hv) Erstmals hat auch eine Kassenärztliche Vereinigung öffentlich dargelegt, dass die Bedarfsplanungs-Richtlinie im Bereich Psychotherapie und Psychiatrie unzureichend ist. Die KV Rheinland-Pfalz hatte als erste KV zum 1. Juli 2011 den sogenannten Demografiefaktor in die Bedarfsplanung eingeführt, wie es das letzte Gesundheitsreformgesetz vorgesehen hatte. Dies hatte jedoch nicht, wie es sachgerecht gewesen wäre, zu einer Ausweitung der Vertragsarztsitze für die Bereiche Psychotherapie und Psychiatrie geführt.

Vielmehr ergab sich, dass gemäß den Vorgaben des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) zur Umsetzung des Demografiefaktors die Sollzahl für Vertragsarztsitze in diesem Bereich geschrumpft ist. Das lässt sich damit erklären, dass die Leistungen dieser Fachgebiete von Menschen im höheren Lebensalter weniger in Anspruch genommen werden als von jüngeren Kohorten. Wenn man nun, wie es dem Anspruch des Demografiefaktors entspricht, die Zahl der Vertragarztsitze an die „gealterte Bevölkerung“ adjustiert, dann ist es mathematisch korrekt, dass die entsprechenden Vertragsarztsollzahlen reduziert werden. Betroffen waren in Rheinland-Pfalz u.a. Psychotherapeuten-Sitze, die im Rahmen der sog. KJP-Mindestquote ausdrücklich zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen vorgesehen waren.

Die KV RLP kommt aufgrund dieses widersinnigen Ergebnisses in einer differenzierten und sehr sachlichen Stellungnahme zu folgender Schlussfolgerung: ''Nach der von der Bundesebene vorgegebenen Bedarfsplanungsrichtlinie haben wir in Rheinland-Pfalz eine Überversorgung mit Ärzten und Therapeuten bei der Versorgung psychisch kranker Menschen. Jedoch bildet die Bedarfsplanung nicht die Realität ab. Wir beobachten seit Jahren eine zunehmende Nachfrage auch im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie.“ (Pressemitteilung KV RLP vom 2.8.2011; vgl. www.kv-rlp.de)


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