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Intergremientreffen am 26. November 2011 in Frankfurt

Kurzbericht


Beim Intergremientreffen Ende November in Frankfurt wurden die derzeit aktuellen Vereinsthemen behandelt: Die Gründung eines Berufsverbandes, die damit verbundene geplante Satzungsänderung, die Mitgliederentwicklung im Verein, aber auch die Reform der Psychotherapie-Ausbildung, u.v.m. Es berichteten der Vorstand, die Kommissionen und die Fachgruppen sowie die MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle über ihre Aktivitäten.

Die DGVT hat erfreulicherweise einen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen, informierten Waltraud Deubert und Kerstin Burgdorf von der Geschäftsstelle in Tübingen. Der Mitgliederbestand belief sich zum Zeitpunkt des Intergremientreffens auf 6 480 Mitglieder, deren Altersdurchschnitt 43,7 Jahre betrug. Im Jahre 2011 gab es 633 Eintritte und 202 Austritte; dies bedeutet einen Zuwachs von 431 Mitgliedern. 42% der Mitglieder sind 40 Jahre oder jünger. 47% der neu eingetretenen Mitglieder sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Verjüngung des Vereins wird sich fortsetzen.

Die steigende Mitgliederzahl wird auch durch die Zunahme an Mitgliedern in den verschiedenen Mailinglisten der DGVT deutlich. Die größte Mailingliste ist die für die Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen mit 675 Mitgliedern. Auch die PiAs haben in der Zwischenzeit eine eigene Mailingliste, die ihnen einen Austausch untereinander ermöglicht.

Die Landkarte mit den LandessprecherInnen der einzelnen Bundesländer zeigt, dass die Regionalisierung gelungen ist. Viele LandessprecherInnen haben über Jahre hinweg die DGVT regional vertreten und berichten regelmäßig über ihre Länder in der Rosa Beilage. Auch die Statistik im Bereich der Kammern weist darauf hin, dass die DGVT hier ihre Präsenz erhöhen konnte. 2012 stehen Kammerwahlen in Bayern, Rheinland-Pfalz und in Bremen an.

Die Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung (Irmgard Vogt) berichtete über die Tagung „Sexuelle Übergriffe in Therapie und Beratung. Kunstfehler! Und was folgt daraus?“, die am 24.11.2011 in Hannover stattfand. Auf der Tagung wurde in Bezug auf die erste Tagung zu diesem Thema vor 20 Jahren Bilanz gezogen, aber auch ein Ausblick gegeben, was zukünftig noch getan werden muss (siehe hierzu Bericht in dieser VPP).

Das Forum Beratung (Frank Nestmann berichtete) hat auf seinem Dialogforum im Oktober 2011 die Frankfurter Erklärung (Papier zum Diskurs über Beratung) überarbeitet. Es wurden neue Themen aufgenommen wie die Online-Beratung und die Zwangsberatung. Diese 2. Frankfurter Erklärung ist in dieser VPP abgedruckt.

Den Länderrat hat sich nach den Worten ihres Sprechers Bernd Schäfer im vergangenen Jahr vor allem mit dem Thema „Psychosoziale Versorgung von MigrantInnen“ beschäftigt. Geplant ist die Herausgabe eines Manuals zum Thema "Psychotherapie bei MigrantInnen" im DGVT-Verlag.

Die Qualitätssicherungskommission (Markus Hertle) teilte mit, dass sie im Rahmen des Kongresses im März in Berlin ein Symposium zur Supervision in der Psychotherapie-Ausbildung anbietet.

Im Bereich Fort- und Weiterbildung ist einiges im Fluss, berichteten Judith Schild, AWK-Mitglied, und Anke Heier von der Geschäftsstelle. Sie gaben zunächst einen Rückblick auf die stattgefundenen Tagungen (Workshop-Tagung in Tübingen, Sommerakademie in Graal-Müritz und Praxistage in Hamburg) und analysierten dann die angebotenen Themenseminare und Seminarreihen. Anschließend gaben sie einen Überblick über die Planungen für 2012/2013. Ein wichtiger Punkt 2012 wird die Entwicklung eines Angebotes für Bachelor-AbsolventInnen sein. Da dieses Thema relevant für den Gesamtverband ist, soll 2012 ein Dialogforum zu diesem Thema stattfinden.

Der Ethikbeirat wies auf sein Symposium im Rahmen des Kongresses hin (Johannes Broil) mit dem Titel „Grenzverletzungen in psychosozialen Institutionen“. Darüber hinaus überarbeitet er zurzeit mit Unterstützung der Geschäftsstelle die DGVT-Patienteninformation.

Für die Fachgruppe Niedergelassene berichtete Jürgen Friedrich. Im Rahmen des Kongresses 2012 in Berlin wird es am Sonntagvormittag, 4.3.2012, einen Round Table geben unter dem Titel „GKV-Versorgungsstrukturgesetz usw. - Wo steht unser Berufsstand und was kommt auf uns zu?“. Hierbei geht es um die möglichen Auswirkungen des Gesetzes auf die psychotherapeutische Versorgung. Als ReferentInnen konnten Wolfgang Bürger, Jürgen Hoyer, Frank Jacobi, Armin Kuhr und Andrea Mrazek (Präsidentin der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer) gewonnen werden.

Für die Fachgruppe Angestellte kündigte Johannes Broil an, dass die Situation der angestellten Mitglieder im kommenden Jahr intensiv beleuchtet werden soll. Auftakt hierzu wird eine Informationsveranstaltung der Fachgruppe beim DGVT-Kongress 2012 in Berlin sein, bei der insbesondere die tarifpolitische Situation betrachtet werden soll.

Günter Ruggaber, Geschäftsführer der DGVT-AusbildungsAkademie (gemeinnützige GmbH), informierte die Gremien der DGVT über die zwei Gesellschafterversammlungen, die 2011 stattgefunden haben, und über die Entwicklungen im Ausbildungsbereich.

Die zentralen Themen, die der Verein bearbeitet, sind gesellschafts- und gesundheits­politische Fragestellungen. Das Primat des politischen Handelns der DGVT ist dabei ein fortschrittliches Verständnis von psychischen Erkrankungen im Sinne eines sozialwissenschaftlichem Erklärungsmodells für Gesundheit und Krankheit. Daran wird man sich auch zukünftig orientieren. Ergänzend möchte die DGVT berufspolitisch stärker aktiv werden und ihre Mitglieder in ihrer beruflichen Arbeit besser unterstützen. Um dies rechtlich abzusichern, wurde im Verlauf des letzten Jahres vom Vorstand ein Rahmen gesucht, der dies ermöglicht. Zur Diskussion lag ein Modell vor, welches vorsieht, dass die DGVT zukünftig durch einen Berufsverband ergänzt wird, der den Mitgliedern insbesondere die berufsbezogene Unterstützungsleistungen bietet und der auch die berufspolitische Vertretung übernehmen soll. Beide Vereine sollen – qua gemeinsamem Vorstand – eng verzahnt arbeiten. Zu diesem Tagesordnungspunkt waren auch mehrere frühere Vorstands- und Gremienmitglieder der DGVT eingeladen worden. Dies erschien wichtig, weil es hier um langfristige Weichenstellungen geht. Die Diskussion verlief intensiv und und konsensorientiert. Es gab noch letzte Korrekturen an Detailregelungen und entsprechenden Satzungsentwürfen. Die Hauptlinie der Vorstandsvorlage wurde weitgehend einstimmig von allen Beteiligten unterstützt.

Angela Baer und Waltraud Deubert


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