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Weniger Hürden bei Kuren für Mutter-/Vater-Kind

Von: Rosa Beilage zur VPP 1/2012

Neue Richtlinie soll Bewilligungspraxis verbessern


(kb). Der GKV-Spitzenverband will mit einer am 6. Februar 2012 beschlossenen Neufassung der Begutachtungsrichtlinie "Vorsorge und Rehabilitation" gewährleisten, dass Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Eltern und ihre Kinder künftig transparenter und einheitlicher gewährt werden. Ziel der Überarbeitung ist es, die Begutachtungsgrundlagen für Anträge auf Mutter-Kind-Maßnahmen zu verbessern. Zudem soll laut GKV-Spitzenverband mit der aktualisierten Richtlinie eine einheitliche Rechtsauslegung der Kassen sichergestellt und die Transparenz über die sozialmedizinischen Empfehlungen und Leistungsentscheidungen erhöht werden.

Krankenkassen lehnen Anträge auf Mutter-Kind-Maßnahmen häufig ab. Mit der neuen Richtlinie sollen Antragsteller ihre gesetzlichen Ansprüche auf Mutter- und Vater-Kind-Maßnahmen künftig leichter durchsetzen können. Die Änderungen wurden mit dem Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes, dem Deutschen Müttergenesungswerk und dem Bundesverband Deutscher Privatkliniken erarbeitet. Zentral für eine rasche Verbesserung der Bewilligungspraxis dürfte auch die zusätzliche Vereinbarung einheitlicher Umsetzungsrichtlinien unter den Verhandlungspartner sein. Laut Angaben der Ärztezeitung (7.2.2012) stieg die Quote der abgelehnten Anträge in den letzten Jahren kontinuierlich an und erreichte im ersten Halbjahr 2011 den Wert von 35 Prozent.

Mütter und Väter haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Vorsorge- oder
Reha-Maßnahme gemeinsam mit Kindern, wenn sie medizinisch begründet ist; die hier relevanten medizinischen Gründe, die insbesondere auch psychosoziale Belastungskonstellationen einschließen (orientiert an der Internationalen Klassifikation der funktionalen Gesundheit/ICF), werden nun genauer dargelegt. Die neue Richtlinie stellt auch klar, dass beispielsweise der Grundsatz „ambulant vor stationär“ bei diesen Maßnahmen nicht gilt (dies war ein häufiger Ablehnungsgrund) und dass Rentenversicherungsträger keine Mutter-/Vater-Kind-Leistungen erbringen (und das deshalb nicht auf deren vorrangige Zuständigkeit verwiesen werden kann). Zudem stellt die Änderung klar, dass Ablehnungen nachvollziehbar zu begründen sind. Neu geordnet haben die Partner die Gründe, die zusätzlich zur medizinischen Indikation die Genehmigung einer Mutter-Kind-Maßnahme beschleunigen können (ausdrücklich genannt werden z.B. ständiger Zeitdruck oder Partner-/Eheprobleme, Todesfälle). Künftig soll einer dieser Gründe ausreichen für eine Bewilligung.

Die Richtlinie ist zu finden unter www.gkv-spitzenverband.de. Geben Sie „upload“ bei der Suchfunktion ein. Dort finden Sie die Richtlinie Vorsorge und Rehabilitation.


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